Léguillac-de-Cercles
| Léguillac-de-Cercles | ||
|---|---|---|
| Staat | Frankreich | |
| Region | Nouvelle-Aquitaine | |
| Département | Dordogne | |
| Arrondissement | Nontron | |
| Gemeinde | Mareuil en Périgord | |
| Koordinaten | 45° 24′ N, 0° 31′ O | |
| Postleitzahl | 24340 | |
| Ehemaliger INSEE-Code | 24235 | |
| Eingemeindung | 1. Januar 2017 | |
| Status | Commune déléguée | |
Ortskern von Léguillac-de-Cercles mit romanischer Wehrkirche | ||
Léguillac-de-Cercles (Aussprache [leɡɥiˈjak də sɛʁkl], okzitanisch Lagulhac de Cercle) ist ein Dorf mit 262 Einwohnern (Stand: 1. Januar 2023) in der französischen Gemeinde Mareuil en Périgord im Département Dordogne in der Region Nouvelle-Aquitaine. Als bis 2016 selbstständige Gemeinde gehörte Léguillac-de-Cercles zum Arrondissement Nontron. Das Ortsgebiet ist Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin. Die Einwohner werden Léguillacois und Léguillacoises genannt.
Der Erlass der Präfektin vom 26. September 2016 legte mit Wirkung zum 1. Januar 2017 die Eingliederung von Léguillac-de-Cercles als Commune déléguée zusammen mit den früheren Gemeinden Beaussac, Champeaux-et-la-Chapelle-Pommier, Les Graulges, Mareuil, Monsec, Puyrenier, Saint-Sulpice-de-Mareuil und Vieux-Mareuil zur Commune nouvelle Mareuil en Périgord fest.[1]
Geografie
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Léguillac-de-Cercles liegt etwa 40 Kilometer südöstlich von Angoulême, etwa 19 Kilometer südwestlich von Nontron und etwa 28 Kilometer nordwestlich von Périgueux im Nordwesten des Départements in der Landschaft des Ribéracois, Teil des touristisch benannten Périgord vert.
Léguillac-de-Cercles wird von folgenden sechs Nachbargemeinden und zwei Communes déléguées von Mareuil en Périgord umgeben:
| Vieux-Mareuil (Mareuil en Périgord) | Monsec (Mareuil en Périgord) | Saint-Félix-de-Bourdeilles |
| La Chapelle-Montabourlet | La Gonterie-Boulouneix | |
| Cercles | Saint-Just | Paussac-et-Saint-Vivien |
Léguillac-de-Cercles ist die südlichste Commune déléguée von Mareuil en Périgord.
Sie besteht neben dem Ortskern aus folgenden Lieu-dits, Weilern, Gehöften und Mühlen:
Baroden, Chez Denis, Chez Jaille, Chez l'Abbé, Chez Denis, Chez Parot, Chez Pichote, Chez Pouyade, Combe-Jolive, Forêt de Saint-James, Fort Chaussin, Franchères, Jovelle, La Bidalie, La Cavaille, La Chambaudie, La Conturie, La Croze, La Forêt, La Gauterie, Laubanélie, Le Banchereau, Le Barbaris, Le Bost, Le Breuil, Le Brouillac, Le Grand Bois, Le Grand Moulin, Le Grand Mur, Le Moulin, Le Moulin de Banchereau, Le Paillassou, Le Palatis, Le Petit Clos, Les Combeaux, Les Genièvres, Les Grandes Terres, Les Majelets, Les Piles, Les Potences, Les Quatre routes, Les Réteries, Les Sudries, Les Tremblades, Loubazac, Maison-Neuve, Maison Neuve de Puyremale, Montaubert, Puygombert, Puyrebuli, Puyremale, Richeni, Rochefolet, Saint-James und Servat.
Der topografisch tiefstgelegene Punkt mit 115 m liegt im Süden beim Weiler Loubazac am Fluss Sandonie, der hier das Ortsgebiet verlässt. Höchstgelegene Punkte mit 211 m befinden sich beim Weiler Puyremale im Westen und beim Lieu-dit la Gauterie im Nordosten. Das Ortszentrum nimmt eine Höhe von etwa 187 m ein.
