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Tim Raue

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Tim Raue (2016)
Unterschrift Tim Raue deutscher Koch
Unterschrift Tim Raue deutscher Koch

Tim Raue (* 31. März 1974 in West-Berlin) ist ein deutscher Koch und Betreiber mehrerer Restaurants.

Raue wuchs in einfachen Verhältnissen im Wrangelkiez in Berlin-Kreuzberg auf und war als Jugendlicher im Alter von 14 bis 16 Jahren Mitglied der Jugendbande 36 Boys.[1] In einem Interview erzählte Raue: „Das Erste, was ich als Teenager gelernt habe, war es, meinen sozialen Rang durch Statussymbole zu definieren. Und die, die wir nicht hatten, haben wir uns illegal besorgt.“[2]

2016 gab er die Trennung von seiner Frau Marie-Anne bekannt, einer Restaurantfachfrau, mit der er seit 1992 liiert war. 2017 heiratete er die Redakteurin Katharina Wolschner.[3]

Tim Raue lernte ab 1991 Koch im Restaurant Chalet Suisse im Grunewald.[4] Es folgten Stationen 1994 im First Floor und 1997 mit 23 Jahren als Küchenchef im Restaurant Rosenbaum.[5] 1998 ging er als Küchenchef zu den Kaiserstuben in Berlin und wurde von der Fachzeitschrift Der Feinschmecker zum Aufsteiger des Jahres gewählt.[4] Von 1999 bis 2002 war er Küchenchef im Restaurant e.t.a. hoffmann, im Hotel Riehmers Hofgarten in Berlin.[4] 2002 wechselte er als Küchenchef zum Restaurant 44 im Berliner Swissôtel, mit seiner damaligen Frau als Restaurantleiterin.[6]

2007 kürte ihn der Gault-Millau zum „Koch des Jahres“. Seine Küche im 44 wurde mit einem Stern des Guide Michelin und 18 Punkten im Gault-Millau ausgezeichnet. 2008 veröffentlichte er ein Kochbuch mit dem Titel Aromen(r)evolution.[7] Ebenfalls 2008 wechselte er als Kulinarischer Direktor zu der zur Fundus-Gruppe gehörenden Adlon-Collection, die im Hotel Adlon fünf Restaurants betrieb.[8] Dort eröffnete er die Restaurants Ma Tim Raue (inspiriert von der chinesischen Küche), Uma (von der japanischen Küche inspiriert) und die Shochu Bar. Nach wenigen Monaten bekam das Ma Tim Raue einen Michelin-Stern verliehen. Der Gault-Millau zeichnete das Ma Tim Raue mit 18 Punkten und das Uma mit 17 Punkten aus. Im Juli 2010 wurde das Ma Tim Raue geschlossen,[9][10] das Uma wurde unter der Leitung von Stephan Zuber weitergeführt, und wurde später geschlossen.

Im September 2010 eröffnete Raue in Berlin-Kreuzberg das Restaurant Tim Raue. Im selben Jahr saß er in der Jury der Fernsehsendung Deutschlands Meisterkoch.[11] Im Mai 2013 eröffnete Raue das La Soupe Populaire in der ehemaligen Bötzow-Brauerei an der Prenzlauer Allee.[12] Das Soupe Populaire wurde 2013 vom Guide Michelin mit einem Bib Gourmand und vom Gault-Millau mit 13 Punkten bewertet.[13] Im Januar 2015 eröffnete er mit dem Studio Tim Raue sein viertes Berliner Restaurant.[14] 2016 wurde das Studio für den öffentlichen Restaurantbetrieb geschlossen und zur Factory Kitchen umgewandelt; auch das La Soupe Populaire schloss wegen der Bauarbeiten in der Bötzow-Brauerei.[15] Von 2013 bis Ende 2018 bestand zudem eine Partnerschaft mit dem Sra Bua im Hotel Adlon.[16]

Raues Küche ist wesentlich von ost- und südostasiatischen Küchen geprägt. Sie verbindet insbesondere Elemente der japanischen, thailändischen und chinesischen Küche.[17] Bei der Weinbegleitung arbeitet Raue seit vielen Jahren unter anderem mit dem Weingut Dreissigacker von Jochen Dreissigacker und dem Weingut Markus Schneider zusammen.[18] Für Raues Gastronomie entstanden mehrere Exklusivabfüllungen, darunter der Riesling KOLIBRI von Dreissigacker und die Rotweincuvée Rough Cut von Schneider.[19] Der KOLIBRI wurde in Zusammenarbeit mit Raue als Begleitung zu seinem Signature-Gericht Wasabi-Kaisergranat entwickelt.[20]

