Walker Evans

Walker Evans (* 3. November 1903 in Saint Louis, Missouri; † 10. April 1975 in New Haven, Connecticut) war ein US-amerikanischer Fotograf.
Leben und Werk
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Walker Evans[1] wuchs in einer wohlhabenden Familie auf und besuchte unter anderem die private Loomis Chaffee School in Windsor. Früh entwickelte er ein ausgeprägtes literarisches Interesse und unternahm im April 1926 eine Reise nach Paris, um sich auf eine Schriftstellerkarriere vorzubereiten. In Paris schrieb er sich an der Université Sorbonne ein. Seine Studien galten den Werken von Gustave Flaubert und Charles Baudelaire, während er außerdem mit dem Werk von James Joyce sehr vertraut war. Er bewegte sich in Literaten- und Künstlerkreisen und unternahm mehrere Reisen in den Süden Frankreichs und nach Italien, ehe er im Mai 1927 in die USA zurückkehrte.[2]
Zurück in den Vereinigten Staaten gab Evans den Berufswunsch des Schriftstellers auf und widmete sich ab 1928 als Autodidakt der Fotografie. Vertraut mit den Arbeiten des Bauhauses und der Russischen Avantgarde verfolgte er einen grafisch abstrahierenden, konstruktivistischen Stil. Seine Motive fand er vornehmlich in New York. Aus seiner 1929 aufgenommenen Serie der Brooklyn-Brücke wurden 1930 drei Fotografien, als Photogravüren, in dem Gedichtband The Bridge von Hart Crane veröffentlicht. Evans hatte zu diesem Zeitpunkt bereits seinen Stil verändert. Er fotografierte auf 35-mm-Filmen das Leben auf den Straßen New Yorks.
Im selben Jahr lernte Walker Evans den ebenfalls literarisch interessierten Lincoln Kirstein kennen, Herausgeber der Zeitschrift Hound & Horn. Über ihn lernte er Berenice Abbott kennen, bei der er erstmals Originale von Eugène Atget sah. Kirstein initiierte 1929 Evans’ erste Ausstellungsbeteiligung (mit Margaret Bourke-White und Ralph Steiner) im Museum of Modern Art, New York. 1931 veröffentlichte Evans in Hound & Horn einen Artikel, in dem er seine Eindrücke von sechs neuen Fotografie-Büchern darlegte und der als programmatischer Text auch seines eigenen gerade am Beginn stehenden Werks gilt. Evans besprach darin u. a. auch zwei Bücher deutscher Fotografen – Die Welt ist schön von Albert Renger-Patzsch, das er eher negativ, und Antlitz der Zeit von August Sander, das er sehr positiv bewertete.[3] Kirstein regte Evans an, sich mit den großen amerikanischen Dokumentaristen Mathew B. Brady und Lewis Hine zu beschäftigen, um ihm schließlich ein dokumentarisches Projekt vorzuschlagen. Zu einem von Kirstein geplanten Buch über die im Verschwinden begriffene viktorianische Architektur in Neu-England fotografierte Walker Evans 1931 typische Beispiele dieses historischen Baustils. Nach der Arbeit im Kleinbild setzte er hierzu erstmals eine geliehene Großformat-Kamera ein. Im Rahmen dieser Arbeit entwickelte Evans seinen „dokumentarischen Stil“ (documentary style). Er bildete die Gebäude weitgehend frontal ab, ohne stilistische Zuspitzungen (frontaler Zugang zur Wirklichkeit), und wählte ihm geeignet erscheinende Lichtbedingungen, mit denen Konturen betont werden können. Er legte Wert darauf, sich von der reinen Dokumentation (er nennt die Tatort-Fotografie der Polizei als Beispiel) abzugrenzen und verstand sich als Künstler.
Aufträge von Zeitschriften/Magazinen führten ihn 1932 nach Tahiti und 1933 nach Kuba. Anfang der 1930er Jahre teilte er mit dem Maler und späteren Fotografen Ben Shahn ein Studio in Upper Greenwich Village.[4] Für die Zeitschrift Fortune entstand 1934 eine Reportage über die Kommunistische Partei der USA. 1935 fotografierte er für das Museum of Modern Art (MoMa) afrikanische Masken. Für mehrere Aufträge reiste Evans in den Süden der USA, der ihn zunehmend interessierte. Er erweiterte sein Spektrum um Innenaufnahmen und Straßenfotografie, mit dem er insbesondere Werbetafeln und die ihnen eigene zeitgemäße Typografie festhielt. Evans setzte neben einer Großformatkamera (8 × 10 inch) eine Leica ein.
