Herman Walbaum

Herman Johannes Walbaum (* 20. Januar 1861 in Holdorf, Königreich Hannover; † 25. April 1925 in Edmonton, Alberta) war ein deutschkanadischer lutherischer Geistlicher. Von 1905 bis 1907 amtierte er als Präses der Manitoba-Synode.
Biographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Walbaum wurde als Sohn eines evangelisch-lutherischen Pfarrers im hannoverschen Holdorf geboren. Nach dem Schulbesuch in der Latina der Franckeschen Anstalten in Halle trat er in das Predigerseminar Kropp ein, zu dessen erstem Abschlussjahrgang er 1885 gehörte.[1] Dort wurde er für den Dienst als Geistlicher in den deutschsprachigen Gemeinden Nordamerikas vorbereitet. Nach kurzem Militärdienst in der preußischen Kavallerie bestieg er ein Schiff Richtung Amerika und erreichte im Herbst 1885 New York.[2] Dort wurde er durch das evangelisch-lutherische Ministerium von New York zum Pfarramt ordiniert und trat eine erste Pfarrstelle an der Immanuelkirche in Webster im Bundesstaat New York an.[1] Nach drei Jahren dort zog Walbaum weiter in das wachsende Missionsfeld in Kanada und schloss sich der dortigen Synode an. 1888 übernahm er die Pfarrstelle der St. James Church in New Dundee in der Provinz Ontario. 1896 folgte er einem Ruf an die St. Matthew’s Church in Conestogo, wo er Nachfolger von Jürgen Goos wurde.[3]
Zur Jahrhundertwende zog es Walbaum wieder in das Missionsfeld in den kanadischen Prärieprovinzen. Im Oktober 1900 traf er in Rosthern in den Nordwest-Territorien ein, wo er die eine Pfarrstelle der Christuskirche, die zur Manitoba-Synode gehörte, übernahm. Walbaum gründete 1901 Tochtergemeinden in Silver Grove (St. Paulus) und in Stony Hill bei Laird (St. Johannes).[4] Im Jahr 1905 wurde Walbaum zum Präses der Manitoba-Synode, nachdem der kurz zuvor gewählte Präses M. G. W. Arendt nach Ontario abberufen wurde und er Arendt als Vizepräsident kommissarisch im Amt folgte. Kurz darauf wurde er für eine volle Amtszeit gewählt und blieb bis 1907 im Amt.[5] 1906 wechselte er an die St.-Johannis-Kirche in Edmonton, kehrte aber schon zwei Jahre später nach Saskatchewan zurück, wo er erneut die Gemeinden in Silver Grove und Stony Hill übernahm. Während seines Pastorats konnte 1910 auch die St.-Johannes-Kirche in Silver Grove errichtet und eingeweiht werden. Von 1911 bis 1913 war Walbaum der erste ständige Pastor der St.-Petri-Kirche in Bashaw in der Provinz Alberta. Danach wechselte er an die Gemeinde von Kennell, wo er 1916 mit der Immanuelkirche eine der größten Landkirchen der ganzen Synode einweihen konnte. Seine letzte Pfarrstelle führte Walbaum 1917 zurück nach Alberta, wo seine Pfarrei die St.-Johannes-Kirche in New Sarepta und die Stephanuskirche in Hay Lakes umfasste. Im Juni 1924 trat Walbaum in den Ruhestand.[4]
Walbaum heiratete 1890 in New Dundee Anna Siefert, mit der er einen Sohn und zwei Töchter hatte. Er starb am 25. April 1925 in Edmonton und wurde auf dem dortigen städtischen Friedhof bestattet.[1]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Herman Walbaum in der Datenbank Find a Grave
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Rev. H. A. J. Walbaum. In: Edmonton Journal. Band 21, Nr. 244. Edmonton 1. Mai 1925, S. 20 (englisch, google.co.uk).
- ↑ Minutes of the 18th Convention of the General Council of the Evangelical Lutheran Church of North America. Blade Printing & Paper Company, Toledo 1885, S. 18 (englisch, archive.org).
- ↑ Valdimar Eylands: Lutherans in Canada. The Columbia Press, Winnipeg 1945, S. 84 & 89 (englisch).
- 1 2 Conrad Kleiner: Festschrift zur Feier des Goldenen Jubiläums der Evangelisch-Lutherischen Synode von Manitoba und andern Provinzen. Saskatoon 1947, S. 27 (archive.org).
- ↑ Minutes of the 30th Convention of the General Council of the Evangelical Lutheran Church of North America. General Council Publication Board, Philadelphia 1905, S. 240 (englisch, archive.org).
| Vorgänger | Amt | Nachfolger |
|---|---|---|
| M. G. W. Arendt | Präses der Manitoba-Synode 1905–1907 | Martin Ruccius |
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Walbaum, Herman |
| ALTERNATIVNAMEN | Walbaum, Herman Johannes (vollständiger Name) |
| KURZBESCHREIBUNG | deutschkanadischer lutherischer Geistlicher |
| GEBURTSDATUM | 20. Januar 1861 |
| GEBURTSORT | Holdorf, Königreich Hannover |
| STERBEDATUM | 25. April 1925 |
| STERBEORT | Edmonton, Alberta |
- Geistlicher der Vereinigten Lutherischen Kirche in Amerika
- Präses der Manitoba-Synode
- Geistlicher der Kanada-Synode
- Geistlicher des Ministeriums von New York
- Lutherischer Geistlicher (20. Jahrhundert)
- Lutherischer Geistlicher (19. Jahrhundert)
- Deutscher Emigrant in Kanada
- Kanadier
- Deutscher
- Preuße
- Geboren 1861
- Gestorben 1925
- Mann