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Simone Fraisse

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Simone Berthe Marie Antoinette Fraisse (geborene Simone Bitry; * 3. Mai 1913 in Bourg-en-Bresse; † 24. April 2004 in Châtenay-Malabry) war eine französische Literaturwissenschaftlerin und Professorin an der Universität Paris III.[1][2]

Sie wurde als Tochter des Lehrers für Latein, Griechisch und Französisch, Marie Georges Bitry, geboren. Ihre Schwester Colette Bitry-Boëly, geboren 1915 in Châtillon-sur-Seine, wurde Ärztin beim Roten Kreuz. Sie erwarb 1935 die Agrégation de lettres classiques für klassische Philologie, eine Qualifikation, die damals vorwiegend Männern vorbehalten war. Damit nahm sie eine Pionierrolle ein, ähnlich wie ihre Schwester auf dem Gebiet der Medizin. Sie unterrichtete zunächst in Lyon am Lycée Édouard-Herriot, später in Paris an den Lycées Racine und Lycée Fénelon. 1963 wurde sie Maître-assistante (wissenschaftliche Mitarbeiterin) an der Sorbonne Université. 1972 promovierte sie mit einer Dissertation zum Thema „Péguy et le monde antique“ (dt. „Péguy und die antike Welt“) über den französischen Schriftsteller Charles Péguy. 1974 wurde sie zur Professorin an der Universität Paris III ernannt und schließlich Leiterin des Fachbereichs für französische Literatur.

Ihr Buch über Charles Péguy wurde als eine wahre Hommage an die Kultur und die Vermittlung der klassischen Geisteswissenschaften bezeichnet; sie hat damit maßgeblich dazu beigetragen, den Herausgeber der „Cahiers de la Quinzaine“, Marcel Péguy (Sohn von Charles Péguy), zum Christentum zu führen. Sie stand der Zeitschrift „Esprit“ nahe, war an deren Gründung beteiligt und trug regelmäßig Beiträge dazu bei.[3] Sie engagierte sich auch intensiv in der Vereinigung „L'Amitié Charles Péguy“, in deren Mitteilungsblatt zahlreiche ihrer Artikel veröffentlicht wurden. Zudem verfasste sie einen Band über Péguy für die Reihe „Les Écrivains de toujours“ im Verlag Seuil. Sie widmete sich auch anderen Themenbereichen, etwa Ernest Renan („Renan au pied de l'acropole“, 1979) und Simone Weil. Als Letztere 1943 starb, beschränkte sich ihr veröffentlichtes Werk auf wenige Artikel, die zumeist in politischen oder gewerkschaftlichen Zeitschriften erschienen waren. Sie hinterließ jedoch eine Fülle verschiedenartiger Manuskripte, die von ihren Eltern und Freunden aufbewahrt wurden. Bei der Durchsicht der den Herausgebern zur Verfügung gestellten Unterlagen konnten zahlreiche bislang unveröffentlichte Texte entdeckt werden: Entwürfe zu Arbeiten, deren Niederschrift abgebrochen worden war; Hefte und Notizbücher, die in früheren Ausgaben keine Berücksichtigung gefunden hatten; sowie Vorarbeiten für Lehrveranstaltungen oder umfangreichere Schriften. Auch der Großteil ihrer Korrespondenz – sowohl im familiären als auch im allgemeinen Kontext –, der nun der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde, war zuvor unveröffentlicht geblieben. Dank der beharrlichen Suche nach Simone Weils Artikeln durch Simone Fraisse konnten diese Texte wiederaufgefunden werden.

Ehrungen/Positionen

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Im Herbst 1943 heiratete sie Paul Fraisse (1911–1996), Professor an der Universität Paris VIII. Das Paar hatte vier Kinder, darunter Geneviève Fraisse, eine französische Philosophin, Politikerin und Frauenrechtlerin. Gemeinsam mit Emmanuel Mounier, Eugène Baboulène, Paul Ricœur und Jean-Marie Domenach erwarben sie und ihr Mann ein großes Anwesen mit mehreren Häusern in Châtenay-Malabry; dort lebten sie und richteten ein Kulturzentrum, die personalistische Gemeinschaft „Les Murs Blancs“, ein, in dem sich viele Intellektuelle trafen. Sie verstarb im Alter von 91 Jahren in ihrem Haus in Châtenay-Malabry.

Publikationen (Auswahl)

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Monografien
  • Le mythe d'Antigone. Armand Colin, Malakoff 2013, ISBN 978-2-200-32151-2.
  • Mit Simone Weil; André A. Devaux; Florence de Lussy: Œuvres complètes: Écrits historiques et politiques 3 (2). Gallimard, Paris 1989, ISBN 978-2-07-071715-6.
  • Péguy et la terre. FeniXX réédition numérique (Sang de la terre), Saint-Arnoult-en-Yvelines 1988, ISBN 978-2-402-05097-5.
  • Peguy. Seuil, Paris 1979, ISBN 978-2-02-005263-4.
  • Renan au pied de l'Acropole: Du nouveau sur la Prière. Edizions A. G. Nizet, Paris 1979.
  • L'influence de Lucrèce en France au seizième siècle: Une conquête du rationalisme. Librairie A. G. Nizet, Paris 1962.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Fraisse, Simone (1913–2004) auf La collection de l’Imec, abgerufen am 3. Oktober 2026.
  2. ↑ Simone Fraisse auf Le Musée du Lycée Marie-Curie, abgerufen am 3. Oktober 2026.
  3. ↑ Simone Fraisse auf Esprit, abgerufen am 3. Oktober 2026.
  4. ↑ Simone FRAISSE auf Académie française, abgerufen am 3. Oktober 2026.