Nachdem Evans mehrere Aufträge für die Resettlement Administration (RA) ausgeführt hatte, wurde er im Oktober 1935 von dieser eingestellt. Diese Institution wurde im Rahmen von Präsident Roosevelts Politik des New Deal zur Verbesserung der Lage der Landbevölkerung, besonders der Farmer und Pächter, gegründet. Evans war Mitarbeiter der Historical Section, die sich der fotografischen und soziologischen Dokumentation widmete – 1937 kam diese Organisation unter das Dach der Farm Security Administration (FSA). Walker Evans’ Vertrag war auf sein Drängen so ausgestaltet, dass er weitgehend seinen Interessen folgen konnte. Er hatte sich ausbedungen, dass er nicht direkt für den politischen (Propaganda-)Auftrag der RA/FSA eingesetzt werden würde; Evans: „Es handelt sich hier um ein bloßes Aufzeichnen, und vor allem nicht um Propaganda …“.[5] Er arbeitete bis 1938 und hauptsächlich in den Südstaaten für die FSA.
1936 erhielt Walker Evans zusammen mit dem Schriftsteller James Agee, der damals als Redakteur für das Magazin Fortune arbeitete, den Auftrag für eine Reportage in den Südstaaten. Sie sollten über Situation der Landpächter berichten. Für diesen Auftrag ließ Evans sich von der FSA beurlauben. Dies kam unter der Bedingung zustande, dass die Rechte an seinen Fotografien an die FSA abgetreten wurden. Evans reiste mit Agee nach Alabama. Im Hale County trafen sie mit drei Familien eine lose Vereinbarung über die Zusammenarbeit für die geplante Reportage und über eine gewisse finanzielle Vergütung.[6] Während Agee für den Zeitraum der Reportage zu einer der Familien (unter äußerst armen Rahmenbedingungen) zog, mietete Evans sich nach einer Weile in einem Hotel ein. Die dort entstandenen Aufzeichnungen von Agee und Evans entsprachen schließlich nicht den Erwartungen der Auftraggeber, da das Material den Rahmen einer Reportage sprengte. Agee entschloss sich daraufhin zu einer Buchveröffentlichung, 1941 erschien: Let us now Praise Famous Men (deutsche Ausgaben: Preisen will ich die großen Männer). Das Buch beginnt unvermittelt mit einer Auswahl von 31 Walker Evans’ Fotografien. Darauf folgt Agees Text. Von der Erstausgabe wurden nur 600 Exemplare verkauft, das Buch fand keine große Resonanz.[7] In die Neuauflage von 1960 sind insgesamt 62 Fotografien einbezogen. Anscheinend bedingt durch die eingetretene größere zeitliche Distanz zur Großen Depression und dem Weltkrieg wurde das Buch ein großer Erfolg.
Auf Anregung von Lincoln Kirstein richtete das MoMA 1938 für Walker Evans die erste Ausstellung eines einzelnen Fotografen aus: American Photographs.[8] Bei der Ausstellung und beim parallel erschienenen Katalog folgte Evans, anders als allgemein üblich, unterschiedlichen Konzepten; sowohl die Auswahl (einhundert in der Ausstellung, siebenundachtzig im Buch – davon nur vierundfünfzig in beiden) als auch die Anordnung der Photographien waren verschieden.[9]
In den Jahren 1938 bis 1941 erarbeitete Evans die „Subway-Serie“. Mit versteckter Kamera fotografierte er in der New Yorker U-Bahn sich unbeobachtet fühlende Passagiere. Diese Serie wurde erst 1966 unter dem Titel Many Are Called veröffentlicht.[10]
In der Folgezeit lebte Walker Evans von wechselnden Aufträgen. So reiste er im Sommer 1941 im Auftrag von Fortune nach Bridgeport in Connecticut, Neu-England, um die dank der Kriegsindustrie florierende Stadt zu dokumentieren. Eine Auswahl der dort entstandenen Fotos erschien in der Zeitschrift im September 1941.[11] Ende des Jahres 1941 erhielt er den Auftrag, ein Buch über Florida – Karl A. Bickels The Mangrove Coast – fotografisch zu illustrieren. Während seines sechswöchigen Aufenthalts im „Sonnenstaat“ entstanden Fotografien, die ein vielfältiges Spektrum an Motiven abdeckten: von Landschaftsaufnahmen über Aufnahmen der Freizeitaktivitäten von Rentnern bis zu Aufnahmen aus dem Winterquartier eines Zirkus in Sarasota. Zweiunddreißig dieser Fotografien wurden für das Buch ausgewählt.[12] 1943 Jahr fand Evans eine Anstellung beim Magazin Time, für das er als Film-, Buch- und Kunstkritiker tätig war.[13] Während des Krieges fotografierte er kaum noch, bis er 1945 beim Magazin Fortune eingestellt wurde.