Hydrografie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Ortsgebiet wird in etwa mittig von der Sandonie, einem linken Nebenfluss der Euche, nach Süden zur Dronne hin entwässert. Die Sandonie entspringt im Nordwesten beim Lieu-dit Chez l’Abbé auf 170 m. Der Jallieu, ein rechter Seitenarm des Boulous, entspringt nördlich vom Weiler Laubanélie und fließt dann nach Osten ab. Die Ostgrenze beim Weiler Puygombert wird von dem nach Süden ziehenden Boulou markiert. Ein kleines linksseitiges Trockental der Sandonie südlich vom Lieu-dit la Conturie bildete Teil der Südgrenze zur Gemeinde Paussac-et-Saint-Vivien.
Die Sandonie und der Boulou gehören zum Flusssystem Isle-Dronne.
Geologie
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Die Commune déléguée Léguillac-de-Cercles liegt vollständig auf flachliegenden Sedimenten des nördlichen Aquitanischen Beckens. Der Schichtverband gehört zur Gout-Rossignol-Léguillac-Synklinale, dem zweiten Synklinalzug des Beckenrandes.
Älteste aufgeschlossene Formation ist die Angoulême-Formation – Unteres Angoumien – bestehend aus resistenten Rudistenkalken (Formation c3b). Darüber folgt das Obere Angoumien (Formation c3c), ebenfalls reich an Rudisten. Diese beiden Formationen säumen beidseitig das untere Sandonietal, wobei die Angoulême-Formation meist Steilwände bildet. Auf das Obere Angoumien legt sich das Coniacium – sehr harte Fossilkalke, sandige Kalke und Austernkalke (Formation c4). Es steht beispielsweise im Ortskern, im Westen bei Servat, im Osten bei Puygombert und im Norden bei Les Réteries an. Der größte Teil des Gemeindegebietes wird jedoch von Schichten des Santoniums unterlagert – graue, plattige, glaukonithaltige Kalke des Untersantons (Formation c5a), austernschillführende Kalkmergel des Mittelsantons und siltige, glaukonithaltige Kalke sowie Sande und Sandsteine des Obersantons (Formation c5b-c). Als oberstes aufgeschlossenes Schichtglied der Oberkreide nimmt das Santon Höhenlagen ein wie bei La Croze, bei Saint James und um Puyremale.
Die Höhenlagen im Nordosten hingegen werden von pleistozänem Kolluvium verdeckt, zum Großteil Flussschotter (Formation ACF). Darüber liegen alluviale Sedimente eines einstigen, nach Südwesten orientierten Flusssystems aus dem Eozän oder dem Unteren Oligozän (bei Les Potences und nordöstlich von La Gauterie – Formation H-F). Die mitgeführten Gerölle bestehen vorwiegend aus polierten Quarzkieseln, die aus dem bei Nontron im Nordosten anstehenden Grundgebirge herantransportiert wurden. Die Geröllfracht kann auch seltene Exoten wie z. B. Amphibolitkiesel enthalten, welche auf einen sehr weiten Transportweg aus dem Massif Central heraus schließen lassen. Im Tal der Sandonie liegt würmzeitlicher Hangschutt aus Kalkbruchstücken (Formation GP).
Die Angoulême-Formation wurde einst im Sandonietal in mehreren Steinbrüchen als geschätzter Baustein abgebaut; heute ist nur noch ein Steinbruch im Betrieb (bei Rochefolet).
Ökologie
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Naturpark
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gemeindegebiet der Commune déléguée Léguillac-de-Cercles bildet seit 1998 einen integralen Bestandteil des Regionalen Naturparks Périgord-Limousin.
Schutzgebiete
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]In Léguillac-de-Cercles finden sich dreierlei Arten von Schutzgebieten:
Schutzgebiet des Typus 1
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Ö Im Süden bildet das Tal der Sandonie ein Schutzgebiet des Typus 1 (Französisch ZNIEFF – zone naturelle d’interêt écologique, faunistique et floristique). Dieses Gebiet reicht weiter in das Territorium der Gemeinden Paussac-et-Saint-Vivien und Saint-Just hinein.
Besonderen Schutz erfahren hier die beiden Vogelarten Triel (Burhinus oedicnemus) und Steinsperling (Petronia petronia) sowie das Säugetier Kleinfleck-Ginsterkatze (Genetta genetta).
