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Victor Contreras

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Victor Contreras (auch Victor Tapia oder TAPIA; * 10. Februar 1949 in Santiago de Chile; † 2005[1]) war ein chilenischer Maler und Grafiker, Theaterautor und -Regisseur, der in der DDR im Exil lebte.

Contreras war der Sohn von Víctor Benito Contreras Tapia (1906–2005), Senator der Salvator Allende-Regierung. Contreras studierte von 1968 bis 1972 an der Universidad de Chile in Santiago de Chile Landschaftsarchitektur und Bildhauerei und war dort Assistent. 1972/1973 gehörte er der bekannten Malerbrigade der Kommunistischen Jugendorganisation Chiles, der Brigada Romana Parra, an, die mit großen Wandbildern die Kunst unter das Volk tragen wollte.

Nach dem Putsch in Chile 1973 verlor Contreras die Assistentenstelle. Er schlug sich als Schuhmacher durch und ging nach Argentinien ins Exil. Dort arbeitete er als freischaffender Karikaturist und legte sich den Künstlernamen TAPIA zu. Er heuerte dann als Matrose an und begab sich 1974 ins Exil in die DDR. Dort studierte er von 1974 bis zum Grafiker-Diplom 1977 bei Werner Klemke an der Kunsthochschule Berlin-Weißensee. Er arbeitete seitdem in Ostberlin als freischaffender Maler und Grafiker. Er gehörte zu den Gründern der Wandmal-Brigade El Frente im Umfeld des West-Berliner Chile-Kulturzentrums. Neben Tafelbildern und grafischen Arbeiten schuf er insbesondere mehrere großflächige Wandgemälde in der Ikonografie der südamerikanischen Monumentalkunst und in starken südlichen Farben. 1980 beteiligte er sich an einem Wettbewerb des Magistrats von Berlin für Giebel-Wandgemälde an alten Wohnhäusern in Ost-Berlin. Sein Entwurf (Darstellung eines Schornsteins zwischen zwei Bäumen) wurde wohl nicht ausgeführt.[2] Auch in West-Berlin entstanden Wandbilder Contreras in der Kochstraße und an der Mensa der Technischen Universität in der Hardenbergstraße.

Ab 1978 war Contreras auch als Bühnenbildner tätig. Ab 1986 arbeitete er ausschließlich für das Theater, speziell als Autor und -Regisseur, wobei er einige seiner Stücke auch selbst ausstattete. U. a. schrieb er das Stück Der Falschspieler, das er 1985 im Theater im 3. Stock der Volksbühne inszenierte. Die Erzählerbühne, eine West-Berliner freie Gruppe, brachte die Uraufführung seines Stücks Zwei gegen die Wand, und 1987 hatte Contreras Stück Garcia im Maxim Gorki Theater Berlin Uraufführung, und er führte auch Regie.[3]

Er wurde 1981 mit der Erich-Weinert-Medaille geehrt.

Nach dem Untergang der DDR zog Contreras 1990 nach Madrid.

Er war mit der Ärztin Olga Contreras verheiratet, der Tochter eines kommunistischen spanischen Emigranten. Zu ihrem Freundeskreis gehörte u. a. Chaim Noll.[4]

  • Wenn der Folterer es bedauert (Mischtechnik; auf der Intergrafik 1976)[6]
  • Imperialistischer Vogel (Mischtechnik; auf der Intergrafik 1976)[7]
  • Zunge (1975; Mischtechnik, 70,0 × 49,8 cm; auf der Intergrafik 1976)[8]
  • Traum (1977; aus der Folge Folkloristische Erinnerungen; Ölkreide, 80 × 60 cm)[9]
  • Die Tänzerin, die niemals tanzte (1985; Öl, 114,0 × 114,0 cm; Kunstarchiv Beeskow)
  • o. T. (Kreide; auf der Intergrafik 1976)[10]

Buchillustrationen

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Ausstellungen (mutmaßlich unvollständig)

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Einzelausstellungen

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  • 1977: Berlin, Haus der Jungen Talente
  • 1978: Rostock, Kunsthalle
  • 1978: Unterwellenborn, Galerie im Kulturpalast der Maxhütte
  • 1978: Amsterdam, Liga für lateinamerikanische Kultur
  • 1980: West-Berlin, Elefanten Press Galerie („Hommage an Pablo Neruda“; mit Rainer Hachfeld, Rogelio Naranjo und Fernando Urrejola)
  • 1983: Halle, Galerie am Hansering (mit Nuria Quevedo)
  • 1988: Frankfurt (Oder), Galerie Junge Kunst (mit Fernando Urrejola)

Gruppenausstellungen

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  • 1976, 1980 und 1984: Berlin („Intergrafik“)
  • 1980: Frankfurt/Oder, Sport- und Ausstellungszentrum Sport- und Ausstellungszentrum („Junge Künstler der DDR“)
  • Contreras, Victor (TAPIA). In: Dietmar Eisold (Hrsg.): Lexikon Künstler in der DDR. Verlag Neues Leben, Berlin, 2010, ISBN 978-3-355-01761-9, S. 133
  • Sebastian Koch: Zufluchtsort DDR? Chilenische Flüchtlinge und die Ausländerpolitik der SED. Brill Schöningh, 2017; ISBN 978-3-506-78545-9; S. 226

Einzelnachweise

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  1. ↑ Victor Contreras Tapia (1949-2005) :: museum-digital:berlin
  2. ↑ Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 4/1982, nach S. 172
  3. ↑ Horst Tannenberger, Reinhard Hillich (Hrsg. für die Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften): Literatur in der SBZ/DDR. Bibliographische Annalen. De Gruyter. Akademie Forschung, 2021, S. 3435
  4. ↑ Chaim Noll: Der Schmuggel über die Zeitgrenze. Verbrecher-Verlag, Berlin, 2015, ISBN 978-3-95732085-8; o. S.
  5. ↑ Victor Tapia. Abgerufen am 18. September 2026.
  6. ↑ Service Status - Proof-of-Work. Abgerufen am 18. September 2026.
  7. ↑ Service Status - Proof-of-Work. Abgerufen am 18. September 2026.
  8. ↑ Service Status - Proof-of-Work. Abgerufen am 18. September 2026.
  9. ↑ Abbildung in Bildende Kunst, Berlin, 5/1978, S. 249
  10. ↑ Service Status - Proof-of-Work. Abgerufen am 18. September 2026.