1946 arbeitete Evans an „anonymen Porträts“. Er fotografierte in Detroit und Chicago Passanten von unauffälligen Standorten, überwiegend aus einer leichten Froschperspektive. In der Chicago-Serie, die in Fortune publiziert wurde, bildete er vornehmlich einkaufende Frauen ab.[14][15]
Im Jahre 1950 veröffentlichte Evans in Fortune eine Serie von Fotografien aus dem fahrenden Zug.[16] Evans sah diese Serie als Fortsetzung der Subway-Aufnahmen und betont das durch zufälliges Abdrücken geradezu automatische Entstehen dieser Fotografien.
1955 entstand Die Schönheit des Werkzeugs, eine größere Gruppe von Fotografien, die Fortune veröffentlicht. Evans bildete hier Werkzeuge in neutraler Umgebung ab.[17] Bis zu seinem Ausscheiden bei Fortune 1965 erschienen dort regelmäßig weitere Beiträge von ihm. In diesem Jahr erhielt Evans an der Fakultät für Grafisches Design der Yale University School of Art eine Professur für Fotografie. Bei dieser Schule handelt es sich um die Kunstakademie der Yale-Universität.
1962 stellte das Museum of Modern Art, New York, (MoMA) eine Auswahl der Bilder, die es 1938 schon gezeigt hatte, erneut unter dem Titel Walker Evans: American Photographs aus. 1971 kuratierte John Szarkowski für das MoMA Evans’ erste große Retrospektive.
1972 entdeckte Walker Evans die spezifischen Möglichkeiten der farbigen Polaroid-Sofortbildtechnik mit der ihr eigenen Ästhetik für sich, nachdem die Kamera Polaroid SX-70 auf den Markt gekommen war. Evans hatte bis dahin Farbfotografie weitgehend abgelehnt, erarbeitete allerdings zwischen 1945 und 1965 neun farbige Portfolios mit schwarz-weißen und farbigen Fotografien und weitere neun rein farbige Portfolios. Zur Arbeit mit der SX-70 Kamera sagte er: „Vor einem Jahr noch hätte ich behauptet, das Farbfoto sei etwas Vulgäres. Ein solcher Widerspruch ist typisch für mich. Nun werde ich mich mit aller Sorgfalt meiner Arbeit mit der Farbe widmen.“[18]
The Estate of Walker Evans (die Nachlassverwaltung des Fotografen) trat 1994 Walker Evans’ Nachlass einschließlich aller Urheberrechte an das Metropolitan Museum of Art ab.[19]
Privatleben
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Walker Evans war zweimal verheiratet, von 1941 bis 1955 mit Jane Smith Ninas und von 1960 bis 1970 mit Isabelle Boeschenstein.[20]
Mitgliedschaft / Ehrungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1969 wurde Walker Evans in die American Academy of Arts and Sciences gewählt.[21]
- Im Jahre 2000 wurde er wegen seiner Bedeutung als wichtiger amerikanischer Fotograf in den St. Louis Walk of Fame aufgenommen.