Östlich von Puygombert befindet sich entlang der Talung des Boulous ein weiteres Schutzgebiet des Typus 1. In diesem nur 1 Quadratkilometer großen Gebiet werden unter dem Titel Réseau hydrographique et coteaux du Boulou aval (Entwässerungsnetz und Hanglagen am talabwärtigen Boulou) 31 ausschlaggebende Arten geschützt, darunter:
- die zehn Insektenarten Helm-Azurjungfer (Coenagrion mercuriale), Südlicher Kurzgeschwänzter Bläuling (Cupido alcetas), Quendel-Ameisenbläuling (Phengaris arion), Zweigestreifte Quelljungfer (Cordulegaster boltonii), Großer Feuerfalter (Lycaena dispar), Skabiosen-Scheckenfalter (Euphydryas aurinia), Gemeine Keiljungfer (Gomphus vulgatissimus), Fleckenbindiger Halsbock (Pachytodes erraticus), Große Zangenlibelle (Onychogomphus uncatus) und Kleiner Schillerfalter (Apatura ilia)
- sieben Säugetierarten (davon vier Fledermausarten), hierunter Kleinfleck-Ginsterkatze (Genetta genetta), Fischotter (Lutra lutra) und Europäischer Nerz (Mustela lutreola) sowie die Fledermäuse Große Hufeisennase (Rhinolophus ferrumequinum), Großer Abendsegler (Nyctalus noctula), Kleine Hufeisennase (Rhinolophus hipposideros) und Bechsteinfledermaus (Myotis bechsteinii)
- die sieben Vogelarten Wasseramsel (Cinclus cinclus), Wanderfalke (Falco peregrinus), Waldohreule (Asio otus), Steinsperling (Petronia petronia), Mittelspecht (Leiopicus medius), Schwarzspecht (Dryocopus martius) und Hohltaube (Columba oenas)
- die sechs Amphibien Gemeine Geburtshelferkröte (Alytes obstetricans), Grasfrosch (Rana temporaria), Westlicher Schlammtaucher (Pelodytes punctatus), Europäischer Laubfrosch (Hyla arborea), Gelbbauchunke (Bombina variegata) und Marmormolch (Triturus marmoratus). Diese Taxa finden sich auch im Schutzgebiet Réseau hydrographique et coteaux du Boulou amont.
- die Schildkrötenart Europäische Sumpfschildkröte (Emys orbicularis).
Charakteristisch sind außerdem die beiden seltenen Pflanzenarten Herbstzeitlose (Colchicum autumnale) und Schachblume (Fritillaria meleagris).
Daneben werden aber noch zahlreiche weitere Tier- und Pflanzenarten rezensiert, darunter fünf Amphibien, fünf Reptilien, 69 Vogelarten, 307 Insektenarten und 40 Pflanzenarten.
Schutzgebiet des Typus 2
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Letzteres Schutzgebiet des Typus 1, wie auch das Schutzgebiet des Typus 1 Réseau hydrographique et coteaux du Boulou amont (Entwässerungsnetz und Hanglagen am talaufwärtigen Boulou), bilden Teil eines wesentlich weitläufigeren Schutzgebiets des Typus 2. Dieses Schutzgebiet des Typus 2 umfasst unter dem Titel Vallée et coteaux du Boulou fast den gesamten Flusslauf des Boulous – von seiner Quelle bis 200 Meter vor seiner Mündung in die Dronne. Wegen seiner außerordentlichen Vielfalt an insbesondere Schmetterlingen und Libellen, die in allen drei Schutzgebieten angetroffen werden, stellt das Bouloutal einen Naturraum von großem nationalen Interesse dar.
Natura 2000
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Im Inneren des ersten Schutzgebietes des Typus 1 fällt ein Teilabschnitt unter Natura 2000. Unter dem Titel Le vallon de la Sandonie werden gemäß der Richtlinie 92/43/EWG 6 Fledermausarten unter Anhang-II geschützt, welche hier in den Kalkhöhlen überwintern und sich vermehren.
