Rosa Morena

Rosa Morena (* 11. Juli 1941 in Badajoz als Manuela Otilia Pulgarín González; † 4. Dezember 2019 ebenda[1]) war eine spanische Sängerin des Genres Copla andaluza sowie eine Flamenco-Pop-Sängerin und Schauspielerin. Ihren Höhepunkt der Popularität erreichte sie während der spanischen Ära des Destape, der Zeit der kulturellen Liberalisierung nach dem Tod des Diktators Francisco Franco.
Leben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Otilia Pulgarín wurde als Tochter eines Bergmannes geboren. Sie wuchs in ärmlichen Verhältnissen in einer großen Familie auf und hatte acht Geschwister. Im Alter von fünf Jahren begann sie zu singen, indem sie Lieder von Antonio Molina imitierte.[2] Mit sechs Jahren trat sie zum ersten Mal in der Öffentlichkeit auf. Sie wurde als fröhlicher Kinderstar[2] durch Sendungen im Radio Extremadura bekannt, in denen sie unter dem Namen „Oti“ Flamenco sang.[1] Als achtjährige trat sie in der Bühnenshow Los Nardos Extremeños auf und mit zwölf Jahren gab an der Seite ihres Gesangslehrers, des Komponisten Rafael Millán, ihr Debüt in Madrid.[3][2] Durch ihren ersten Manager und den Sender Radio Madrid erhielt sie den Künstlernamen „Rosa Morena“[1] (rosa bedeutet auf Spanisch Rose, moreno bedeutet braun).

Als 16-Jährige ging sie für drei Jahre auf eine Tournee, zuerst durch Lateinamerika, dann nach Frankreich, Belgien, Japan und Großbritannien. Sie stand im Flamencokleid auf der Bühne und sang Copla. In den USA gab sie 1963 ihr Debüt im Liborio, einem Latin-Kabarett in New York. Dort trat sie gemeinsam mit Größen wie Candido, Celia Cruz und Olga Guillot auf und war in der Ed Sullivan Show zu sehen. Sie stand in der Radio City Music Hall[4] gemeinsam mit Frank Sinatra, Judy Garland und Dean Martin auf der Bühne und trat bei Galas an der Seite von Ella Fitzgerald auf. Die Verbindung zum „Rat Pack“ führte 1964 zu einem Gastauftritt im Film Robin and the 7 Hoods.[5] Von der Vereinigung amerikanischer und hispanischer Kritiker in New York wurde sie als „Beste ausländische Künstlerin des Jahres“ ausgezeichnet.[1][6]
Wieder in Spanien, spielte sie 1965 eine Hauptrolle in Flor Salvaje unter der Regie des Drehbuchautors und Regisseurs Javier Seto, sowie 1966 in El Secreto de las Esmeraldas unter der Regie von Sebastian Almeida.[2]