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Walker Evans’ Bedeutung als Fotograf beruht im Wesentlichen auf seinen Fotografien, die er während der Großen Depression Mitte der 1930er Jahre machte. Mit seiner Arbeit bei der FSA und der Reportage im Hale County knüpfte Evans an die große amerikanische Tradition sozialdokumentarischer Fotografen an, benutzte allerdings einen sehr persönlichen Blick auf die dargestellten Personen. Die Porträts der drei Pächterfamilien Fields, Burroughs und Tingle wurden zu Ikonen der Fotografie-Geschichte. Sie werden in den Vereinigten Staaten als Dokumente zur Identität der armen weißen Amerikaner angesehen, die auch unter schwierigsten Umständen aufrechten Hauptes ihre Moral nicht verlieren.[22]
Als typischer Ostküsten-Intellektueller hatte Evans eine enge Beziehung zu Literatur, Kunstgeschichte und war Kenner der zeitgenössischen Kunstentwicklung, so dass er vor einem solchen Hintergrund reflektiert die eigene Fotografie und die seiner Zeitgenossen würdigen und kritisch bewerten konnte. Entsprechend schnell hatte er sich die Sichtweisen europäischer Künstler und Fotografen angeeignet und als Impuls für seine eigene Entwicklung verstanden. Von dem Fotografie-Verständnis der bis dahin führenden amerikanischen Fotografen Edward Steichen und Alfred Stieglitz wandte er sich entschieden ab und bezeichnete deren fotografische Haltung als „artiness“. Damit bezog er sich auf eine Auffassung, die die Fotografie als Kunst etablieren wollte, indem sie Verfahren der Malerei nachahmte (Piktorialismus).[23]
Eine eigenständige fotografische Sprache entwickelte Walker Evans von seiner Arbeit zur Dokumentation viktorianischer Architektur an. Mit der frontalen und scheinbar neutralen Herangehensweise ist er nah an den Verfahren von Kunsthistorikern und Denkmalpflegern, zugleich aber auch ein Vorläufer von Bernd und Hilla Becher, die seit der zweiten Hälfte der 1950er Jahre u. a. Industriedenkmäler systematisch dokumentierten.
Bei der Präsentation seiner Aufnahmen in Ausstellungen und Büchern ist auffallend, wie wichtig ihm die nachträgliche Bearbeitung der Bilder durch Beschnitt war. In der letzten Nacht seiner Einzelausstellung im MoMA muss er zusammen mit einem Handwerker des Museums die meisten der Fotografien noch einmal für die Präsentation beschnitten haben. Er präsentierte sie nicht in Rahmen, sondern aufgezogen auf Pappe.[9][24]
Gleichzeitig kann Walker Evans als Vorläufer der Straßenfotografie (Streetphotography) verstanden werden. Einfluss auf viele Nachfolger hatte er zweifellos. Eindeutig belegt ist dies z. B. für Garry Winogrand, der selbst auf diesen Einfluss hinweist.[25] Der Straßenfotografin Helen Levitt wiederum war Evans ab Mitte der 1930er Jahre Kooperationspartner und Mentor.[26] Robert Frank hat bestätigt, dass die 1955/1956 aufgenommenen Fotografien seines Buches The Americans unter dem Einfluss von Walker Evans’ Werk entstanden.[27]
Mit seinen Fotografien von Fotografien (Bild im Bild), etwa der Fotografie des Werbebildes eines New Yorker Passbild-Fotografen Studio, hinterfragte er sein Medium auf seine Entstehungsweise. Hierin sehen einige Kunsthistoriker eine gewisse Vorläuferschaft für die Appropriation Art, nämlich der Ver- oder Bearbeitung von Kunstwerken anderer.[28]
Die Motivwahl von Walker Evans, die in einer Dokumentation der US-amerikanischen Alltagskultur bestand, hatte auch Einfluss auf die Maler des Fotorealismus.[29]
