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Dálnice 56

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dálnice D56 in Tschechien
Dálnice 56
Karte
Dálnice 56
Dálnice 56
Basisdaten
Betreiber: Ředitelství silnic a dálnic ČR
Gesamtlänge: 14 km
  davon in Betrieb: 14 km

Kraj (Region):

Region Mährisch-Schlesien

Ausbauzustand: 2 × 2 Fahrstreifen + Standstreifen
Straßenverlauf
Übergang aus S56
(39)  Ostrava-Hrabová 478
(40)  Ostrava-Průmyslová zóna 478
Mistecká Symbol: Runter
(42)  Ostrava-Nová Bělá
(43)  Důl Paskov
(45)  Paskov
(49)  Staříč
Staříč Symbol: Rauf
(51)  Sviadnov S56
Olešná sowie über S48 und 473 (260 m)
Kvapilova (73 m)
(53)  Frýdek-Místek-západ D48 E462

Die Dálnice 56 (tschechisch für „Autobahn 56“) ist eine Autobahn in Tschechien und verbindet in der Region Mährisch-Schlesien deren Verwaltungszentrum Ostrava mit Frýdek-Místek, wo sie in die D48 mündet. Im Norden wie im Süden wird sie von der Staatsstraße I/56 fortgesetzt.

Maut- und Vignettenpflicht besteht auf der D56 zwischen der Anschlussstelle Hrabová-průmyslová zóna (Ausfahrt 40) und dem Autobahnkreuz Frýdek-Místek-západ (D48) auf insgesamt 14 Kilometern.[1]

Mit dem Münchner Abkommen 1938, der Zerschlagung der Tschechoslowakei 1939 durch den deutschen NS-Staat und dem Beginn des Zweiten Weltkriegs mit dem Überfall auf Polen erfolgte eine Ausdehnung der Planungen zum Bau von Reichsautobahnen auf besetzte Gebiete außerhalb des Deutschen Reichs. Der Netzplan vom Mai 1941 enthielt eine von der Reichsautobahn Berlin – Breslau – Gleiwitz bei Oppeln abzweigende Linie, die über Mährisch Ostrau nach Žilina in der Slowakei in die projektierte Strecke Wien – Bratislava – Košice münden sollte. Von diesen Plänen wurde nichts verwirklicht.[2]

Die Entwicklung des wirtschaftlichen Ballungsraumes um Ostrava mit Kohlebergbau, chemischer Industrie, Maschinenbau und Papierherstellung führte nach dem Zweiten Weltkrieg zu einem deutlichen Verkehrswachstum in der Region. Die tschechoslowakische Regierung berücksichtigte diesen Bedarf bereits mit ihrem Beschluss Nr. 286 vom 10. April 1963, eine Schnellstraße Z-72 von der geplanten Dálnice 47 über Ostrava, Frýdek-Místek, Frýdlant nad Ostravicí weiter in Richtung Staré Hamry zu errichten. Der Abschnitt zwischen der D47, Ostrava und Frýdek-Místek war in der Kategorie S 26,5/100 und der Abschnitt Frýdek-Místek – Frýdlant nad Ostravicí in der Kategorie S 15/100 vorgesehen.[3]

Der Bau der Z-72 begann in den 1970er-Jahren im Abschnitt Frýdek-Místek – Frýdlant nad Ostravicí mit folgenden vierstreifigen, kreuzungsfreien Teilstrecken, die allerdings über keine Stand- und Mittelstreifen verfügten:[3]

AbschnittLängeStatusBaubeginnFertigstellungQuerschnittEntwurfs-
geschwindigkeit
Sonstiges
AS Frýdek-Místek-sever – AS Frýdek-Místek (I/48)1,3 kmunter Verkehr1973S 26,5120zunächst als Silnice I/56, heute als Silnice II/473 gewidmet
AS Frýdek-Místek (I/48) – AS Kunčičky u Bašky (II/477)3,3 km1971S16,5100zunächst vollständig als Silnice I/56, heute zwischen Frýdek-Místek und der AS der D48 als Silnice II/473 gewidmet
AS Kunčičky u Bašky (II/477) – Behelfs-AS bei Hodoňovice/Kamenec2,5 km1970als Silnice I/56 gewidmet
Behelfs-AS bei Hodoňovice/Kamenec – Behelfs-AS Frýdlant nad Ostravicí-Nord (III/48416)2,9 km1972
Errichtung AS Frýdlant nad Ostravicí-Nord (III/48416)0,5 km1974
südl. AS Frýdlant nad Ostravicí-Nord (III/48416) – Behelfs-AS Nähe Tankstelle (Umgehung Frýdlant nad Ostravicí, 1. Bauabschnitt)1,7 km1977
Behelfs-AS Nähe Tankstelle – AS Frýdlant nad Ostravicí-Süd (II/483) (Umgehung Frýdlant nad Ostravicí, 2. Bauabschnitt)1,0 km1978
AS Frýdlant nad Ostravicí-Süd (II/483) – Nová Dědina (Anbindung an bestehende Trasse der I/56)0,7 km1980S11,580