Im April 2014 schaffte sein Restaurant Tim Raue den Einzug in die britische Liste The World’s 50 Best Restaurants auf Platz 78;[21] 2016 belegte es Platz 34.[22] Seit 2015 ist er regelmäßig in der VOX-Kochshow Kitchen Impossible zu sehen und nahm ersatzweise für Tim Mälzer an der RTL-Sendung Wer wird Millionär? teil. In der dritten Staffel der Netflix-Serie Chef’s Table befasst sich eine Folge mit Raue und seiner Entwicklung als Koch.[23] Ab 2015 eröffneten drei Standorte der Brasserie Colette Tim Raue in München, Konstanz und Berlin. Hier wird französische Küche gekocht. Das kulinarische Konzept hat Tim Raue entwickelt.[24]

Seit 2016 arbeitet Raue außerdem mit TUI Cruises zusammen. Im Juli 2016 eröffnete auf der Mein Schiff 5 das erste Hanami – By Tim Raue; seit Juni 2017 wird das Restaurantkonzept auf der Mein Schiff 3 bis Mein Schiff 6 angeboten.[25] Raue entwickelte die vier Restaurants und betreut sie als kulinarischer Berater.[26] Auf der 2025 in Dienst gestellten Mein Schiff Relax kam mit Fugu – by Tim Raue ein weiteres von ihm entwickeltes Restaurantkonzept hinzu.[27]

Von Mai 2018 bis September 2019 war Raue als kulinarischer Berater für das Restaurant Spices – by Tim Raue im A-ROSA Resort auf Sylt tätig.[28][29] Seit 2019[30] ist Philipp Bendel Küchenchef im Restaurant Tim Raue.[31][32]

2019 löste er in der Koch-Castingshow The Taste (siebte Staffel) als Coach Cornelia Poletto ab. 2019 und 2020 war er in der von Mälzer moderierten Kochsendung Ready to beef! als Juror tätig.[33][34] Von 2019 bis 2023 war Raue kulinarischer Berater des Restaurants Villa Kellermann in Potsdam, das TV-Moderator Günther Jauch gehört. Küchenchef war Christopher Wecker.[35][36][37]

Seit 2023 moderiert Raue gemeinsam mit seiner Frau Katharina die Doku-Soap Raue – Der Restaurantretter bei RTL Television.[38] Seit 2024 hat er beim Streaminganbieter MagentaTV die nach ihm benannte Sendereihe Tim Raue isst!, in der er gastronomische Betriebe in Deutschland besucht, die kulinarische Spezialitäten anbieten.[39] 2024 war er namensgebender Host der Serie Star Kitchen mit Tim Raue bei Amazon Prime Video, in der er Restaurants auf ihrem Weg zu einem oder einem weiteren Michelin-Stern begleitete.[40] Im Juni 2025 eröffnete er mit dem Sphere sein zehntes Restaurant. Es befindet sich im Berliner Fernsehturm in 207 Metern Höhe.[41][42]

  • Aromen(r)evolution. Christian-Verlag, München 2008, ISBN 3-88472-802-4.
  • (mit Stefan Adrian) Ich weiß, was Hunger ist: Von der Straßengang in die Sterneküche. Piper, München / Zürich 2011, ISBN 978-3-492-05446-1.
  • (mit Anne-Sophie Zähringer und Stefan Adrian) My Way. Callwey, München 2017, ISBN 978-3-7667-2265-2.
  • 2005: Aufsteiger des Jahres im Gault-Millau
  • 2007: Ein Stern im Guide Michelin für das Restaurant 44/Swissôtel Berlin
  • 2007: Koch des Jahres im Gault-Millau
  • 2008: Ein Stern im Guide Michelin für das Restaurant MA/Hotel Adlon Berlin
  • 2010: Ein Stern im Guide Michelin für das Restaurant Tim Raue
  • 2011: 19 Punkte im Gault-Millau für das Restaurant Tim Raue
  • 2012: Zwei Sterne im Guide Michelin für das Restaurant Tim Raue
  • 2016: Platz 34[43] der The World’s 50 Best Restaurants
  • 2019: Platz 1[44] der Germany’s 50 BEST CHEFS des internationalen Gastronomiefachmagazins Rolling Pin
  • 2021: Platz 31[45] der The World’s 50 Best Restaurants
  • 2022: Platz 26[46] der The World’s 50 Best Restaurants
  • 2024: Platz 1[47] der 100 Best Chefs Germany des Gastronomiefachmagazins Rolling Pin
  • 2024: Platz 30[48] der The World’s 50 Best Restaurants
  • 2025: Platz 58[49] der The World’s 50 Best Restaurants

