Hatzenport
| Wappen | Deutschlandkarte | |
|---|---|---|
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 50° 14′ N, 7° 25′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Mayen-Koblenz | |
| Verbandsgemeinde: | Rhein-Mosel | |
| Höhe: | 85 m ü. NHN | |
| Fläche: | 3,75 km² | |
| Einwohner: | 582 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 155 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 56332 | |
| Vorwahl: | 02605 | |
| Kfz-Kennzeichen: | MYK, MY | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 1 37 208 | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Bahnhofstraße 44 56330 Kobern-Gondorf | |
| Website: | hatzenport.de | |
| Ortsbürgermeister: | Christian Müller (Pro Hatzenport) | |
| Lage der Ortsgemeinde Hatzenport im Landkreis Mayen-Koblenz | ||

Hatzenport ist eine Ortsgemeinde der Terrassenmosel im Landkreis Mayen-Koblenz in Rheinland-Pfalz. Sie gehört der Verbandsgemeinde Rhein-Mosel an, die ihren Verwaltungssitz in Kobern-Gondorf hat. Zu Hatzenport gehören auch die Wohnplätze Am Bischofstein und Betzemerhof.[2]
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Nachbarorte von Hatzenport sind Münstermaifeld, Löf, Brodenbach, Burgen (Untermosel) und Moselkern.
Zuflüsse zur Mosel sind Krebsbach (Bischofsbach), Elberbach und Schrumpfbach.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Name leitet sich von dem lateinischen Namen Hattonis porta ab, das heißt der Hafen oder das Tor des Trierer Erzbischofs Hetti (Amtszeit 814–847).[3]
Hatzenport wurde 1135 erstmals urkundlich (ohne Nachweis) erwähnt. Weinbau wird erstmals für das Jahr 1216 beurkundet.[4] Die heutige Gemeinde Hatzenport ist am 12. Juni 1994 durch Ausgliederung des gleichnamigen Ortsteils der Gemeinde Löf entstanden. Zuvor war die Gemeinde Löf am 31. Dezember 1975 aus den zuvor selbständigen Gemeinden Hatzenport, Kattenes und Löf neu gebildet worden.[5]
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat in Hatzenport besteht aus zwölf Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.
Die Sitzverteilung im Gemeinderat:
| Wahl | PRO a | WGI b | WGM c | WGJ d | Gesamt |
|---|---|---|---|---|---|
| 2024 | 7 | 1 | 4 | – | 12 Sitze[6] |
| 2019 | 7 | 1 | 3 | 1 | 12 Sitze[7] |
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Christian Müller (PRO Hatzenport) wurde am 27. August 2024 Ortsbürgermeister von Hatzenport.[8] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 hatte er sich mit einem Stimmenanteil von 64,5 % gegen den bisherigen Amtsinhaber durchgesetzt.[9]
Müllers Vorgänger waren Herbert Menzel (seit 2019) und zuvor Albrecht Gietzen, der das Amt 25 Jahre innehatte und bei der Wahl 2019 nicht erneut kandidierte.[10][11]
Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Wahrzeichen des Moselorts ist der alte Fährturm (Grundsteinlegung 1863). Der seit dem 16. Jahrhundert bedeutende Fährbetrieb wurde nach dem Brückenbau 1972 Löf/Alken eingestellt. Weitere Sehenswürdigkeiten sind die alte oberhalb des Ortes gelegene gotische Pfarrkirche St. Johannes, die neue, 1869/70 durch Hermann Nebel erbaute katholische Pfarrkirche St. Rochus sowie das alte Pfarrhaus, ein Fachwerkbau, der sich unterhalb der alten Kirche in der Oberstraße befindet; dort gibt es heute eine Apfelweinkellerei.
