Michael Vickery


Michael Vickery (* 1. April 1931 in Billings, Montana; † 29. Juni 2017 in Battambang, Kambodscha) war ein kontroverser amerikanischer Historiker. Bekannt wurde er durch seine Aussagen zu den Roten Khmer und über seine Aussagen zur Ramkhamhaeng-Stele.[1][2]
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Michael Vickery studierte Geschichte und russische Sprache an der Universität von Washington und schloss das Studium 1952 ab. 1977 erhielt er den Doktortitel von der Yale Universität mit seiner Arbeit „Cambodia After Angkor: The Chronicular Evidence for the Fourteenth to Sixteenth Centuries“. 1953–1955 hielt er sich in Finnland auf. Von 1956 bis 1958 war er bei der US-Armee in Deutschland stationiert. Von 1958 bis 1960 diente er als Englischlehrer in Istanbul. Ab 1960 war er in Kambodscha als Englischlehrer in Kampong Thom und Siem Reap beschäftigt. Nachdem die diplomatischen Beziehungen zwischen den USA und dem Land 1964 abgebrochen wurden, musste er diese Stellung aufgeben, da seine Arbeit von der USAID finanziert worden war. Er wechselte zu einer ähnlichen Position in Vientiane. Ab 1967 verbrachte er mehrere Jahre an der Universität in Yale. 1970 kehrte er nach Kambodscha zurück, um für seine Doktorarbeit zu recherchieren. 1972 musste er das Land kriegsbedingt wieder verlassen. Von 1973 bis 1979 und von 1988 bis 1998 arbeitete er an der Universität von Malaysia, von 1979 bis 1988 an der Universität von Australien und von 1998 bis 2002 an der Universität von Phnom Penh. Das Lager Khao I Dang des International Rescue Committee in Thailand besuchte er vom April 1980 bis zum September 1980. Er führte Interviews mit Lagerinsassen über die Zeit der Roten Khmer im Auftrag der Universität von Australien.[3]
Kontroverse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Michael Vickery arbeitete im Verteidigungsteam von Ieng Sary.[4] Er bezweifelte die Verbrechen der Führung der Roten Khmer und behauptete bei vielen Aussagen, es würde sich um Kalter-Krieg-Propaganda handeln. Es hätte nie einen Plan gegeben, Millionen von Menschen zu ermorden. Er bezeichnete die Herrschaft der Roten Khmer als ein sozialistisches Experiment, das schlicht schiefgelaufen war. Die Massenmorde wären von niederen Kadern der Roten Khmer verübt worden, ohne Zustimmung durch die zentrale Führung. Michael Vickery argumentierte, dass die Aussagen der Flüchtlinge in thailändischen Lagern wenig aussagekräftig waren.[5][6]
Michael Vickery beschäftigte sich intensiv mit der Sukhothaizeit und besonders mit Ramkhamhaeng. Er kam zu dem Schluss, dass es sich bei der Ramkhamhaeng-Stele um eine Fälschung handelte.[7][8][9][10][11]
Veröffentlichungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Cambodia After Angkor: The Chronicular Evidence for the Fourteenth to Sixteenth Centuries, Yale Universität
- Cambodia, 1975–1982, South End Press, Boston, 1984, ISBN 978-0896081895
- Society, Economics, and Politics in Pre-Angkor Cambodia: The 7th–8th Centuries, The Centre for East Asian Cultural Studies for Unesco, 1988, ISBN 978-4896561104
- Kampuchea: Politics, Economics and Society, Frances Pinter, 1986, ISBN 978-0861874231
- Cambodia: A Political Survey, Funan Press, Phnom Penh, 2007, ISBN 978-99950-57-09-1
- The Ram Khamhaeng Inscription: A Piltdown Skull of Southeast Asian History?
- Piltdown 3: Further Discussion of the Rām Khamhaeng Inscription
- The Ram Khamhaeng Controversy: Collected Papers, R. Chamberlain, 1991, ISBN 978-9748298283 Die Siam Society veröffentlichte die Thesen von Michael Vickery in diesem Buch.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Angkor Database Michael Vickery
- ↑ Bangkok Post: Respected Southeast Asian history scholar, Michael Vickery, dies
- ↑ Cambodia 1975–1982, South End Press, Boston, 1984, ISBN 978-0896081895, Seite X
- ↑ The Ted K Archive: Historian joins Ieng Sary defense team
- ↑ Michael G. Karnavas Distrusting the Standard Total View: A Tribute to Michael Vickery
- ↑ Rebecca Gidley,Judicializing History: Mass Crimes Trials and the Historian as Expert Witness in West Germany, Cambodia, and Bangladesh, Australian National Universit, Seite 59
- ↑ Michael Vickery: Piltdown 3, Further Discussion of The Ram Khamhaeng Inscription. In: The Journal of the Siam Society, 1995, Volume 83, Parts 1&2. The Siam Society, Bangkok, ISSN 0857-7099, https://thesiamsociety.org/wp-content/uploads/1995/03/JSS_083_0j_Vickery_Piltdown3RamKhamhaengInscription.pdf] (PDF; 2,2 MB); abgerufen am 6. Mai 2026.
- ↑ The Ram Khamhaeng Controversy: Collected Papers, R. Chamberlain, 1991, ISBN 978-9748298283
- ↑ The Ram Khamhaeng Inscription: A Piltdown Skull of Southeast Asian History?
- ↑ Barend Jan Terwiel: The Ram Khamhaeng Inscription. The fake that did not come true. Ostasien-Verlag, Gossenberg 2010 (Reihe Gelbe Erde, 5).
- ↑ Open Edition: Journal Michael Vickery (1931-2017), un chercheur iconoclaste mais incontournable sur le Cambodge et la Thaïlande
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Vickery, Michael |
| KURZBESCHREIBUNG | amerikanischer Historiker |
| GEBURTSDATUM | 1. April 1931 |
| STERBEDATUM | 29. Juni 2017 |