Literatur (Auswahl)

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  • 2026: Gene Tonic: Wie Gott in Frankreich. in: Süddeutsche Zeitung Nr. 99 (2026) vom 30. April/1. Mai 2026: S. R12
Commons: Tim Raue – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Straßengang und Sterneküche – Tim Raue und die „36 Boys“. In: Der Tagesspiegel. 30. Mai 2026, abgerufen am 17. September 2026.
  2. ↑ Interview mit Jost Kaiser, in: Focus Style Nr. 2, Juli 2020, S. 29.
  3. ↑ Tim Raue: Der Sterne-Koch ist wieder unter der Haube. Abgerufen am 12. April 2022.
  4. 1 2 3 Tim Raue. Abgerufen am 12. Juni 2025 (österreichisches Deutsch).
  5. ↑ Tim Raue, Chef de Cuisine im Tim Raue in Berlin. Abgerufen am 17. Oktober 2020.
  6. ↑ Mathias Stengel: Tim Raue: Meine harte Jugend in Kreuzberg. 6. Mai 2007, abgerufen am 22. Januar 2023 (deutsch).
  7. ↑ Aromen(r)evolution – Kochrezepte.de. 21. Februar 2009, archiviert vom Original am 21. Februar 2009; abgerufen am 22. Januar 2023.
  8. ↑ Montagsinterview: "Ich weiß, was Hunger ist". In: Die Tageszeitung: taz. 26. Mai 2008, ISSN 0931-9085 (taz.de [abgerufen am 22. Januar 2023]).
  9. ↑ Mathias Stengel: Sternekoch: Tschüss, Adlon – Tim Raue geht nach Kreuzberg. Berliner Morgenpost, 24. April 2010, abgerufen am 8. Februar 2015.
  10. ↑ Archivierte Kopie (Memento vom 24. April 2011 im Internet Archive)
  11. ↑ Eric Leimann: Tim Raue: Sternekoch war früher in einer Gang. In: prisma.de. Prisma, 30. Mai 2019, abgerufen am 9. August 2023.
  12. ↑ Tim Raue zieht in die alte Bötzow-Brauerei. In: Der Tagesspiegel. 1. September 2013, abgerufen am 17. September 2026.
  13. ↑ Gastro-Kritik: Tim Raue räumt wieder ab. Abgerufen am 22. Januar 2023.
  14. ↑ Koch Tim Raue eröffnet viertes Restaurant in Berlin. In: Der Tagesspiegel. 15. Januar 2015, abgerufen am 17. September 2026.
  15. ↑ Sternekoch Tim Raue: Er bleibt ein Berliner. In: Der Tagesspiegel. 24. März 2016, abgerufen am 17. September 2026.
  16. ↑ Restaurants und Köche gehen. In: Der Tagesspiegel. 25. Mai 2018, abgerufen am 17. September 2026.
  17. ↑ Vision & Kochphilosophie. In: Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 17. September 2026.
  18. ↑ Eventlocation in Berlin – Brasserie Colette Tim Raue. Abgerufen am 17. September 2026.
  19. ↑ Weinkarte. (PDF) In: Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 17. September 2026.
  20. ↑ Kolibri Riesling. In: Weingut Dreissigacker. Abgerufen am 17. September 2026.
  21. ↑ Gourmet Report: Noma wieder das beste Restaurant der Welt. 28. April 2014, abgerufen am 29. September 2022 (deutsch).
  22. ↑ Die 50 besten Restaurants der Welt. 15. Juni 2016, abgerufen am 11. Juli 2019.
  23. ↑ Berliner Morgenpost – Berlin: Sternekoch Tim Raue ist jetzt auf Netflix zu sehen. (morgenpost.de [abgerufen am 30. Dezember 2017]).