Walker Evans’ in seinen letzten zwei Lebensjahren entstandene Polaroids, die durch ihre Farbe und ihre gewisse Unschärfe formal wenig mit seinen ikonischen Schwarzweiß-Fotografien der 1930er Jahre zu tun haben, werden inzwischen von der Kunstkritik überwiegend positiv bewertet.[30][31] Zu einer Londoner Ausstellung der Polaroids hieß es im Guardian: „Evans sagte, niemandem unter 60 Jahren sollte es erlaubt sein, eine Polaroidkamera zu benutzen: »Man muss wirklich etwas von der Sache verstehen, bevor man es wagt, sie irgendwohin zu richten.« Er verstand sein Sujet tatsächlich – das amerikanische Leben, sowohl in seinen epischen als auch in seinen winzigen Erscheinungsformen. Diese letzten Bilder sind eine eindringliche Erinnerung daran.“[32]
Ausstellungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1977 150 Jahre Fotografie documenta 6, Kassel[33]
- 2010 Walker Evans. Decade by Decade, Cincinnati Art Museum, Cincinnati, Ohio[34][35]
- 2012 Walker Evans. Decade by Decade, SK Stiftung Kultur, Köln (Übernahme der Ausstellung des Cincinnati Art Museum, kuratiert von James Crump; 21. September 2012 bis 20. Januar 2013)[36]
- 2013 Oberösterreichisches Landesmuseum, Landesgalerie, Linz, Oberösterreich und Huis Marseille, Amsterdam
- 2014 Walker Evans: Ein Lebenswerk. Martin-Gropius-Bau, Berlin[37]
- 2015/2016 Walker Evans. Tiefenschärfe. Die Retrospektive. Josef Albers Museum. Quadrat, Bottrop
- 2017 Rétrospective Walker Evans. Centre Pompidou, Paris[38][39]
- 2020 Biennale für aktuelle Fotografie – Walker Evans Revisited. Kunsthalle Mannheim[40]
Gruppenausstellung
- 2018 I’m a Believer. Pop Art und Gegenwartskunst aus dem Lenbachhaus und der KiCo Stiftung, Städtische Galerie im Lenbachhaus und Kunstbau München[41]
Veröffentlichungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Hart Crane: The Bridge. Mit 3 Photogravüren von Walker Evans. Horace Liveright, New York 1930.
- American Photographs. Mit einem Essay von Lincoln Kirstein. The Museum of Modern Art, New York 1938.
- Mit James Agee: Let us now Praise Famous Men. Three Tenant Families. Houghton Mifflin, Boston, Massachusetts, USA 1941.
- Letzte deutsche Auflage: Preisen will ich die großen Männer. übersetzt von Karin Graf. Die Andere Bibliothek, Berlin 2013, ISBN 978-3-8477-0344-0.[42]
- Karl A. Bickel: The Mangrove Coast. Mit 32 Fotografien von Walker Evans. Coward-McCann, New York 1942.
- Many Are Called. Mit einer (1940 geschriebenen) Einleitung von James Agee. Erstausgabe: Houghton Mifflin, Boston 1966. Neuauflage 2004, erweitert um ein Vorwort von Luc Sante und ein Nachwort von Jeff L. Rosenheim: Yale University Press, New Haven and London / Metropolitan Museum of Art, New York, ISBN 0-300-10617-3.
Posthum
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Walker Evans at Work - 745 Photographs together with Documents / Selected from Letters, Memoranda, Interviews, Notes. Harper & Row, New York 1982. ISBN 0-06-011104-6.
- Walker Evans – Amerika (Bilder aus den Jahren der Depression). München 1990, ISBN 3-88814-351-9.
- Walker Evans – Der unstillbare Blick. München 1993, ISBN 3-88814-689-5.
- Florida. (52 der 1941 in Florida entstandenen Fotografien.) J. Paul Getty Museum, Los Angeles 2000, ISBN 0-89236-566-8.
- Polaroids. Scalo, Zürich / Berlin / New York 2002, ISBN 978-3-908247-43-2.
- Labor Anonymous. (50 der 1946 in Detroit entstandenen Fotografien). Buchhandlung Walther König / D.A.P., Köln / New York 2016, ISBN 978-3-86335-871-6.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- James R. Mellow: Walker Evans. Biographie. Basic Books, New York 1999, ISBN 0-465-09077-X.
- Walker Evans & COMPANY. The Museum of Modern Art, New York 2000. ISBN 0-8109-6206-3. (Katalog der gleichnamigen Ausstellung im MoMA vom 16. März bis zum 26. Juli 2000.)
- Michael Leicht: Wie Katie Tingle sich weigerte, ordentlich zu posieren und Walker Evans darüber nicht grollte. Eine kritische Bildbetrachtung sozialdokumentarischer Fotografie. transcript Verlag, Bielefeld 2006, ISBN 3-89942-436-0.
- James Crump: Walker Evans. Decade by Decade. Ausstellungskatalog Cincinnati Art Museum. Hatje und Cantz Verlag, Ostfildern 2010, ISBN 978-3-7757-3340-3.
