Anna Maria Bernini

Anna Maria Bernini (* 17. August 1965 in Bologna) ist eine italienische Rechtswissenschaftlerin und Politikerin (FI). Seit 2022 ist sie Forschungsministerin im Kabinett Meloni.
Leben und Wirken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bernini studierte Rechtswissenschaften an der Universität Bologna, wo sie 1991 ihren Abschluss machte. Anschließend verblieb sie als außerordentliche Professorin an der Universität und lehrte nationales und internationales Schiedsrecht. 1995 wurde Bernini zur italienischen Anwaltschaft zugelassen und trat in die Kanzlei ihres Vaters ein, wo sie hauptsächlich im Zivil- und Verwaltungsrecht tätig war. Ihre Kanzlei fusionierte 2005 mit Baker McKenzie.
2007 gehörte Bernini gemeinsam mit Gianfranco Fini und Adolfo Urso zu den Gründungsmitgliedern der Fondazione Farefuturo, einer rechtsgerichteten Denkfabrik.[1] Bei den Parlamentswahlen in Italien 2008 kandidierte sie im Wahlkreis Emilia-Romagna für die Alleanza Nazionale für die Camera dei deputati und zog über einen Listenplatz ins Parlament ein. Dort gehörte sie unter anderem dem Verfassungsausschuss, dem Ausschuss für Amtsenthebungsverfahren und der Parlamentskommission zur Umsetzung des Fiskalföderalismus an. 2010 kandidierte Bernini bei der Regionalwahl in der Emilia-Romagna für das Amt der Regionalpräsidentin, unterlag mit 36,73 % der Stimmen aber Vasco Errani.[2]

Im Juli 2011 galt sie als Favoritin auf die Nachfolge von Angelino Alfano als Justizministerin im Kabinett Berlusconi IV. Allerdings wurde sie „nur“ auf den schon lange vakanten Posten der Europaministerin berufen.[3] Dieses Amt hatte sie inne, bis im November 2011 die komplette Regierung zurücktrat.
Bei den Parlamentswahlen in Italien 2013 kandidierte Bernini für den Senato della Repubblica. Als Spitzenkandidatin für Il Popolo della Libertà wurde sie im Wahlkreis Emilia-Romagna zur Senatorin gewählt.[4] Nach der Auflösung von Il Popolo della Libertà schloss Bernini sich der neugegründeten Forza Italia an,[5] wo sie zur stellvertretenden Fraktionsvorsitzenden im Senat und im März 2024 zum Präsidiumsmitglied gewählt wurde.[6] Bei den Parlamentswahlen 2018 gelang ihr die Wiederwahl als Senatorin.[7]
Bei den vorgezogenen Neuwahlen 2022 kandidierte Bernini im Wahlkreis Venetien für den Senat und wurde abermals wiedergewählt.[8] Nach dem Sieg der Mitte-Rechts-Koalition bei den Wahlen und der anschließenden Regierungsbildung unter Giorgia Meloni wurde Bernini im Oktober 2022 als Ministerin für Universität und Forschung in deren Kabinett berufen.[9] In dieser Funktion setzte sie sich unter anderem für eine Reform der Zulassungsverfahren für die Studiengänge Medizin, Zahnmedizin und Veterinärmedizin ein, um die Zahl der Absolventen entsprechend dem Bedarf des Nationalen Gesundheitsdienstes zu steigern.[10] Im September 2024 legte sie einen Gesetzentwurf vor, womit die Karrieren von Universitätsforschern reformiert werden sollte. Nach anhaltender Kritik aus dem akademischen Betrieb stoppte sie im Februar 2025 das Gesetzgebungsverfahren.[11]
Privat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Bernini war von 2003 bis zu dessen Tod im Jahr 2011 mit dem 1935 geborenen Gynäkologen Luciano Bovicelli verheiratet.[12] Später befand sie sich in einer Beziehung mit dem Journalisten Alessandro De Angelis.[13]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Bernini, Anna Maria. In: Enciclopedia on line. Istituto della Enciclopedia Italiana, Rom.
- Anna Maria Bernini beim italienischen Forschungsministerium
- Anna Maria Bernini beim italienischen Senat
- Anna Maria Bernini bei der Universität Bologna
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ FareFuturo con Silvio, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ La carriera fulminea di lady Bernini: è favorita per il ministero della Giustizia, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ Via libera al rimpasto di governoPalma alla Giustizia, Bernini Miss Ue, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ Wer ist Anna Maria Bernini, neue Ministerin in der Regierung von Giorgia Meloni?, abgerufen am 5. März 2026.
- ↑ Esplora il significato del termine: L’addio al Pdl (in frantumi), rinasce Forza ItaliaL’addio al Pdl (in frantumi), rinasce Forza Italia, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ Ufficio di Presidenza: Berlusconi nomina il Comitato di Presidenza, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ Bernini eletta: 'Il modello emiliano-romagnolo deve fare i conti con i suoi errori', abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ Eletti al Senato alle elezioni 2022: ecco i nuovi senatori sia all'uninominale che al proporzionale, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ Governo: da Mattarella l'incarico a Meloni, presentata la lista dei ministri, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ Accesso a medicina. Bernini alla Camera: “Avviata riforma, non più test da lancio della monetina ma materie caratterizzanti”, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ Università, Bernini ferma il Ddl precari: “Troppe proteste”. I rettori: “Vai avanti”, abgerufen am 5. Februar 2026 (italienisch).
- ↑ E’ morto il dottor Bovicelli, marito dell’ex ministro Bernini, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
- ↑ Anna Maria Bernini / Dopo l’ex marito Luciano Bovicelli il compagno Alessandro De Angelis, abgerufen am 5. März 2026 (italienisch).
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Bernini, Anna Maria |
| KURZBESCHREIBUNG | italienische Rechtswissenschaftlerin und Politikerin |
| GEBURTSDATUM | 17. August 1965 |
| GEBURTSORT | Bologna |