Amyloidität
Die Amyloidität bezeichnet die Färbbarkeit von Gewebestrukturen mit Hilfe von Iodreagenzien. Das zugehörige Eigenschaftswort heißt amyloid. Ist eine Struktur nicht anfärbbar, bezeichnet man sie als inamyloid.[1][2]
Die Farbreaktion amyloider Strukturen ist insbesondere in der Mykologie (Wissenschaft von den Pilzen) ein wichtiges taxonomisches Unterscheidungskriterium. Verwendet werden als Reagenzien Lugolsche Lösung (eine Iod-Kaliumiodid-Lösung) und Melzers Reagenz (= Lugolsche Lösung mit Chloralhydrat). Die Farbreaktionen gehen ins Blaue bis Violette. Im Fall der Hemiamyloidität wird die Blaureaktion nur nach KOH-Behandlung erhalten; ohne KOH ruft Lugolsche Lösung hier eine rote bis rotbraune Reaktion hervor, während die hohe Chloralhydrat-Konzentration in Melzers Reagenz diese Rotreaktion unterdrückt, folglich Inamyloidität suggeriert.
Färbbare Strukturen sind bei Pilzen die Sporen, Sporenornamente, Ascuswände (besonders Apikalringe), Hyphen, die Trama der Fruchtkörper etc.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Heinrich Dörfelt (Hrsg.): Lexikon der Mykologie. Gustav Fischer Verlag, Stuttgart / New York 1989, ISBN 3-437-20413-0.
- Hans-Otto Baral: Lugol's solution/IKI versus Melzer's reagent: Hemiamyloidity, a universal feature of the ascus wall. In: Mycotaxon. Band 29, 1987, S. 399–450. DOI:10.5962/p.418997.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Alfredo Vizzini, Giovanni Consiglio, Ledo Setti: Testing spore amyloidity in Agaricales under light microscope: The case study of Tricholoma. In: IMA Fungus. Band 11, 2020, Artikel 24. DOI:10.1186/s43008-020-00046-8.
- ↑ Miguel Ulloa, Richard T. Hanlin: Illustrated Dictionary of Mycology. 2. Auflage. APS Press, St. Paul, Minnesota 2012, S. 22. ISBN 978-0-89054-400-6.