Jupp Hussels

Joseph „Jupp“ Hussels (* 30. Januar 1901 in Düsseldorf; † 10. April 1986 in Großenhain) war ein deutscher Schauspieler, Hörfunksprecher und Unterhalter.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nach dem Abitur begann er ein Studium an der Kunstakademie Düsseldorf. In seiner Heimatstadt gehörte er zum Künstlerverein Malkasten. Mit dessen Mitgliedern führte er sein Bühnenstück Die wüste Sahara auf, wodurch der Rundfunk auf ihn aufmerksam wurde. Durch den Sender Köln-Raderthal wurde er rasch populär. Er war der Typ des eleganten, sympathischen, auch schneidigen Zeitgenossen. Als Rundfunk-Unterhalter stand er in der Nachfolge von Ludwig Manfred Lommel und war ein Vorgänger von Heinz Erhardt.
1933 gab er an der Seite von Paul Henckels in Das lustige Kleeblatt[1] sein Filmdebüt. Immer wieder verkörperte er in Nebenrollen unbekümmerte junge Männer. Ab 1934 wurde er durch seine Morgensendung Guten Morgen, lieber Hörer[2] ein beliebter Hörfunk-Plauderer. In einer Wochenschauserie der NS-Zeit Tran und Helle gab Hussels den linientreu aufgeklärten Volksgenossen Helle, Ludwig Schmitz das Gegenbild des unangepasst dummschlauen Eigenbrötlers Tran. Im Dezember 1944 trat er zur Aufmunterung des Wachpersonals des Konzentrationslagers in Auschwitz auf.[3]

In den 1960er und 1970er Jahren sah man ihn neben Willy Millowitsch, Lucy Millowitsch, Elsa Scholten und Lotti Krekel häufig in Fernsehaufzeichnungen aus dem Kölner Millowitsch-Theater. Von 1964 bis 1968 gehörte er zudem neben Paul Henckels, Arno Paulsen, Frank Barufski und Kurt Großkurth dem Stammtisch der Fernsehshow Die fröhliche Weinrunde[4] mit Margit Schramm und Willy Schneider an.
Seine Grabstätte befindet sich auf dem Friedhof Ohlsdorf südlich der Einfahrt Bramfeld im Planquadrat BP 74.
Filmografie (Auswahl)
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1933: Das lustige Kleeblatt[1]
- 1935: Einer zuviel an Bord
- 1936: Der Raub der Sabinerinnen
- 1936: Drei tolle Tage[5]
- 1937: Die verschwundene Frau
- 1938: Es leuchten die Sterne
- 1938: Die fromme Lüge
- 1938: Großalarm[6]
- 1939: Rheinische Brautfahrt[7]
- 1940: Der dunkle Punkt
- 1940: Weltrekord im Seitensprung[8]
- 1944: Ein schöner Tag
- 1950 Die fidele Tankstelle
- 1951: 3 “Kavaliere”
- 1951: Heimat, Deine Sterne
- 1952: Der eingebildete Kranke
- 1952: Einmal am Rhein
- 1954: Fräulein vom Amt
- 1954: Sonne über der Adria
- 1955: Vatertag
- 1955: Unternehmen Schlafsack
- 1955: Das Forsthaus in Tirol
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Rainer Dick, Jörg Schöning: Jupp Hussels – Schauspieler. In: CineGraph – Lexikon zum deutschsprachigen Film. Lieferung 32, edition text + kritik, München 1999, ISBN 3-88377-253-4, doi:10.1515/infodaf-1987-145-616.
- Volker Kühn (Hrsg.): Deutschlands Erwachen. Kabarett unterm Hakenkreuz. 1933–1945. Band 3. Quadriga, Weinheim 1989, ISBN 3-88679-163-7, S. 376 (Kurzbiografie).
- Hussels, Jupp. In: Ernst Klee: Das Kulturlexikon zum Dritten Reich. Wer war was vor und nach 1945. S. Fischer, Frankfurt am Main 2007, ISBN 978-3-10-039326-5, S. 274.
- Josef Keith: Jupp Hussels privat. In: Die Zeit, Amtliche Tageszeitung der NSDAP. Gau Sudetenland, 26. Juli 1939, S. 10, Sp. 1–4 unten (online bei ANNO).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Jupp Hussels bei IMDb
- Jupp Hussels bei filmportal.de
- Jupp Hussels In: Virtual History (englisch)
- Hannes Schwenger: Operettung naht. Klaus Völker schreibt die Geschichte des Berliner Kabaretts der Komiker. In: Tagesspiegel. 26. Dezember 2010: „Der Preis [für das Weiterbestehen des KaDeKo unter Goebbels] waren personelle und politische Zugeständnisse wie das Engagement des notorischen Nazi-Humoristen Jupp Hussels […].“
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Wer filmt? Was wird gefilmt? Wo wird gefilmt?. In: Mein Film, Heft 7/1933, S. 2, Sp. 2–3 Mitte (online bei ANNO).
- ↑ Guten Morgen, lieber Hörer! Schallplattenkonzert mit Jupp Hussels. In: Radio Wien, 14. Dezember 1934, S. 36, Sp. 3 unten (online bei ANNO). Montag, 17. Dezember 1934 6.35 Uhr Deutschlandsender 1571 m.
- ↑ Nikolaus Wachsmann: KL. die Geschichte der nationalsozialistischen Konzentrationslager (= Bundeszentrale für politische Bildung [Hrsg.]: Schriftenreihe. Band 1708). Sonderausgabe der Landeszentrale für politische Bildung Mecklenburg-Vorpommern Auflage. Bundeszentrale für politische Bildung, Bonn 2016, ISBN 978-3-8389-0708-6.
- ↑ Michael Reufsteck, Stefan Niggemeier Das Fernsehlexikon. Alles über 7000 Sendungen von Ally McBeal bis zur ZDF Hitparade. Goldmann, München 2005, ISBN 3-442-30124-6, S. 420.
Die fröhliche Weinrunde bei Fernsehserien.de, abgerufen am 18. März 2026. - ↑ Drei tolle Tage | Film 1936 | Moviepilot. Abgerufen am 9. August 2024.
- ↑ Großalarm | Film 1938 | Moviepilot. Abgerufen am 9. August 2024.
- ↑ Rheinische Brautfahrt | Film 1939 | Moviepilot. Abgerufen am 9. August 2024.
- ↑ Weltrekord im Seitensprung | Film 1940 | Moviepilot. Abgerufen am 9. August 2024.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Hussels, Jupp |
| ALTERNATIVNAMEN | Hussels, Joseph |
| KURZBESCHREIBUNG | deutscher Schauspieler, Rundfunksprecher und Entertainer |
| GEBURTSDATUM | 30. Januar 1901 |
| GEBURTSORT | Düsseldorf |
| STERBEDATUM | 10. April 1986 |
| STERBEORT | Großenhain |