Nach einem Imagewechsel wurde sie eine Pionierin des Flamenco-Pop der siebziger Jahre. Die Copla andaluza wurde Ende der sechziger Jahre von Rumba-Künstlern geprägt. Morena modernisierte und bereicherte den Flamenco nicht nur um E-Gitarren, sondern verlieh dem Genre auch eine sexuelle Note. Das war in den späten 1960er Jahren in Spanien noch ein Tabubruch.[4] Die „rosige brünette“ trat dabei zuerst mit braunen, dann mit roten und nach Jahren[4] mit platinblonden Haaren auf. Sie war bekannt für ihre Art, sich singend unter das Publikum zu mischen.[2] 1974 löste ihr Sexappeal beim filmisch festgehaltenen Auftritt auf dem Fallschirmjäger-Stützpunkt in Alcalá de Henares heftige Kontroversen aus.[5] Ihre Pop-Version der Single „Echale guindas al pavo“ wurde in den siebziger Jahren zu einem bekannten spanischen Lied.[2] Morena war häufiger Gast in Musiksendungen des Senders Radiotelevisión Española, wie in A su aire und Luces en la noche, in Letzterer sogar als Mittelpunkt einer ganzen Folge.[7] Rosa Morena trug figurbetonte Kleider mit tiefen Ausschnitten und zeigte sich im Jahr 1980 nackt auf dem Titelblatt der Zeitschrift Interviú. Sie posierte ebenso nackt in den Zeitschriften Papillón und Clima. Gewagt waren auch ihre Interviews. Als erste Künstlerin wurde sie zu einer Feier der Schwulenszene eingeladen und 1977 zur „Königin der Schwulen“ gekürt.[1][4]
Morena machte u. a. Werbung für die Fluggesellschaft Iberia. Die Kette Burger King engagierte sie für die Eröffnungsfeier der ersten europäischen Filiale in Madrid. Adolfo Suárez gewann sie für eine Wahlkampfveranstaltung, zu der sie mit einem Leichtflugzeug reiste.[1]
Nach einer Brustkrebserkrankung 1987 mit dem Verlust eines Lungenflügels und jahrelanger Rekonvaleszenz verlor sie ihren Stimmumfang und ihre Karriere erreichte nicht mehr das frühere Niveau.[1][8]
Ab 1965 bis in das Jahr 2012 veröffentlichte sie zahlreiche Singles, EPs und Alben.[9][10] Ihrer Heimatstadt widmete sie das Lied „Badajoz, la tierra mía“ („Badajoz, meine Heimat“), ein Paso Doble, der zu ihrer Erkennungsmelodie wurde.[3]
Rosa Morena starb mit 78 Jahren nach langer Krankheit im Universitätskrankenhaus von Badajoz.[10]
Filme
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Schauspielerin
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1965: Flor salvaje
- 1966: El secreto de las esmeraldas
- 1971: Entre ríos y encinares (Kurz-Dokumentarfilm)
- 2000–2001: Cine de barrio (TV-Serie)
- 2010: ¡Qué tiempo tan feliz!
Soundtrack
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 2002: Cuéntame
- 2007: Memòries de la tele
- 2010: 50 años de
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 6 7 Rocío Romero: Muere en Badajoz la cantante Rosa Morena. 4. Dezember 2019, abgerufen am 15. August 2026 (spanisch).
- 1 2 3 4 5 6 Rosa Morena: Flamenco pop singer who triumphed in the disco era. 1. Januar 2020, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).
- 1 2 65YMÁS: Muere Rosa Morena a los 78 años, la cantante de 'Échale guindas al pavo'. 5. Dezember 2019, abgerufen am 15. August 2026 (spanisch).
- 1 2 3 4 Muere Rosa Morena, la legionaria del flamenco pop. 5. Dezember 2019, abgerufen am 15. August 2026 (spanisch).
- 1 2 Cinemanía: Muere Rosa Morena, la estrella del pop flamenco que calentó el Sahara y se codeó con Sinatra. 5. Dezember 2019, abgerufen am 15. August 2026 (spanisch).
- ↑ Rosa Morena. Una vida de arte. Revista 72; Perfil. In: socialgrada.es. Abgerufen am 15. August 2026 (spanisch).
- ↑ Europa Press / Redacción: Muere Rosa Morena, precursora del flamenco pop y estrella musical en la TVE de los 70. 5. Dezember 2019, abgerufen am 15. August 2026 (spanisch).
- ↑ ROSA MORENA -CANCIÓN ESPAÑOLA - El Arte de Vivir el Flamenco. Abgerufen am 15. August 2026.
- ↑ Rosa Morena bei Discogs
- 1 2 R. C. · Agencias: Fallece la cantante Rosa Morena. 5. Dezember 2019, abgerufen am 15. August 2026 (spanisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Morena, Rosa |
| ALTERNATIVNAMEN | Pulgarín González, Manuela Otilia |
| KURZBESCHREIBUNG | spanische Popsängerin und Schauspielerin |
| GEBURTSDATUM | 11. Juli 1941 |
| GEBURTSORT | Badajoz, Spanien |
| STERBEDATUM | 4. Dezember 2019 |
| STERBEORT | Badajoz, Spanien |