Amadou & Mariam
| Mariam und Amadou (2005) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Amadou & Mariam waren ein musikalisches Duo aus Mali, bestehend aus dem Paar Amadou Bagayoko (Gitarre, Gesang, * 24. Oktober 1954 in Bamako; † 4. April 2025 ebendort)[2] und Mariam Doumbia (Gesang, * 15. April 1958 in Bamako).
Das Paar, bekannt unter dem Namen „Das blinde Paar von Mali“, hatte sich Mitte der 1970er Jahre am „Institut für Junge Blinde“ in Mali zusammengefunden, wo Amadou Musik studierte.[3] Mariam gehörte zeitweise auch zu Les Amazones d’Afrique.
Bandgeschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zwischen 1974 und 1980 spielte Amadou mit Ambassadeurs du Motel. 1980 heirateten Mariam und er. Fortan musizierten die beiden zusammen und starteten 1985 eine Tour in Burkina Faso. Anschließend zogen sie in die Elfenbeinküste und nahmen zahlreiche Kassetten auf, was ihnen einen hohen Bekanntheitsgrad in ganz Westafrika verschaffte.
Das Album Sou Ni Tile verkaufte sich in Frankreich sehr gut und sorgte dafür, dass Amadou und Mariam auf verschiedenen Weltmusik-Festivals weltweit auftreten konnten. 2004 produzierte Manu Chao zusammen mit ihnen das Album Dimanche à Bamako, dessen Singleauskopplung Sénégal Fast Food recht bekannt wurde.
2006 nahmen beide zusammen mit Herbert Grönemeyer Zeit, dass sich was dreht (Celebrate the Day), den offiziellen Song zur Fußball-Weltmeisterschaft 2006, auf.
Ihr 2008 erschienenes Album Welcome to Mali wurde vom britischen Musiker Damon Albarn von Blur produziert und 2009 für einen Grammy in der Kategorie „Weltmusik“ nominiert.
2009 waren Amadou & Mariam Vorband von Coldplay bei deren Viva-la-Vida-Tour.[4] US-Präsident Barack Obama lud das Duo ein, bei einer Feier anlässlich seines Friedensnobelpreises aufzutreten.[5] Am 10. Juni 2010 traten Amadou & Mariam auf dem Eröffnungskonzert zur Fußball-WM in Johannesburg auf. 2011 war das Duo Teil der 360° Tour der Band U2 bei ihren Konzerten in Südafrika.[6]
Bei ihrer nächsten eigenen Tour mit dem Titel Eclipse spielten Amadou & Mariam Konzerte, die im Dunkeln stattfanden.[7]
2012 brachten Amadou & Mariam das Album Folila heraus. 2017 erschien das Album La Confusion. Es widmet sich der instabilen politischen Situation in ihrem Heimatland, nachdem der Krieg in Mali seit 2012 das Land geschwächt hatte und islamistische Milizen den Norden des Landes übernommen hatten.[8]

Noch 2024 waren Amadou & Mariam international auf Tour und spielten bei der Abschlussfeier der Olympischen Sommerspiele in Paris.[2] Im April 2025 starb Amadou Bagayoko im Alter von 70 Jahren.[9] Tausende Menschen nahmen an seiner Beerdigung in Bamako teil.[10]
Das letzte Album des Duos, L’amour à la folie, erschien im Oktober 2025 und enthält Lieder, die nie vor Publikum aufgeführt wurden. Die Aufnahmen dazu waren noch vor Bagayokos Tod fertiggestellt worden.[11]
Musikstil
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In ihrer Musik mischten sie traditionelle malische Melodien mit Rockgitarren, Violine, Trompete, der arabischen Längsflöte Ney, Posaune, dogonischen Perkussionsinstrumenten und gelegentlich der indischen Tabla und dem indischen Streichinstrument Sarangi. Ihre bunte Mischung wird oft als „Afro-Blues“ bezeichnet.
