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Val Jeanty

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Val Jenty (2025)

Val Jeanty (* 1974 in Port au Prince) ist eine haitianische Komponistin elektronischer Musik, Klangkünstlerin und Turntablistin, die afro-haitianische Musiktraditionen in ihre Arbeit einfließen lässt und akustische mit elektronischen Klängen verbindet, um „Afro-Electronica“ zu schaffen. Sie trat auch als Val-Inc auf.

Leben und Wirken

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Jeanty, eine Urgroßnichte des haitianischen Komponisten und Pianisten Occide Jeanty und Enkelin der Voodoo-Priesterin GranMe Choune Mambo, wuchs in Carrefour, Haiti, auf. Schon im Alter von vier Jahren begann sie in ihrer Fantasie Musik zu imaginieren, mit fünf Jahren fing sie an, haitianische Trommeln in einem kulturellen Umfeld namens „Lakou“ zu spielen.[1] Dann besuchte sie die Sacré-Cœur-Schule, bis die Unruhen nach dem Sturz des Präsidenten Jean-Claude Duvalier zur Schließung der Schulen führte. In den späten 1980er Jahren emigrierte sie in die Vereinigten Staaten. Dort absolvierte sie die Highschool, wo sie sich zudem als DJ betätigte. Später kaufte sie sich einen Akai MPC 2000, den sie auch zum Musizieren nutzte. Auch praktizierte sie die Voodoo-Religion.[1]

Die Dichterin Tracie Morris holte Jeanty als Tontechnikerin für ihre Poesie-Installation 2002 auf der Whitney Biennale.[2] Jeanty nahm auch Alben von Wadada Leo Smith/Anthony Braxton auf und remixte Stücke von Craig Taborn. Dann lebte sie in New York City, wo sie Zugang zu fortgeschrittenen elektronischen Klangkompositionen erhielt. Das Wissen über Klangverschmelzung und -gestaltung inspirierte sie dazu, ein neues Genre namens Afro-Electronica zu schaffen, das haitianische traditionelle Ritualmusik mit elektronischer Klangerzeugung verbindet.[3]

Unter dem Namen Val-Inc nahm Jeanty das sieben Titel umfassende Mini-Album „On“ (Tellus Media, 2007) auf, eine elektronische Collage aus Samples von Soul, Jazz und haitianischer Musik, ergänzt durch ihre eigenen elektronischen Beats und Soundeffekte (wie „Faces“, das an Voodoo erinnernde „Damba“ und das unheimliche, an eine Karawane erinnernde „Musik“).[4] Jeantys Installationen wurden in New York City im Whitney Museum, im Museum of Modern Art, in der Brooklyn Academy of Music und im Village Vanguard sowie bei der Biennale di Venezia, dem Jazzfestival Saalfelden, den Stanser Musiktagen sowie bei Jazz à la Villette in Frankreich präsentiert.[3]

2011 wurde Jeanty vom Center for the Arts der Wesleyan University beauftragt, gemeinsam mit Gina Athena Ulysse an „Fascinating! Her resilience“ zu arbeiten, einer Multimedia-Performance, die sich mit den Bedeutungen auseinandersetzt, die dem Begriff „Resilienz“ in westlichen Vorstellungen von Haitianern nach dem Erdbeben in Haiti 2010 zugeschrieben wurden.[5] Im Folgejahr äußerte sie sich in dem Dokumentarfilm „The United States of Hoodoo“ über die Beziehung zwischen Klang und Spiritualität.[6]

2014 arbeitete Jeanty mit dem kubanischen Saxophonisten Yosvany Terry an dessen Album Grammy-nominierten „New Throned King“ (5Passion), zu dem sie Samples von Voodoo-Zeremonien beisteuerte. Im selben Jahr war sie außerdem Sounddesignerin für das Stück „Facing Our Truth: 10-Minute Plays on Trayvon, Race and Privilege“ des National Black Theater.

2017 war Jeanty Artist in Residence im New Yorker Kulturzentrum Roulette Intermedium. Dort trat sie im Duo mit dem Saxophonisten James Brandon Lewis auf und begann ihr Duo „Turning Jewels Into Water“ mit dem indischen Perkussionisten Ravish Momin.[3] Das Ergebnis war ihre EP „Which Way Is Home?“ (FPE, 2018), die mit ihrem Album „Map of Absences“ (FPE, 2019) fortgesetzt wurde – einer Sammlung tanzbarer Vignetten mit stimmungsvollem, afrikanisch inspiriertem Glitch-Hop wie „Warm Winds of Jaipur“ und „Dark Waters Rushing In“.[4] Das Album „Our Reflection Adorned by Newly Formed Stars“ wurde nach Beginn der Pandemie fertiggestellt, wobei das Duo räumlich getrennt war, die Aufnahmen einzeln vornahm und die Dateien austauschte. Es enthält den eindringlichen Dance-Track „Crushed Petals“ sowie „Stones Fall on My Drum“ enthält.[4]

Gemeinsam mit Douglas Kearney entstand das Album „Fodder“ (Fonograf, 2021).[4] Mit Petter Eldh, Savannah Harris und Mette Rasmussen bildete Jeanty das Quartett ØKSE, dessen gleichnamiges Album mit dem Deutschen Jazzpreis 2025 als „Album des Jahres international“ ausgezeichnet wurde.[7] Florian Walter, Jan Klare und Karl Friedrich Degenhardt nahmen als Meat.Karaoke.Quality.Time. mit ihr das Album „Palo Santo“ für Umland Records auf. Sie ist weiterhin auf Alben von İlhan Erşahin/Wax Poetic, Wallace Roney, Terry Lyne Carrington, Kris Davis (Diatom Ribbons) sowie von Nite Bjuti zu hören. Außerdem lehrt sie im Berklee Institute of Jazz and Gender Justice.[8]

2024 erhielt Jeanty eine Fellowship von United States Artists.[1] 2026 wird sie mit einem mit 275.000 $ dotierten Doris Duke Award ausgezeichnet.[9]

Commons: Val Jeanty – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. 1 2 3 5 Questions to Val Jeanty. In: icareifyoulisten.com. 5. März 2024, abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
  2. Tracie Morris: Poetics Statement: Sound Making Notes. In: Claudia Rankine, Lisa Sewell (Hrsg.): American Poets in the 21st Century: The New Poetics. Wesleyan University Press, 2007, ISBN 978-0-8195-6728-4, S. 213–215 (englisch, google.com).
  3. 1 2 3 Spotlight on Val Jentry. In: Roulette Intermedium. August 2019, abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
  4. 1 2 3 4 Piero Scaruffi: Val Jeanty. In: scaruffi.com. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
  5. Andrew Chatfield: Wesleyan Earth Day Celebration: Fascinating! Her Resilience. In: Wesleyan University Creative Campus. 14. April 2011, abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
  6. The United States of Hoodoo. In: Brooklyn Academy of Music. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
  7. admin: 22 Preisträger:innen beim Deutschen Jazzpreis 2025 ausgezeichnet. In: Le Matin. 14. Juni 2025, abgerufen am 22. Mai 2026.
  8. Our Team. In: Berklee Institute of Jazz and Gender Justice. Abgerufen am 22. Mai 2026 (englisch).
  9. Martin Laurentius: USA: Doris Duke Artist Awards. In: Jazz thing. 19. Mai 2026, abgerufen am 22. Mai 2026.