Siehe auch: Liste der Kulturdenkmäler in Hatzenport
- Pfarrkirche Sankt Johannes
- Fährturm am Moselufer
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Weinbau
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Hatzenport gehört zum „Weinbaubereich Burg Cochem“ im Anbaugebiet Mosel. Im Ort sind fünf Weinbaubetriebe tätig, die bestockte Rebfläche beträgt 12 Hektar. Etwa 88 % des angebauten Weins sind Weißweinrebsorten (Stand 2010).[12]
- Weinlagen (moselabwärts gesehen)[13]
- Hatzenporter Burg Bischofstein
- Hatzenporter Kirchberg
- Hatzenporter Stolzenberg
Verkehr
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Hatzenport besitzt einen Bahnhof an der Moselstrecke. Seit 2005 gibt es einen Bahnhofsneubau mitten im Ort, der ehemalige Bahnhof lag in Richtung Burg Bischofstein und wurde mit der Eröffnung des neuen Bahnhofs stillgelegt. Folgende Züge bedienen den Bahnhof:
| Linie | Bezeichnung | Linienverlauf | Taktfrequenz |
|---|---|---|---|
| RB 81 | Moseltal-Bahn | Koblenz – Hatzenport – Cochem – Bullay (DB) – Wittlich – Trier | 60 min (in der HVZ Verstärker Koblenz – Cochem) |
Ferner gibt es eine Busverbindung nach Münstermaifeld und Treis-Karden.
Natur und Umwelt
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die extrem sonnenexponierten Schiefer-Trockenmauern und Felsspalten der Hatzenporter Weinbergslagen bilden ein hochempfindliches xerothermes Biotop von europäischem Rang. Die Steilhänge um Hatzenport beherbergen eines der deutschlandweit größten, stabilsten und wissenschaftlich am besten dokumentierten Reliktvorkommen der geschützten Westlichen Smaragdeidechse (Lacerta bilineata), die in diesem Bereich der Unteren Mosel ihre nordöstliche Arealgrenze erreicht.[14] Neben weiteren wärmeliebenden Vertretern der Fauna wie der Schlingnatter, dem Segelfalter, der Europäischen Gottesanbeterin, der Roten Mordwanze und der Zippammer zeichnet sich die Lage durch botanische Besonderheiten mit mediterranem Einschlag aus.[15] Wild nachgewiesen sind in den dortigen Hängen unter anderem der seltene und streng geschützte Diptam (Dictamnus albus), der Blaue Lattich (Lactuca perennis) sowie die Astlose Graslilie (Anthericum liliago).[15][16]
Im Flussbett erstreckt sich zudem das Hatzenporter Werth (auch Sonnenwerth genannt). Die langgestreckte Flussinsel fungiert als natürlicher Retentionsraum bei den regelmäßig auftretenden Moselhochwassern. Während die über einen Damm erreichbare Insel im Sommer als Campingplatz genutzt wird, dient es in den ruhigen Jahreszeiten sowie in den unzugänglichen Uferzonen als ökologisches Trittsteinbiotop und Rastplatz für Wasservögel (wie Graureiher, Kormorane und Eisvogel) sowie als nächtliches Revier für den an der Untermosel wiederangesiedelten Europäischen Biber (Castor fiber).
Wanderwege und Naturführungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Steillagen des Ortes wurden gezielt als zertifiziertes Wandergebiet für den sanften Naturtourismus erschlossen, um die Vermittlung des sensiblen Naturraums mit dem Erhalt der historischen Kulturlandschaft zu verknüpfen. Durch die Rebhänge führt der prämierte Premiumwanderweg „Traumpfad Hatzenporter Laysteig“, der die extremen Hangneigungen der Terrassenmosel erlebbar macht.[17] Ergänzt wird das Angebot durch den interaktiven Themenwanderweg „Wein-Wetter-Weg“, welcher gezielt das spezifische Kleinklima der Weinbergslagen in einem Außenbogen der Mosel, die Geologie und die biologische Vielfalt der Region thematisiert.[18] Die Hatzenporter Steillagen sind im Zuge dessen von der Initiative „Lebendige Moselweinberge“ als offizieller „Leuchtpunkt der biologischen Vielfalt“ ausgezeichnet worden; qualifizierte Natur- und Erlebnisbegleiter bieten dort regelmäßig fachspezifische Exkursionen durch die Biotope an.[19]
Persönlichkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Friederich D’heil (1898–1971), Kriminalpolizist
- Stefan Wilkening (* 1967), Schauspieler und Sprecher
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Joh. August Klein: Das Moselthal zwischen Koblenz und Konz. Historisch, topographisch, malerisch. Koblenz 1831.
