Budwity
| Budwity | ||
|---|---|---|
| ? | ||
| Basisdaten | ||
| Staat: | ||
| Woiwodschaft: | Ermland-Masuren | |
| Powiat: | Ostróda | |
| Gmina: | Małdyty | |
| Geographische Lage: | 53° 56′ N, 19° 40′ O | |
| Höhe: | 115 m n.p.m. | |
| Einwohner: | 259 (2021[1]) | |
| Postleitzahl: | 14-330 | |
| Telefonvorwahl: | (+48) 89 | |
| Kfz-Kennzeichen: | NOS | |
| Wirtschaft und Verkehr | ||
| Straße: | Gumniska Wielkie/DW 613 ↔ Kadzie–Połowite | |
| Jarnołtowo – Jarnołtówko → Budwity | ||
| Eisenbahn: | Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo Bahnstation: Małdyty | |
| PKP-Strecke 222: Małdyty–Malbork (stillgelegt) | ||
| Nächster int. Flughafen: | Danzig | |
Budwity (deutsch Bauditten) ist ein Ort in der Gmina Małdyty (Maldeuten) im Powiat Ostródzki der Woiwodschaft Ermland-Masuren in Polen. Er liegt im ostpreußischen Oberland, fünf Kilometer nordwestlich von Małdyty und südwestlich des Jezioro Budwity (deutsch Bauditter, auch Pinnauer See).

Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Ort Bauditten wurde urkundlich seit 1321 erwähnt. Das Allodial-Rittergut Bauditten, mit Boditten, Gischainen, Groß und Klein Rüppertswalde befand sich, nach Auflösung des Klosters, im Besitz der Familie von Diebes. Der Grundbesitz wurde 1506 dem letzten Hochmeister des Deutschen Ordens, Herzog Friedrich von Sachsen, und 1530 dem weltlichen Herzog in Preußen, Markgraf Albrecht von Brandenburg, verliehen.
Danach befand sich das Rittergut ab 1668 im Besitz des schwedischen Obersten von Rappen, ab ca. 1750 der Familie von Kleist, ab 1794 Friedrich von Auerswald, ab 1803 von Ernst von Foelkersamb und ab 1827 Gustav von Frantius. Zwischenzeitlich waren auch Angehörige der Adelsgeschlechter von Brumsee und von Platow mit Bauditten begütert.
Der Gutsort Bauditten zählte im Jahre 1820 125 Einwohner.[2]
1855 erstand Ferdinand Wilhelm Eben, der eigentliche Gründer des Anwesens, zusammen mit seiner Frau Agnes de Froideville das Gut. Durch vorherigen Kauf von separierten Ländereien in Ebenau ca. 3000 Morgen hatte das Areal eine Größe von ca. 10.000 Morgen.
Am 1. Oktober 1874 wurde Bauditten Amtsdorf und damit namensgebend für einen Amtsbezirk im ostpreußischen Kreis Mohrungen[3], zu dem allerdings nur der Gutsbezirk Bauditten mit seinen Vorwerken, Gütern und sonstigen Orten gehörte. Im Jahre 1885 Bauditten 554 Einwohner, im Jahre 1905 waren es 500, davon waren 496 evangelisch, und 4 römisch-katholisch.[2] Die Größe der Flur betrug 1920 ca. 2000 Hektar. Am 30. September 1928 wurde der Gutsbezirk Bauditten offiziell in eine Landgemeinde umgewandelt.[3] Im Jahre 1933 waren in Bauditten 676, und im Jahre 1939 549 Einwohner registriert.[4]
Zu dem Gut Bauditten gehörten eine Molkerei, Ziegelei, Torfstichanlage und eine Brennerei.
Bahnhof
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Bauditten lag an der Bahnstrecke Marienburg–Miswalde–Maldeuten–Allenstein. Das Bahnhofsgebäude ist im Stil einer norwegischen Stabkirche errichtet und hieß bis 1925 Bahnhof Ebenhöh (Ostpr.). Durch die vorteilhafte Lage und Verkehrsanbindung durch die Osteroder Chaussee, den Oberländischen Kanal unweit der ‚schiefen Ebene‘ und mit dem Bahnhof an der Bahnstrecke Małdyty–Malbork boten sich günstige Absatzwege für die Erträge des Ackerbaus und der Industrie. Anbauschwerpunkt auf den guten Böden war die Zuckerrübe.
Gutshaus Bauditten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Das Gutshaus, gelegen an einem See, umgeben von einem Landschaftspark, wurde 1857 im Stil der italienischen Residenzarchitektur erbaut. Die Lage des Schlosses mit bedeutendem Park- und Gartenanlagen machten diesen Besitz zu einem bevorzugten in der Provinz. Die Familie von Eben bewirtschaftete das Gut bis 1945. Letzter Besitzer, bis zur Vertreibung durch die Rote Armee 1945, war Hans-Emil von Eben.