- John Hill, Heinz Liesbrock: Walker Evans: Tiefenschärfe. Prestel, München 2015, ISBN 978-3-7913-8222-7.
- Thomas Zander (Hrsg.): Double Elephant. 5 Bände. mit Garry Winogrand, Manuel Álvarez Bravo, Lee Friedlander und einer Einführung. Steidl, Göttingen 2015, ISBN 978-3-86930-743-5.[43]
- Svetlana Alpers: Walker Evans : America; Leben und Kunst, München: Schirmer Mosel, 2021, ISBN 978-3-8296-0910-4[44]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Walker Evans bei Google Arts & Culture
- Anna Katharina Feldhaus: Unerschrocken und richtungsweisend (Artikel über das Spätwerk von Walker Evans), bei Schirn Magazin (vom 25. März 2013; abgerufen am 30. Juni 2024)
- Fotografien von Walker Evans bei www.loc.gov (Library of Congress)
- Billboard of a Furniture Store, Birmingham, Alabama 1936 bei The Metropolitan Museum of Art
- Oral history interview with Walker Evans, 1971 Oct. 13-Dec. 23 bei Archives of American Art, Smithsonian
- Edward Journey: Walker Evans. In: Encyclopedia of Alabama, 9. Oktober 2008, zuletzt aktualisiert am 1. Juli 2024, abgerufen am 7. September 2024.
- J. Richard Gruber: Walker Evans. Eintrag bei 64 Parishes: Encyclopedia, 12. September 2012, zuletzt aktualisiert am 10. August 2016.
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Die Angaben im Abschnitt „Leben und Werk“ folgen, wenn nicht im Einzelnen separat angegeben, Walker Evans at Work (s. Literatur) – darin der „Chronology“, den zitierten Dokumenten sowie dem umfangreichen Bildmaterial.
- ↑ Zeitablauf und Stationen der 1926/1927-Reise in Walker Evans at Work (s. Literatur), darin: S. 18 - „Itinerary“.
- ↑ Walker Evans: The Reappearance of Photography, in: Hound & Horn, Oktober–Dezember 1931; wiederveröffentlicht, in deutscher Übersetzung: Die Wiederkehr der Fotografie, in: Amerika (Bilder aus den Jahren der Depression) (s. Veröffentlichungen, posthum).
- ↑ Anna Marcum: Walker Evans & Ben Shahn: American Art of the Great Depression in Greenwich Village. In: villagepreservation.org. 4. November 2022, abgerufen am 25. August 2026 (englisch).
- ↑ Einige Dokumente der Vereinbarungen zwischen Evans und der RA/FSA in: Walker Evans at Work (s. Veröffentlichungen, posthum), S. 112 – „handwritten draft memorandum, spring 1935“: „this is pure record not propaganda (...) NO POLITICS whatever“.
- ↑ Walker Evans sagte in einem Interview auf die Frage, wie sie an die Familien herangetreten seien: „Well, just by explaining exactly what we were doing and with some sympathy. With some respect. Sure. For one thing, we compensated these people. We bought them, in a way. That sounds more corrupt than it was meant to be. We went into their houses as paying guests, and we told them what we were doing, and we sort of paid them for that.“ Walker Evans at Work (s. Veröffentlichungen, posthum), S. 125.
- ↑ Danny Heitmann: Let Us Now Praise James Agee. In: Humanities, Vol. 33, No.4. The National Endowment for the Humanities, 2012, abgerufen am 24. August 2026 (englisch): „Agee and Walker eventually expanded the project and got it published as a book, but the volume sold only six hundred copies after its 1941 release and was quickly remaindered.“
- ↑ Material zur Ausstellung American Photographs, 1938 im MoMA (englisch; abgerufen am 16. August 2026).
- 1 2 Drew Sawyer: Two Views of Walker Evans’s American Photographs. In: MoMA-Blog Inside/Out. Museum of Modern Art, 1. August 2013, abgerufen am 17. August 2026 (englisch).
- ↑ Kurzinformation zur Ausstellung Many Are Called 1982 in der Fraenkel Gallery, San Francisco (englisch; abgerufen am 18. August 2026).
- ↑ Views of Bridgeport, Connecticut (…) Commissioned by Fortune Magazine for "In Bridgeport's War Factories", Published September 1941. In: metmuseum.org. The MET Collection, abgerufen am 20. August 2026 (englisch, dort: „Notes“).
