Pfeilkraut
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Gewöhnliches Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia) | ||||||||||||
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Die Pflanzengattung Pfeilkraut (Sagittaria) gehört zur Familie der Froschlöffelgewächse (Alismataceae). Die etwa 40 Arten stammen aus gemäßigten bis tropischen Gebieten. Viele der Sagittaria-Arten aus tropischen Regionen werden, wie etwa das Flutende Pfeilkraut, für die Bepflanzung von Aquarien verwendet (Aquaristik). Das in Mitteleuropa heimische Gewöhnliche Pfeilkraut findet vor allem in der Uferbepflanzung von Gartenteichen Verwendung.
Beschreibung und Ökologie
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Vegetative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pfeilkraut-Arten wachsen als meist ausdauernde krautige Pflanzen. Diese Sumpf- und Wasserpflanzen können völlig oder teilweise untergetaucht leben. Einige Arten bilden Knollenrhizome aus. Sie bilden Ausläufer und können regelrechte Unterwasserweiden bilden.
Die sich über die Wasseroberfläche erhebenden Luftblätter sind meist bei einer Länge von 25 bis 30 Zentimetern linealisch bis oval. Bei manchen Arten wie dem Gewöhnlichen Pfeilkraut sind sie aber auch wie Pfeilspitzen geformt, daher der Name der Gattung Pfeilkraut. Die Wasserblätter der meisten Arten sind dagegen bandförmig.
Generative Merkmale
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Pfeilkraut-Arten sind einhäusig (monözisch) oder zweihäusig (diözisch) getrenntgeschlechtig. Die Blütenstände sind meist über Wasser. Die Blüten sitzen bei den meisten Arten an traubigen oder verzweigten Blütenständen oberhalb der Blätter. Meist sind Tragblätter vorhanden.
Die Blüten sind dreizählig mit doppelter Blütenhülle. Die Blütenhüllblätter sind überwiegend weiß. Die Blüten sind oft funktionell eingeschlechtig. Bei weiblichen Blüten mit vielen oberständigen, meist freien Stempeln können Staminodien vorhanden sein, bei männlichen mit einigen bis vielen Staubblättern Pistillode. Manchmal sind die Blüten zwittrig. Oft sind Nektarien vorhanden.
Es werden Sammelfrüchte mit kleinen, abgeflachten, oft geflügelten und geschnäbelten, meist drüsige, einsamige Nüsschen (Achänen) gebildet.
Systematik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Gattung Sagittaria wurde 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus II, Seite 993 und 1754 in Genera plantarum ..., 5. Auflage, Seite 429 aufgestellt.[1]
Es gibt in der Gattung Pfeilkraut (Sagittaria) etwa 40 Arten:[2]
- Sagittaria aginashii Makino: Sie kommt in Russlands Fernem Osten, Korea und Japan vor.[2]
- Sagittaria ambigua J.G.Sm.: Sie gedeiht in Höhenlagen von 100 bis 1000 Metern nur in den zentralen US-Bundesstaaten Indiana, Illinois, Kansas, Missouri sowie Oklahoma.[1]
- Sagittaria australis (J.G.Sm.) Small: Sie ist in den östlichen Vereinigten Staaten verbreitet.[2]
- Sagittaria brevirostra Mack. & Bush: Sie ist von Saskatchewan bis in die zentralen und östlichen Vereinigten Staaten verbreitet.[2]
- Sagittaria chapmanii (J.G.Sm.) C.Mohr: Sie ist von Texas bis in die südöstlichen USA verbreitet.[2]
- Sagittaria cristata Engelm.: Sie ist in Ontario und in den USA verbreitet.[2]
- Sagittaria cuneata E.Sheld.: Sie ist in Alaska, Kanada und in den USA weitverbreitet.[2]
- Sagittaria demersa J.G.Sm.: Sie kommt nur im nordöstlichen Mexiko und in New Mexico vor.[2]
- Engelmanns Pfeilkraut[3] (Sagittaria engelmanniana J.G.Sm.): Sie ist im südöstlichen Kanada und in den USA weitverbreitet.[2]
- Sagittaria fasciculata E.O.Beal: Sie gedeiht in Höhenlagen von 250 bis 1000 Metern nur in den östlichen US-Bundesstaaten North Carolina sowie South Carolina.[1]
- Sagittaria filiformis J.G.Sm.: Sie ist in den östlichen USA verbreitet.[2]
- Grasblättriges Pfeilkraut[3] (Sagittaria graminea Michx.): Sie vom östlichen Kanada bis zu den USA verbreitet und kommt Kuba vor.[2]
- Sagittaria guayanensis Kunth: Sie gedeiht in zwei Unterarten in den Tropen und Subtropen.[2]
- Sagittaria intermedia Micheli: Sie kommt auf Karibischen Inseln, im südöstlichen Mexiko und im nördlichen Kolumbien vor.[2]
- Sagittaria isoetiformis J.G.Sm.: Sie kommt in den südöstlichen USA und im westlichen Kuba vor.[2]
- Sagittaria kurziana Glück: Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 100 Metern nur im nordwestlichen Florida.[1][4]
- Lanzettblättriges Pfeilkraut (Sagittaria lancifolia L.): Es ist in der Neotropis verbreitet mit dem nördlichsten Vorkommen in den südöstlichen USA.[2]