  24. ↑ Brasserie Colette. Französische Lebenskunst. In: Süddeutsche Zeitung. 20. April 2016, abgerufen am 14. September 2023.
  25. ↑ Die ganz große Freiheit. (PDF) TUI Cruises, 20. Juli 2017, abgerufen am 17. September 2026.
  26. ↑ TUI Cruises gratuliert Tim Raue zur Auszeichnung. (PDF) TUI Cruises, 25. Juni 2018, abgerufen am 17. September 2026.
  27. ↑ Mein Schiff Relax stellt den F&B Bereich vor: Eine Genussreise auf höchstem Niveau. (PDF) TUI Cruises, 20. März 2025, abgerufen am 17. September 2026.
  28. ↑ „Spices by Tim Raue“: Raue kocht jetzt auch auf Sylt. In: Falstaff. 8. Mai 2018, abgerufen am 17. September 2026.
  29. ↑ Aus für „Spices by Tim Raue“. In: Falstaff. 11. September 2019, abgerufen am 17. September 2026.
  30. ↑ Gourmet Report: So sieht Re-Start Gastro im Restaurant Tim Raue aus. In: Gourmet Report - Branchennews seit 1999. 26. September 2021, abgerufen am 11. Mai 2025.
  31. ↑ Team | Restaurant TIM RAUE. Abgerufen am 11. Mai 2025.
  32. ↑ Facebook. Abgerufen am 11. Mai 2025.
  33. ↑ „Ready to beef!“: Neue Kochshow mit Tim Mälzer und Tim Raue. Abgerufen am 22. Januar 2023.
  34. ↑ Tim Mälzer und Tim Raue starten neue Kochshow. In: Rolling Pin. 7. Mai 2019, abgerufen am 22. Januar 2023.
  35. ↑ Probeessen mit Glücksklee. In: Der Tagesspiegel. 2019, abgerufen am 17. September 2026.
  36. ↑ Geangelt, gewickelt, getupft. In: Der Tagesspiegel. 26. Mai 2022, abgerufen am 17. September 2026.
  37. ↑ Stefanie Hildebrandt,dpa: Tim Raue verlässt Günther Jauchs Restaurant in Potsdam. 23. Mai 2023, abgerufen am 11. Mai 2025.
  38. ↑ „Raue – Der Restaurantretter“ mit Tim und Katharina Raue ab dem 11. April bei RTL. In: RTL. 13. April 2023, abgerufen am 17. September 2026.
  39. ↑ Christoph Handwerk: „Tim Raue isst!“: So vielfältig kann Deutschland schmecken. Deutsche Telekom, 2. Juli 2024, abgerufen am 17. September 2026.
  40. ↑ 10 Jahre Prime Video in Deutschland: ein Feuerwerk an neuen Filmen & Serien für Prime Mitglieder. In: About Amazon Deutschland. Abgerufen am 17. September 2026.
  41. ↑ "Sphere" im Fernsehturm hat eröffnet: So ist es im neuen Restaurant von Tim Raue. 5. Juni 2025, abgerufen am 8. Juni 2025.
  42. ↑ NEUERÖFFNUNG ✨ Sphere Tim Raue im Berliner Fernsehturm. 19. Mai 2025, abgerufen am 8. Juni 2025 (deutsch).
  43. ↑ Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 12. Februar 2017.
  44. ↑ Tim Raue. Abgerufen am 2. Oktober 2019.
  45. ↑ Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 8. Oktober 2021.
  46. ↑ Restaurant Tim Raue. Abgerufen am 8. Oktober 2021.
  47. ↑ Wer sind die 100 Best Chefs Germany 2024? In: Rolling Pin. 17. Oktober 2024, abgerufen am 17. September 2026.
  48. ↑ The World's 50 Best Restaurants 2024. In: The World's 50 Best Restaurants. Abgerufen am 17. September 2026 (englisch).
  49. ↑ The World's 50 Best Restaurants 51–100. In: The World's 50 Best Restaurants. Abgerufen am 17. September 2026 (englisch).