Nach der Wendezeit sind Gutshaus, Gutsgebäude, Landschaftspark, alter Baumbestand, Chausseen mit Baumalleen größtenteils verfallen und verwahrlost. Seit einigen Jahren gibt es eine neue Eigentümerin für die Ländereien. 1300 Hektar werden wieder landwirtschaftlich bewirtschaftet.
Religion
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Vor dem Zweiten Weltkrieg lebten nur sehr wenige römisch-katholische Einwohner in Bauditten. Das Dorf gehörte zur Kirche St. Joseph in der Stadt Mohrungen im damaligen Bistum Ermland.[2] Nach 1945 siedelten sich hier zahlreiche Neubürger an, die mehrheitlich katholischer Konfession waren. Sie wurden der Christkönigkirche Jarnołtowo zugeordnet, die zum Dekanat Morąg im Bistum Elbląg gehört. Mit bedeutender Unterstützung auch der Einwohner aus Budwity und auch aus Gumniska Małe und Gumniska Wielkie wurde in Budwity im Jahre 1991 eine eigene Kirche gebaut, die zwischenzeitlich mehrfach renoviert wurde, u. a. mit einer Photovoltaikanlage auf dem Kirchendach. Die Kirche ist eine dem Hl. Franz von Aussisi geweihte Filialkapelle der Pfarrei Jarnołtowo.[5]
Vor 1945 war die Mehrheit der Einwohner Baudittens evangelischer Konfession. Das Dorf war in die Kirche Groß Arnsdorf eingepfarrt und gehörte somit zum Superintendenturbezirk Saalfeld im Kirchenkreis Mohrungen innerhalb der Kirchenprovinz Ostpreußen der Kirche der Altpreußischen Union.[6] Nach großen Verlusten der einheimischen Bevölkerung aufgrund von Flucht und Vertreibung leben heute nur noch wenige evangelische Einwohner in Budwity. Das Dorf gehört jetzt zur evangelischen Kirchengemeinde in Morąg, einer Filialgemeinde von Ostróda in der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Budwity ist über eine Nebenstraße zu erreichen, die bei Gumniska Wielkie von der Woiwodschaftsstraße 613 abzweigt und über Kadzie bis nach Połowite führt. Eine von Jarnołtowo über Jarnołtówko kommende Nebenstraße endet in Budwity.
Die nächste Bahnstation ist Małdyty. Sie liegt an der PKP-Bahnstrecke Olsztyn–Bogaczewo. Bis 1999 bzw. 2004 war Budwity selber Bahnstation an der Bahnstrecke Małdyty–Malbork, die nicht mehr befahren wird und inzwischen demontiert worden ist.
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Wilhelm Eberhard von Brumsee (1688–1755), preußischer Leutnant, Landrat, Erbherr auf Bauditten
- Johannes von Eben (1855–1924), preußischer General, starb am 30. Juni 1924 auf Bauditten
- Hans von Hülsen (1776–1849), preußischer General, Erbherr auf Bauditten
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Polska w Liczbach: Osada Budwity w liczbach (polnisch)
- 1 2 3 Geschichtliches Orts-Verzeichnis: Bauditten
- 1 2 Rolf Jehke: Amtsbezirk Bauditten
- ↑ Michael Rademacher: Ortsbuch Landkreis Mohrungen
- ↑ Pfarrei Jarnołtowo (polnisch)
- ↑ Walther Hubatsch: Geschichte der evangelischen Kirche Ostpreußens, Band 3 Dokumente, Göttingen 1968, S. 467
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Carl E. L. von Lorck: Landschlösser und Gutshäuser in Ost- und Westpreußen. Mit einem beschreibenden Verzeichnis von über 450 Häusern. 4. Auflage. Weidlich, Frankfurt am Main 1972, ISBN 3-8035-0343-4.
- Helmut Sieber: Schlösser und Herrensitze in Ost- und Westpreussen. Nach alten Stichen und Zeichnungen (= Burgen, Schlösser, Herrensitze. 4). Weidlich, Frankfurt am Main 1958.
- Sammlung Alexander Duncker, Zentral- und Landesbibliothek Berlin.
- Małgorzata Jackiewicz-Garniec, Mirosław Garniec: Schlösser und Gutshäuser im ehemaligen Ostpreußen (polnischer Teil). Gerettetes oder verlorenes Kulturgut? Mit einem Vorwort von Marion Gräfin Dönhoff. Studio Arta, Olsztyn 2001, ISBN 83-912840-3-4.