Etymologie und Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name des Dorfes ist erst im 13. Jahrhundert in der Schreibweise Laguilhacum belegt, ein Jahrhundert später als andere, latinisierte Formen, Lagulhacum und L’Agulhacum (1382). Das 18. Jahrhundert zauderte zwischen L’Aiguillat (1714) und Le Guillac (1760), wobei die zweite Form noch von de Sercles ergänzt wurde. Légillac kommt von einem gallorömischen Personennamen, dem das Suffix -acum als Eignertitel angehängt wurde. Es kann sich um °Aculius, abgeleitet von Aculeo handeln, einem Spitznamen (deutsch Stachel) im antiken Rom, oder aber um Luculleus, abgeleitet von Lucullus. Im letzteren Fall ist es wahrscheinlich, dass der Name sehr früh vom okzitanischen l’agulha (deutsch Nadel) beeinflusst wurde. Die geografische Nähe zum Nachbarort Cercles erklärt den zweiten Namensteil des Ortsnamens. Cercles hat seinen Ursprung im okzitanischen cercle, das aus dem lateinischen circulus (deutsch Kreis, Objekt in Kreisform) hervorging.[2]
Einige gallische und gallorömische Überreste zeugen von der Siedlung Léguillac, die an wichtigen Handelsrouten wie der Diagonalen von Aquitanien lag, welche von Bourges nach Bordeaux und später von Limoges nach Bordeaux führte. Die Gründung eines Priorats in Cercles, das der Abtei Saint-Cybard in Angoulême unterstand, gefolgt vom Bau der befestigten Anlage La Tour Blanche (belegt durch Pergamente aus den Jahren 1150 und 1249) und dem anschließenden Kirchenbau, prägte das mittelalterliche Dorf. Auch eine Kommende des Johanniterordens befand sich im Weiler Servat.
Mit der Etablierung des Feudalsystems regierte die Familie de la Tour bis 1359, gefolgt von der Familie Bourdeille bis 1588, der Familie Fayard bis 1742 und schließlich Henri-Léonard Bertin, Minister Ludwigs XV., bis zur Französischen Revolution.[3]
Bevölkerungsentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Bevölkerungsentwicklung in Léguillac-de-Cercles | ||||
|---|---|---|---|---|
| Jahr | Einwohner |
![]()
| ||
| 1962 | 431 | |||
| 1968 | 396 | |||
| 1975 | 356 | |||
| 1982 | 319 | |||
| 1990 | 286 | |||
| 1999 | 274 | |||
| 2006 | 291 | |||
| 2008 | 290 | |||
| 2011 | 306 | |||
| 2016 | 292 | |||
| 2019 | 279 | |||
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bürgermeister in Léguillac-de-Cercles war von 1995 bis Dezember 2016 der parteilose Maurer Jean-Robert Ravon. Seit Januar 2017 ist er delegierter Bürgermeister und wurde im Mai 2020 wiedergewählt.
Sehenswürdigkeiten
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Die romanische Kirche Saint-Maurice, vorwiegend im Périgord-Stil im 12. Jahrhundert erbaut, wurde im 15. Jahrhundert befestigt, wie die Überreste der Kragsteine belegen, die einst den Wehrgang stützten. Ihr Grundriss umfasst ein Langhaus, einen Chor unter dem Glockenturm und ein Altarraum. Das Langhaus wird von zwei Kuppeln auf Pendentifs mit einem geschwungenen Schlussstein überspannt. Die Pendentifs entspringen dem Bogenrand. Der erste Teil des Altarraums ist mit einem Spitztonnengewölbe versehen. Später wurde eine halbrunde Apsis mit Gewölbedecke angebaut. Der Glockenturm ist vom Typus mit übereinanderliegenden Blendarkaden. Die Kirche ist seit 2013 als Monument historique eingeschrieben.[5]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Chantal Tanet, Tristan Hordé: Dictionnaire des noms de lieux du Périgord. Éditions Fanlac, Périgueux 2000, ISBN 2-86577-215-2 (französisch).
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Recueil des actes administratifs N°24-2016-026. (PDF) Département Dordogne, 30. September 2016, S. 124–128, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Siehe Tanet, Hordé, Seiten 197–198
- ↑ André Vigne: Léguillac, des origines à la guerre de 14-18. Club histoire mémoire patrimoine, 6. November 2021, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Notice Communale Léguillac-de-Cercles. EHESS, abgerufen am 19. Mai 2026 (französisch).
- ↑ Eglise Saint-Maurice in der Base Mérimée des französischen Kulturministeriums (französisch)