Später wurde der Abschnitt Opava – Ostrava in den Streckenzug Z-72 aufgenommen, während der Abschnitt Frýdek-Místek – Frýdlant nad Ostravicí als Silnice I/56 gewidmet wurde. In den 1980er-Jahren sorgte die Ansiedlung eines papierherstellenden Großbetriebes in Paskov für den Aus- und Neubau im Abschnitt nördlich Frýdek-Místek in Richtung Ostrava, um die Anlieferung von Holz zu ermöglichen. Im November 1984 wurde mit der Inbetriebnahme des Werks eine einbahnige Teilstrecke zwischen Paskov und Frýdek-Místek dem Verkehr übergeben.[3]

Nach dem Zerfall der Tschechoslowakei zum 1. Januar 1993 sah die neue tschechische Regierung den Streckenzug D47 – Ostrava – Frýdek-Místek als Schnellstraße Rychlostní Silnice 56 vor. Zwischen 1993 und 2008 fanden mehrere Untersuchungen zum Aus- und Neubau des Abschnitts Opava – Ostrava statt, die jedoch zu Widerstand in einer betroffenen Gemeinde führten und in kein genehmigtes Projekt mündeten.[3] Zum 1. Januar 2016 wurde die bisherige Rychlostní silnice 56 teilweise zur Autobahn D56 durch das Gesetz Nr. 268/2015 vom 15. September 2015 umklassifiziert. Im Zusammenhang mit der Umbenennung der Schnellstraßenverbindung Rychlostní Silnice 56 zur Dálnice 56 zum 1. Januar 2016 verblieben folgende Abschnitte als Silnice I/56 gewidmet oder die Teilstrecken wurden auf diese Straßenkategorie abgestuft bzw. werden nur noch in dieser Straßenklasse geplant:

AbschnittLängeStatusBaubeginnFertigstellungQuerschnittEntwurfs-
geschwindigkeit
Sonstiges
Opava – Petřkovice27,970 kmin Planung; Raumuntersuchung durchgeführt, Wirtschaftlichkeitsuntersuchung genehmigt, UVP-Verfahren eingeleitetoffenoffenS9,5/S15,2590/110als Silnice I/56[4]
Petřkovice – Ostrava (Anschluss an Dálnice 1)1,759 kmin Planung; Projektplan genehmigt20292032S7,5/S9,5/S11,570/90als Silnice I/56[5]
Erweiterung Místecká I (Abschnitt zwischen Anschluss an D1 und II/647, Straße Mariánskohorská)1,310 kmunter Verkehr14. März 20083. Dezember 2010MR24,580gewidmet als Silnice I/56[6]
Erweiterung Místecká II (Abschnitt zwischen Anschluss an II/647, Straße Mariánskohorská, und II/479, Straße Českobratrská)1,212 km14. März 200820. Dezember 2012gewidmet als Silnice I/56; Eröffnung 1. Fahrbahn am 30. Juni 2011[7]
Erweiterung Místecká III (Abschnitt zwischen II/479, Straße Českobratrská, und II/479, Straße 28. října)0,611 kmAusbau geplantgeplant: 2028geplant: 2031MR4dc 30,75/27,0gewidmet als Silnice I/56; teilweise mit Einhausung geplant[8]
Straße 28. října – Straße Vítkovická1,2 kmunter Verkehr1984R24,5als Silnice I/56 gewidmet[3]
Straße Vítkovická – Straße Výstavní1,1 kmFebruar 19982000R24,5als Silnice I/56 gewidmet[3]
Neubau AS Halasova0,75 km1988MR24,5als Silnice I/56 gewidmet[3]
AS Rudná – AS Moravská0,8 km1966S26,5als Silnice I/56 gewidmet[3]
AS Moravská - AS Hrabová (Ausfahrt 39)2,2 km1976S26,5als Silnice I/56 gewidmet[3]

Diese Abschnitte verfügen nicht über den notwendigen Ausbaustandard für eine tschechische Autobahn der I. oder II. Klasse. Insbesondere in der Ortsdurchfahrt Ostrava sind teilweise Bushaltestellen und Busspuren auf den Standstreifen angelegt.