- ↑ Walker Evans: Florida. In: getty.edu. J. Paul Getty Trust, 2000, abgerufen am 18. August 2026 (englisch): „Far from stereotypical postcard pictures of sandy beaches and palm trees, Evans captured a region of contradictions. Here in the nation’s seaside vacationland, Evans focused his lens on decaying architecture, crowded street scenes, retirees, and numerous images of animals, railroad cars, and circus wagons from Ringling Brothers and Barnum and Bailey Circus, whose winter home was Sarasota.“
- ↑ David Campany: Walker Evans & the Written Word. In: Aperture Magazine. 7. Januar 2015, abgerufen am 20. August 2026 (englisch).
- ↑ Studies of Pedestrians in Detroit, Michigan, Commissioned by Fortune Magazine for "Labor Anonymous", Published November 1946. In: metmuseum.org. The MET Collection, abgerufen am 20. August 2026 (englisch).
- ↑ Corner of State and Randolph Streets, Chicago. In: metmuseum.org. The MET Collection, abgerufen am 20. August 2026 (englisch, eine der Fotografien der 1946er Chicago-Serie.).
- ↑ Views from Train, Commissioned by Fortune Magazine for "Along the Right of Way", Published September 1950. In: metmuseum.org. The MET Collection, abgerufen am 20. August 2026 (englisch, dort: „Overview“).
- ↑ Walker Evans: Beauties of the common tool. In: Fortune. 1. Juli 1955, abgerufen am 21. August 2026 (englisch, Online-Kopie des Foto-Essays aus 1955.).
- ↑ Walker Evans: “Polaroids of Women”. In: americansuburbx.com. 5. September 2011, abgerufen am 21. August 2026 (englisch, das vollständige Zitat im Original): „I’ve now taken up that little SX-70 camera for fun and become very interested in it. I’m feeling wildly with it. But a year ago I would have said that color is vulgar and should never be tried under any circumstances. It’s a paradox that I’m now associated with it and in fact I intend to come out with it seriously.“
- ↑ The Metropolitan Museum of Art Opens Walker Evans Archive on February 1. In: metmuseum.org. Metropolitan Museum of Art, 26. November 1999, abgerufen am 21. August 2026 (englisch, Presseerklärung): „Acquired in 1994 by the Museum's Department of Photographs, the Walker Evans Archive …“
- ↑ Photographic History Collection: Walker Evans. Smithsonian – National Museum of American History, abgerufen am 20. August 2026 (englisch).
- ↑ American Academy of Arts and Sciences. Book of Members (PDF). Abgerufen am 18. April 2016.
- ↑ Die Tatsache, dass ausschließlich drei weiße Landpächter-Familien ausgewählt wurden, ging ursprünglich auf den expliziten Auftrag des Magazins Fortune zurück. („In the summer of 1936 (…) Fortune (…) dispatched staff writer James Agee and photographer Walker Evans (…) to Alabama to examine the economic plight of white cotton tenant farmers.“) James Agee stimmte dieser Begrenzung zu und hielt sie für sinnvoll. („Although Agee acknowledged that one in three tenant farmers was black, he believed that a discussion of racism would distract from the journalist’s critique of the Southern economic system.“) Beide Zitate in einer Besprechung des 2013 als Buch erschienenen Originalmanuskripts Agees von Ron Briley: Review of James Agee and Walker Evans's "Cotton Tenants: Three Families". History News Network, 19. August 2013, abgerufen am 27. August 2026 (englisch).
- ↑ Exhibition – Walker Evans – Overview. In: metmuseum.org. 2000, abgerufen am 26. August 2026 (englisch): „Reacting against the Pictorialist tradition of Stieglitz, Steichen, and others of the preceding generation of photographers, Evans banished all artiness and artifice from his practice and let the subject (...) reveal itself directly to the viewer with exquisite candor.“
- ↑ Zum Thema von Evans’ besonderer Aufmerksamkeit für die Präsentation seiner Aufnahmen Drew Sawyer: Walker Evans – Centre Pompidou. In: Artforum. September 2017, abgerufen am 23. August 2026 (englisch).