Amadou und Mariam verfassten ihre Lieder vor allem auf Bambara und Französisch, verwendeten jedoch auch eine Reihe anderer malischer Sprachen wie Bozo und Dogon. Auch Englisch und Spanisch kamen gelegentlich zum Einsatz.[12][13]
Das Debütalbum charakterisierte die MusikWoche: „Afrikanische Folklore-Melodien mischen sich mit ungeschliffenem Rhythm & Blues, der an frühe Stax- und Motown-Produktionen erinnert. Das Ganze ist mit Latin-Horns und einer flirrenden Mundharmonika garniert.“[14]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Diskografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1998: Sou Ni Tile
- 1999: Se Te Djon Ye
- 2000: Tjé Ni Mousso
- 2003: Wati
- 2005: Dimanche à Bamako
- 2005: The Best of (Kompilation)
- 2005: 1990-1995: L’integrale Des Années Maliennes (Kompilation)
- 2008: Welcome to Mali
- 2012: Folila
- 2017: La Confusion
- 2025: L’amour à la folie
Dokumentarfilm
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Dokumentarfilm The Blind Couple from Mali von Ryan Marley widmet sich dem Leben und musikalischen Werk von Amadou & Mariam. Er erschien in Frankreich im Februar 2026[16] und hatte seine Deutschlandpremiere im Mai 2026 auf dem Internationalen Dokumentarfilmfestival München.[17]
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Chartquellen: DE AT CH
- 1 2 Stefan Franzen: Gestorben: Amadou Bagayoko. In: Jazz thing. 11. April 2025, abgerufen am 14. April 2025.
- ↑ Malischer Sänger Amadou Bagayoko im Alter von 70 Jahren gestorben. In: Deutschlandfunk Kultur. 7. April 2025, abgerufen am 3. November 2025.
- ↑ Tom Breihan: Coldplay Reveal North American Summer Tour. 6. Februar 2009, abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Malian music legend Amadou Bagayoko of blind duo Amadou & Mariam dies aged 70. 4. April 2025, abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ U2: U2 > Tours > U2360 TOUR. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Alex Needham: Eclipse: Amadou and Mariam – review. In: The Guardian. 13. Januar 2014, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 22. Mai 2026]).
- ↑ World Music Matters - Mali's Amadou & Mariam combat 'confusion' with disco. 9. Februar 2018, abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Malian music legend Amadou Bagayoko of blind duo Amadou & Mariam dies aged 70. 4. April 2025, abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ Des milliers de personnes réunies à Bamako pour les funérailles du chanteur Amadou Bagayoko. 7. April 2025, abgerufen am 22. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Dale Berning Sawa: ‘At night, his guitar comes into my mind’: Amadou and Mariam’s surviving singer on life after losing her husband and musical partner. In: The Guardian. 22. Oktober 2025, ISSN 0261-3077 (theguardian.com [abgerufen am 22. Mai 2026]).
- ↑ Will Hermes: Changing Sounds of Africa (Published 2009). In: The New York Times. 18. März 2009, ISSN 0362-4331 (nytimes.com [abgerufen am 8. Januar 2021]).
- ↑ Alexandra Marvar: Amadou & Mariam, Mali's Blind Polyphonous Polyglots. Vanity Fair, 23. März 2009, abgerufen am 8. Januar 2021 (amerikanisches Englisch).
- ↑ Amadou et Mariam. Sou Ni Tilé. In: MusikWoche. Nr. 34/1998, 17. August 1998, Neuheiten, S. 29.
- ↑ Auszeichnung 2024. In: polyton.de. Akademie für populäre Musik, 23. Oktober 2024, abgerufen am 24. Oktober 2024.
- ↑ The Blind Couple from Mali bei IMDb, abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
- ↑ AMADOU ET MARIAM - THE BLIND COUPLE FROM MALI. In: DOK.fest München 2026. Abgerufen am 22. Mai 2026.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Offizielle Website (englisch, französisch)
- Werke von und über Amadou & Mariam im Katalog der Deutschen Nationalbibliothek
- Video: 1998 Mariam et Amadou live concert with friends
- Amadou & Miriam: Folila. Kultur-Port.de, 6. März 2012
- Amadou & Mariam bei laut.de
- Biographie: Amadou et Mariam. Radio France International
- Artikel über das Paar (französisch)