Die als Dálnice 56 gewidmete Strecke ist größtenteils zwischen 1985 und 1990 fertiggestellt worden. Der Anschluss an die Umfahrung Frýdek-Místek wurde im September 2022 vollständig eröffnet:[9]

AbschnittLängeStatusBaubeginnFertigstellungQuerschnittEntwurfs-
geschwindigkeit
Sonstiges
AS Klimkovice/Ostrava-Hrabova (Ausfahrt 39) – südlich AS Ostrava-Hrabová, průmyslová zóna (Ausfahrt 40)1,577 kmunter Verkehr1988S26,5120Anbau der 2. Fahrbahn an bestehende I/56[3]
südlich AS Ostrava-Hrabová, průmyslová zóna (Ausfahrt 40) – AS Ostrava-Nová Bělá (Ausfahrt 42)1,470 km1990R26,5Anbau der 2. Fahrbahn an bestehende I/56[3]
AS Ostrava-Nová Bělá (Ausfahrt 42) – nördlich AS Paskov-Krmelín (Ausfahrt 44)1,728 km1990R26,5mit AS Vratimov (Ausfahrt 43); Anbau der 2. Fahrbahn an bestehende I/56[3]
AS Paskov-Krmelín (Ausfahrt 44) – Behelfs-AS südlich AS Paskov-Krmelín0,890 km1988S26,5[3]
Behelfs-AS südlich AS Paskov-Krmelín – AS Sviadnov (Ausfahrt 51)5,7 km1985S26,5mit AS Sviadnov/Staříč (Ausfahrt 49); Bauabschnitt umfasste ursprünglich nördliche Ausfallstraße von Frýdek-Místek[3]
AS Sviadnov (Ausfahrt 51) – Kreuz Frýdek-Místek-západ (D48)2,184 km22. Mai 20182. September 2022R25,580Eröffnung 1. Fahrbahn am 30. Juni 2022[10]

Die Kilometrierung und die Nummerierung der Ausfahrten der D56 bemessen sich an dem Beginn der Silníce I/56 bei Opava.

Commons: Dálnice 56 – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Karte der vignettenpflichtigen Strecken. Státní fond dopravní infrastruktury, abgerufen am 26. Dezember 2025.
  2. ↑ Infrastruktur der Motorisierung: Autobahnen. Funktionen der Reichsautobahnen. Deutsches Online-Museum für Public Relations, abgerufen am 26. Dezember 2025.
  3. 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 12 13 14 Dálnice D 56 Ostrava - Frýdek-Místek - Dálnice D 48. dalnice-silnice.cz, 1. Januar 2019, archiviert vom Original (nicht mehr online verfügbar) am 24. Oktober 2019; abgerufen am 26. Dezember 2025.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  4. ↑ Silnice I/56 Opava – Ostrava. Informační leták. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., September 2025, abgerufen am 26. Dezember 2025 (tschechisch).
  5. ↑ Silnice I/56 Petřkovice – Ostrava. Informační leták. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., November 2025, abgerufen am 25. Dezember 2025 (tschechisch).
  6. ↑ Silnice I/56 Ostrava–prodloužená Místecká I. stavba. Informační leták. Uvedeno do provozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., Mai 2011, archiviert vom Original am 6. Oktober 2022; abgerufen am 25. Dezember 2025 (tschechisch).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.
  7. ↑ Silnice I/56 Ostrava–prodloužená Místecká II. stavba. Informační leták. Uvedeno do provozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., Dezember 2012, abgerufen am 24. Dezember 2025 (tschechisch).
  8. ↑ Silnice I/56 Ostrava–prodloužená Místecká III. stavba. Informační leták. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic s. p., November 2025, abgerufen am 24. Dezember 2025 (tschechisch).
  9. ↑ Dálnice D56 Ostrava – Frýdek-Místek. In: ceskedalnice.cz. September 2022, abgerufen am 14. April 2024 (tschechisch).
  10. ↑ Dálnice D56 Frýdek-Místek, připojení na D48. Informační leták. Uvedeno do propozu. (PDF) Ředitelství silnic a dálnic ČR, September 2022, abgerufen am 25. Dezember 2025 (tschechisch). (PDF; 880 KB)