Asmik Grigorian
APA/Barbara Gindl
APA/Barbara Gindl
Auszeichnung

Musiktheaterpreis an Grigorian und Hinterhäuser

Am Dienstagabend sind in der Votivkirche die Gewinner des 14. Österreichischen Musiktheaterpreises gekürt worden. Darunter fanden sich Asmik Grigorian als aktueller Topstar des Stimmfachs und der geschasste Salzburger Ex-Festspielintendant Markus Hinterhäuser.

Hinterhäuser wurde mit dem Großen Preis der Jury für sein Schaffen als Pianist, Festivalleiter und Kulturmanager gewürdigt. „Mit seinem Mut zum Ungewöhnlichen, seiner programmatischen Weitsicht und seinem untrüglichen Gespür für außergewöhnliche Künstlerpersönlichkeiten hat er neue Räume für Begegnung, Diskurs und künstlerische Erfahrung geschaffen“, hieß es dazu im Vorfeld von der Jury unter Vorsitz von Kulturredakteur Heinz Sichrovsky.

Grigorian und Spyres holen sich Hauptrollen-Sparten

Mit Asmik Grigorian wurde in der Sparte Weibliche Hauptrolle eine der Entdeckungen Hinterhäusers ausgezeichnet. Die 45-jährige Litauerin, die mit der „Salome“ bei den Festspielen einst ihren internationalen Durchbruch feierte, obsiegte mit ihrer Interpretation der Titelpartie der „Norma“ am Musiktheater an der Wien. Ihr zur Seite stand am Abend in der Votivkirche der 1979 geborene US-Amerikaner Michael Spyres, der für seine Leistung als Giovanni Pierluigi Palestrina in „Palestrina“ an der Wiener Staatsoper als beste männliche Hauptrolle gewürdigt wurde.

Fotostrecke mit 9 Bildern

Markus Hinterhäuser erhŠlt den Sonderpreis „Gro§er Preis der Jury“
APA/Georg Hochmuth
Markus Hinterhäuser erhält den Sonderpreis „Großer Preis der Jury“ (rechts: Christoph Ransmayr)
Anja Silja erhält den Sonderpreis „Lebenswerk“
APA/Georg Hochmuth
Anja Silja erhält den Sonderpreis „Lebenswerk“
Asmik Grigorian  „Beste weibliche Hauptrolle“
APA/Georg Hochmuth
Für die „Beste weibliche Hauptrolle“ wurde Asmik Grigorian geehrt
Michael Spyres „Beste männliche Hauptrolle“
APA/Georg Hochmuth
„Beste männliche Hauptrolle“ für Michael Spyres
Patricia Nolz „Beste weibliche Nebenrolle“
APA/Georg Hochmuth
„Beste weibliche Nebenrolle“ ist Patricia Nolz
Jörg Schneider „Beste männliche Nebenrolle“
APA/Georg Hochmuth
Jörg Schneider „Beste männliche Nebenrolle“
 Claus Guth „Beste Regie“
APA/Georg Hochmuth
Claus Guth für „Beste Regie“
 Leo Nucci erhält den Sonderpreis „Publikumspreis“
APA/Georg Hochmuth
Leo Nucci erhält den Sonderpreis „Publikumspreis“
 Nils Strunk „Cross Over“
APA/Georg Hochmuth
Preisträger Nils Strunk für „Cross Over“

In den Nebenrollensparten konnten sich Patricia Nolz (als Silla in „Palestrina“ an der Staatsoper) und Jörg Schneider (als Doktor in „Drei Schwestern“ bei den Salzburger Festspielen) jeweils den Sieg sichern. Der Titel als bester Regisseur ging an Claus Guth für seinen „Blaubart“ und „Die menschliche Stimme“ bei den Festspielen Erl, während Maxime Pascal für seine Leistung bei den „Drei Schwestern“ im Rahmen der Salzburger Festspiele als bester Dirigent ausgezeichnet wurde.

Musiktheaterpreis geht an Grigorian und Hinterhäuser

Am Dienstagabend sind in der Votivkirche die Gewinner des 14. Österreichischen Musiktheaterpreises gekürt worden. Darunter fanden sich Asmik Grigorian als aktueller Topstar des Stimmfachs und der geschasste Salzburger Ex-Festspielintendant Markus Hinterhäuser.

Salzburger „Zaide“ beste Oper

Ebenfalls nach Salzburg ging die Renommierkategorie Gesamtproduktion Oper, wobei das von Raphaël Pichon konzipierte, ungewöhnliche Mozart-Projekt „Zaide“ bedacht wurde, während als beste Operette der von Josef E. Köpplinger gestaltete „Waldmeister“ im Rahmen des Wiener Festjahres „Johann Strauss 2025“ geehrt wurde.

Mit der für das Genre ungewohnten Thematik des Holocaust hat das Musical „Briefe von Ruth“ von Gisle Kverndokk in der Fassung der mittlerweile geschlossenen Kammeroper Wien sich die Würdigung als beste Musicalproduktion erspielt, während die Volksopern-Produktion „Alma“ als Bio-Oper über Alma Mahler-Werfel von Komponistin Ella Milch-Sheriff den Titel der besten Uraufführung zugesprochen bekam. Und schließlich triumphierte das kleine Wiener Avantgardehaus Bronski & Grünberg mit seiner ESC-Hommage „Eurobronski“ in der Sparte der besten Off-Produktionen.

Bei den am häufigsten bedachten Institutionen lagen die Salzburger Festspiele und die Volksoper Wien mit je drei Ehrungen an der Spitze, gefolgt von der Wiener Staatsoper und dem Tiroler Landestheater Innsbruck mit je zwei Auszeichnungen.

Ehrungen für Silja und Nucci

Abseits des aktuellen Geschehens wurden am Abend auch zwei große Namen der Oper für ihre Lebensleistung gewürdigt. Die 86-jährige deutsche Sopranistin Anja Silja erhielt den Lebenswerkpreis, den sie persönlich entgegennahm. „Anja Silja hat Rollen nicht ausgelegt, sie hat sie sich angeeignet – mit einer Direktheit, die dem Musiktheater ihrer Generation oft fremd war“, begründete Karl-Michael Ebner als Präsident des Österreichischen Musiktheaterpreises die Ehrung der Künstlerin. Der Publikumspreis ging hingegen an den mittlerweile 84-jährigen Bariton Leo Nucci.