- Manfred Rüttgers: Ortsfamilienbuch Hatzenport (= Familien an der Untermosel. Band 1). 2. Auflage. Cardamina, Weißenthurm 2018, ISBN 978-3-86424-415-5.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortsgemeinde Hatzenport
- Geschichte und Tourismus
- Literatur über Hatzenport in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz (Hrsg.): Amtliches Verzeichnis der Gemeinden und Gemeindeteile. Stand: Februar 2022[Version 2026 liegt vor.]. S. 44 (PDF; 3,3 MB).
- ↑ Diese Namenserklärung wurde vermtl. erstmals von J. A. Klein, 1831 gemacht. Als Informant gab er den Ortspfarrer Platten an. Klein zitiert die Sprengung eines Fels-Durchgangs durch „einen Bischof Hetti oder Hatto“: ...so sagen wenigstens Klosterberichte" in Moselthal..., S. 121–122
- ↑ Mittelrheinisches Urkundenbuch (MRUB) III, Nr. 56
- ↑ Amtliches Gemeindeverzeichnis (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 407). Bad Ems Februar 2016, S. 184 (PDF; 2,8 MB; Fußnoten 22 und 38).
- ↑ Hatzenport, Gemeinderatswahl 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Hatzenport. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. September 2024.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahlen 2019 Stadt- und Gemeinderatswahlen: Hatzenport ( vom 7. Juni 2019 im Internet Archive)
- ↑ Konstituierende Sitzung des Ortsgemeinderates. In: Rhein-Mosel Info, Ausgabe 36/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 21. September 2024.
- ↑ Hatzenport, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Hatzenport. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 21. September 2024.
- ↑ Konstituierende Sitzung des Ortsgemeinderates. (PDF; Seite 12) In: Rhein-Mosel Info, Ausgabe 26/2019. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, abgerufen am 11. Januar 2020.
- ↑ Peter Karges: Rückblick auf 25 Jahre als Ortsbürgermeister: Albrecht Gietzen erzählt von Erfolgen und Enttäuschungen. Rhein-Zeitung, 12. Juni 2019, abgerufen am 11. Januar 2020.
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
- ↑ Krieger, Joachim: Terrassenkultur an der Untermosel, Joachim Krieger Verlag, Neuwied 2003
- ↑ Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU): Die Regionalen Verantwortungsarten von Rheinland-Pfalz – Fokus Smaragdeidechse an der Untermosel. In: Mitteilungen der LfU, Band 4, S. 12–14.
- 1 2 Kompaktinformationen Mosel-Weinkulturlandschaft: Biotop Steillage. (PDF; 1,3 MB) Initiative „Lebendige Agrarlandschaften“ (DLR Mosel / BWV), Oktober 2020, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Planung Vernetzter Biotopsysteme im Bereich der Untermosel. (PDF; 4,2 MB) Landesamt für Umwelt Rheinland-Pfalz (LfU), abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Traumpfad Hatzenporter Laysteig. Projektbüro Traumpfade – Rhein-Mosel-Eifel-Touristik, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Themenwanderweg WeinWetterWeg Hatzenport. Ortsgemeinde Hatzenport, abgerufen am 11. September 2026.
- ↑ Auszeichnung des WeinWetterWegs als „Leuchtpunkt der Artenvielfalt“. Ortsgemeinde Hatzenport, abgerufen am 11. September 2026.