- ↑ Leo Rubinfien: Walker Evans – The Poetry of Plain Seeing (2000). In: americansuburbx.com. 1. Juni 2012, abgerufen am 22. August 2026 (englisch, ursprünglich erschienen in Art in America, Dezember 2000): „Few artists are more candid about their esteem for their predecessors than Garry Winogrand was about his for Walker Evans. Evans had shown him that photographs could ‹describe intelligence›, he would say –and in his terse idiom this was the highest possible praise–but his admiration was never returned.“
- ↑ Levitt, Helen – Description. In: fundacionmapfre.org. Fundación Mapfre, abgerufen am 22. August 2026 (englisch): „In 1935 (Helen Levitt) submitted a portfolio to Walker Evans, who would become her mentor and friend and she would go on to help him print the historic American Photographs volume.“
- ↑ A Statement by Robert Frank (1958). In: americansuburbx.com. 10. Juli 2012, abgerufen am 22. August 2026 (englisch, ursprünglich erschienen in U.S. Camera Annual, S. 115, 1958): „The work of two contemporary photographers, Bill Brandt of England and the American, Walker Evans, have influenced me. When I first looked at Walker Evans’ photographs, I thought of something Malraux wrote: ‹To transform destiny into awareness.›“
- ↑ Sarah M. Miller – Clément Cheroux (Interview): Walker Evans, Hero of the Vernacular Style. In: aperture.org. 3. Januar 2018, abgerufen am 22. August 2026 (englisch, dort auch Abbildung des Studio-Fotos (Penny Picture Display, Savannah)).
- ↑ Kunsthaus Graz/Hyperrealismus. Abgerufen am 18. Dezember 2025.
- ↑ Speziell zu Evans’ Porträt-Polaroids: Jane Tormey: Walker Evans’s ‘Counter-Aesthetic’. In: americansuburbx.com. 15. Dezember 2010, abgerufen am 25. August 2026 (englisch, ursprünglich erschienen in Afterimage, 1. Juli 2003).
- ↑ Bruce Jackson: Thoughts on Photography: Walker Evans’ Polaroids. In: magpiesmagazine.com. 5. Juni 2026, abgerufen am 25. August 2026 (englisch).
- ↑ Elisabeth Mahoney: Walker Evans: Photographers' Gallery, London. In: The Guardian. 17. Mai 2003, abgerufen am 25. August 2026 (englisch): „Evans said that nobody under 60 should be allowed to use a Polaroid camera: "You have to really know something before you dare to point it anywhere." He did really know his subject: American life in both its epic and tiny manifestations. These last pictures are an emphatic reminder of that.“
- ↑ Katalog zur documenta 6: Band 2, S. 66: Fotografie/Film/Video, 1977, ISBN 3-920453-00-X.
- ↑ Kurzinformation zur Ausstellung 2010 in Cincinnati (englisch; abgerufen am 16. August 2026).
- ↑ Walker Evans. Kurzinformation zum Ausstellungskatalog Decade by Decade, bei FotografR, Magazin für Fotografie (abgerufen am 16. August 2026).
- ↑ Kurzinformation zur Ausstellung 2012/2013 in Köln (abgerufen am 16. August 2026).
- ↑ Kurzinformation zur Ausstellung 2014 in Berlin (abgerufen am 16. August 2026).
- ↑ Kurzinformation zur Ausstellung 2017 in Paris (französisch; abgerufen am 17. August 2026).
- ↑ Centre Pompidou: Bande-annonce auf YouTube, abgerufen am 17. August 2026 (französisch).
- ↑ Kurzinformation zur Ausstellung 2020 in Mannheim (abgerufen am 17. August 2026).
- ↑ Lenbachhaus - I'm a Believer. Abgerufen am 18. März 2019.
- ↑ Ein Leben, wie vom Marquis de Sade erdacht. In: FAZ. 5. Oktober 2013, S. L7.
- ↑ Einfach nur Ikonen. In: FAZ. 17. März 2016, S. R6.
- ↑ Tobias Lehmkuhl: Fotografie in Amerika: Svetlana Alpers über Walker Evans. Rezension. Abgerufen am 9. April 2022.
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Evans, Walker |
| KURZBESCHREIBUNG | US-amerikanischer Fotograf |
| GEBURTSDATUM | 3. November 1903 |
| GEBURTSORT | St. Louis |
| STERBEDATUM | 10. April 1975 |
| STERBEORT | New Haven (Connecticut) |