Arthur von Ferno
Friedrich Wilhelm Arthur Ferno, seit 1898 von Ferno (* 8. Dezember 1846 in Hagen bei Wolin; † 2. Oktober 1911 ebenda) war ein preußischer Generalleutnant.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Herkunft
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Arthur war ein Sohn des gleichnamigen preußischen Hauptmanns der Landwehr und Rittergutsbesitzers Arthur Ferno (1814–1900) und dessen Ehefrau Caroline, geborene Winckelsesser (1819–1875). Er hatte fünf Geschwister, darunter der preußische Generalmajor Johannes Ferno (1845–1926).
Militärkarriere
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Besuch des Kadettenkorps wurde Ferno am 7. April 1866 als Sekondeleutnant im 3. Garde-Regiment zu Fuß der Preußischen Armee in Danzig angestellt. Im folgenden Krieg gegen Österreich nahm er an den Kämpfen bei Soor, Königinhof sowie der Schlacht bei Königgrätz teil und wurde mit dem Kronen-Orden IV. Klasse mit Schwertern ausgezeichnet. Nach dem Krieg war er von Anfang März 1868 bis Mitte März 1870 Adjutant des I. Bataillons. Nach einem kurzen Kommando zum Garde-Landwehr-Bataillon Königsberg wurde Ferno für die Dauer der Mobilmachung anlässlich des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 als Adjutant zum Garde-Landwehr-Bataillon Königsberg kommandiert. In dieser Eigenschaft machte er die Gefechte bei Malmaison und Marcilly sowie die Belagerungen von Straßburg und Paris mit. Ferno erhielt das Eiserne Kreuz II. Klasse und war von Anfang bis Ende Mai 1871 als Adjutant bei Garde-Landwehr-Bataillon Stettin und anschließend als Kompanieoffizier zur Unteroffizierschule Potsdam kommandiert. Mitte Februar 1872 rückte er zum Premierleutnant auf und versah ab Oktober 1874 wieder Dienst in seinem Regiment. Nachdem man ihn Mitte Mai 1879 zum überzähligen Hauptmann befördert hatte, war Ferno von Oktober 1879 bis Mitte März 1884 unter Stellung à la suite seines Regiments als Kompanieführer zur Unteroffizierschule Marienwerder kommandiert. Anschließend trat er mit der Ernennung zum Kompaniechef im 1. Niederschlesischen Infanterie-Regiment Nr. 46 wieder in den Truppendienst zurück. Unter Beförderung zum Major am 19. November 1889 seinem Regiment aggregiert, wurde Ferno am 15. Februar 1890 wieder einrangiert und am 18. April 1891 zum Kommandeur des II. Bataillons ernannt. Am 16. September 1895 erfolgte seine Ernennung zum Kommandeur des in Hirschberg stationierten Jäger-Bataillons „von Neumann“ (1. Schlesisches) Nr. 5 sowie am 18. Oktober 1895 die Beförderung zum Oberstleutnant.
In Würdigung seiner Verdienste erhob ihn Wilhelm II. am 27. Januar 1898 in den erblichen preußischen Adelsstand. Ferno avancierte am 21. April 1898 zum Oberst und erhielt am 15. Juni 1898 das Kommando über das 1. Badische Leib-Grenadier-Regiment Nr. 109 in Karlsruhe. Anlässlich des Ordensfestes verlieh ihm Wilhelm II. im Januar 1901 den Kronen-Orden II. Klasse mit Schwertern am Ringe und für das ihm durch seinen Regimentschef Großherzog Friedrich I. von Baden verliehene Kommandeurkreuz II. Klasse des Ordens vom Zähringer Löwen erhielt er im März des Jahres die Annahmeerlaubnis. Am 7. Juli 1901 wurde Ferno unter Beförderung zum Generalmajor als Kommandeur der 40. Infanterie-Brigade nach Braunschweig versetzt. In dieser Stellung erhielt er die Erlaubnis zur Annahme des Komturkreuzes mit Stern des Hausordens der Wachsamkeit oder vom weißen Falken, des Kommandeurkreuzes I. Klasse des Ordens Heinrichs des Löwen und des Großoffizierskreuzes des Ordens des Heiligen Schatzes.[1][2][3] Anlässlich des Ordensfestes wurde Ferno im Januar 1903 mit dem Roten Adlerorden II. Klasse mit Eichenlaub ausgezeichnet. In Genehmigung seines Abschiedsgesuches wurde er am 18. April 1903 mit Pension zur Disposition gestellt. Nach seiner Verabschiedung erhielt Ferno am 1. September 1908 noch den Charakter als Generalleutnant.
Familie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ferno hatte sich am 30. April 1873 in Pritzlow mit Margarete Kolbe (1848–1882) verheiratet. Nach ihrem Tod heiratete er am 11. Februar 1910 in Neudorf Marie-Luise von Gizycki (* 1877). Aus der ersten Ehe gingen die Kinder Elsa (1874–1965), Margarete (1878–1900) und Arthur (1882–1904) hervor.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bernhard Koerner, Edmund Strutz, Marianne Strutz-Ködel (Hrsg.): Deutsches Geschlechterbuch. Genealogisches Handbuch der Bürgerlichen Familien. Band 145: Pommersches Geschlechterbuch. Siebenter Band, Verlag C. A. Starke, Limburg an der Lahn 1967, S. 457, 578–586.
- Gothaisches Genealogisches Taschenbuch der Briefadeligen Häuser. 1913. Siebenter Jahrgang, Justus Perthes, Gotha 1912, S. 216.
- Offizier-Stammliste des Königlich Preussischen 3. Garde-Regiments zu Fuss. Von 1860 bis 1910. Verlag Gerhard Stalling, Oldenburg 1910, S. 53–54.
- Christian Zweng: Die Preußischen Generale. 1866–1920. Band 5: Eb–Fu. Institut für deutsche Phaleristik und Militärgeschichte, Osnabrück 2014, ISBN 978-3-95868-016-6, S. 220–222.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 54 vom 18. Juni 1902, S. 1441.
- ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 63 vom 16. Juli 1902, S. 1671.
- ↑ Militär-Wochenblatt. Nr. 83 vom 20. September 1902, S. 2208.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Ferno, Arthur von |
| ALTERNATIVNAMEN | Ferno, Friedrich Wilhelm Arthur von (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | preußischer Generalleutnant |
| GEBURTSDATUM | 8. Dezember 1846 |
| GEBURTSORT | Hagen bei Wolin |
| STERBEDATUM | 2. Oktober 1911 |
| STERBEORT | Hagen bei Wolin |
- Generalleutnant (Königreich Preußen)
- Person im Deutschen Krieg
- Person im Deutsch-Französischen Krieg
- Träger des Eisernen Kreuzes II. Klasse
- Träger des Roten Adlerordens 2. Klasse
- Träger des Preußischen Königlichen Kronenordens 2. Klasse
- Träger des Ordens vom Zähringer Löwen (Kommandeur II. Klasse)
- Träger des Hausordens vom Weißen Falken (Kommandeur)
- Kommandeur I. Klasse des Ordens Heinrichs des Löwen
- Träger des Ordens des Heiligen Schatzes
- Träger des Mecidiye-Ordens (II. Klasse)
- Infanterist (Preußen)
- Nobilitierter (Preußen)
- Preuße
- Deutscher
- Geboren 1846
- Gestorben 1911
- Mann