- Breitblättriges Pfeilkraut (Sagittaria latifolia Willd.): Es ist vom südlichen Kanada über die USA (Kalifornien) bis Ecuador verbreitet und kommt in Kuba vor.[2] In Europa ist die Pflanze ein Neophyt.[2]
- Sagittaria lichuanensis J.K.Chen, X.Z.Sun & H.Q.Wang: Sie ist in Höhenlagen von etwa 1700 Metern in den südlichen chinesischen Provinzen Fujian, Guangdong, Guizhou, Hubei (Lichuan), Jiangsu, Jiangxi sowie Zhejiang verbreitet.[5]
- Sagittaria longiloba Engelm. ex J.G.Sm.: Sie ist von den USA über Mexiko bis Nicaragua und in Venezuela verbreitet.[2]
- Sagittaria macrocarpa J.G.Sm.: Sie kommt nur in den östlichen US-Bundesstaaten North Carolina sowie South Carolina vor.[2]
- Sagittaria macrophylla Zucc.: Sie kommt im westlichen bis zentralen Mexiko vor.[2]
- Montevideo-Pfeilkraut oder Argentinisches Pfeilkraut (Sagittaria montevidensis Cham. & Schltdl.): Sie ist in drei Unterarten in der Neuen Welt weitverbreitet.[2]
- Sagittaria natans Pall.: Sie ist von Nordeuropa bis Japan und Korea weitverbreitet.[2]
- Sagittaria papillosa Buchenau: Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 300 Metern in den südlichen US-Bundesstaaten Arkansas, Louisiana, südöstliches Oklahoma bis östliches Texas.[4][1]
- Sagittaria planitiana G.Agostini: Sie ist von Venezuela bis Brasilien verbreitet.[2]
- Sagittaria platyphylla (Engelm.) J.G.Sm. (Breitblättriges Pfeilkraut): Es ist von den USA bis Zentralamerika verbreitet.[2]
- Sagittaria potamogetifolia Merr.: Sie ist in chinesischen Provinzen Anhui, Fujian, Guangdong, Guangxi, Hainan, Hubei, Hunan, Jiangxi, Yunnan, Zhejiang weitverbreitet.[5]
- Sagittaria pygmaea Miq. (Syn.: Sagittaria altigena Hand.-Mazz.): Sie ist von Bhutan bis Ostasien verbreitet.[2]
- Sagittaria rhombifolia Cham.: Sie ist von Costa Rica bis ins nördliche Argentinien weitverbreitet.[2]
- Sagittaria rigida Pursh: Sie ist vom südlichen Kanada und in die USA verbreitet.[2]
- Gewöhnliches Pfeilkraut (Sagittaria sagittifolia L.): Es ist von Europa bis zum Kaukasusraum und Sibirien verbreitet.[2]
- Sagittaria sanfordii Greene: Sie gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 300 Metern nur in Kalifornien.[1]
- Sagittaria secundifolia Kral: Dieser Endemit gedeiht in Höhenlagen von 300 bis 400 Metern nur im Little River in Alabama.[1]
- Sagittaria sprucei Micheli: Sie kommt von Kolumbien und Venezuela bis Peru vor.[2]
- Flutendes Pfeilkraut oder Kleines Pfeilkraut (Sagittaria subulata (L.) Buchenau): Es kommt in den östlichen USA[1] und von Kolumbien bis Venezuela vor.[2]
- Sagittaria tengtsungensis H.Li: Sie ist in Bhutan, Nepal, Tibet und Yunnan verbreitet.[5]
- Zartes Pfeilkraut[3] (Sagittaria teres S.Watson): Es gedeiht in Höhenlagen von 0 bis 100 Metern nur in den nordöstlichen US-Bundesstaaten Massachusetts, New Jersey, Rhode Island sowie südöstliches New York.[1][4]
- Sagittaria trifolia L.: Sie ist mit mehreren Unterarten vom europäischen Teil Russlands bis Japan und Malesien weitverbreitet.[2]
Trivia
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Wappen der Gemeinde Odisheim zeigt drei Pfeilkrautblätter.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 Robert R. Haynes, C. Barre Hellquist: Alismataceae. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 22: Magnoliophyta: Alismatidae, Arecidae, Commelinidae (in part), and Zingiberidae, Oxford University Press, New York und Oxford, 2000, ISBN 0-19-513729-9. Sagittaria Linnaeus. - textgleich online wie gedrucktes Werk.
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 15 16 17 18 19 20 21 22 23 24 25 26 27 28 29 30 31 Sagittaria. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew Science, abgerufen am 29. September 2026.
- 1 2 3 Walter Erhardt, Erich Götz, Nils Bödeker, Siegmund Seybold: Der große Zander. Enzyklopädie der Pflanzennamen. Band 2: Arten und Sorten. Eugen Ulmer, Stuttgart (Hohenheim) 2008, ISBN 978-3-8001-5406-7.
- 1 2 3 Sagittaria im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am 29. September 2026.
- 1 2 3 Wang Qingfeng, Robert R. Haynes, C. Barre Hellquist: Alismataceae. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven, Deyuan Hong (Hrsg.): Flora of China, Volume 23: Acoraceae through Cyperaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis, 2010, ISBN 978-1-930723-99-3. Sagittaria, S. 84 - textgleich online wie gedrucktes Werk
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bernd Greger: Pflanzen im Süßwasseraquarium. Birgit Schmettkamp Verlag, Bornheim 1998, ISBN 3-928819-16-X
- Christel Kasselmann: Aquarienpflanzen. Ulmer Verlag, Stuttgart, 2. Aufl. 1999, ISBN 3-8001-7454-5, S. 410–413.