Pan-American Invert
| Pan-American Invert | ||
|---|---|---|
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| Ausgabe | ||
| Land | Vereinigte Staaten | |
| Produktionsort | Washington, D.C. | |
| Nominalwert | 1, 2 und 4 Cent | |
| Ersttag | 1. Mai 1901 (Ausgangsserie) | |
| Gestaltung | ||
| Bildmotiv | moderne Verkehrsmittel | |
| Farbe | 1 Cent: grün und schwarz; 2 Cent: karmin und schwarz; 4 Cent: rotbraun und schwarz | |
| Entwurf | Raymond Ostrander Smith | |
| Stich | George F. C. Smillie (1-Cent-Vignette); Marcus W. Baldwin (2- und 4-Cent-Vignetten) | |
| Druckart | Stichtiefdruck, zweifarbig in zwei Druckgängen | |
| Perforation | Zähnung 12 | |
| Besonderheiten | kopfstehende Mittelvignette | |
| Auflage | ||
| Auflage | 1 Cent: vermutlich 600–700 ausgegeben; 2 Cent: etwa 200 ausgegeben; 4 Cent: 400 Exemplare als Sonderdruck hergestellt | |
Als Pan-American Invert werden drei kopfstehende Drucke aus der US-amerikanischen Pan-American-Briefmarkenausgabe von 1901 bezeichnet. Die betroffenen Marken haben Nennwerte von 1, 2 und 4 Cent; bei ihnen steht die schwarz gedruckte Mittelvignette gegenüber dem farbigen Rahmen um 180 Grad gedreht. Die 1- und 2-Cent-Inverts entstanden versehentlich während des zweifarbigen Drucks, während der 4-Cent-Invert später absichtlich als Sonderdruck hergestellt wurde.[1]
Pan-American-Ausgabe
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anlässlich der Pan-American Exposition, die vom 1. Mai bis zum 2. November 1901 in Buffalo im US-Bundesstaat New York stattfand, gab das damalige United States Post Office Department eine Serie von sechs Gedenkmarken heraus. Die Werte zu 1, 2, 4, 5, 8 und 10 Cent erschienen erstmals am 1. Mai 1901. Sie zeigten Verkehrsmittel und Verkehrsbauwerke, die den technischen Fortschritt zu Beginn des 20. Jahrhunderts symbolisieren sollten.[1]

Die Serie wurde vom beim Bureau of Engraving and Printing tätigen Raymond Ostrander Smith entworfen. Sie war die erste zweifarbige Briefmarkenausgabe, die das Bureau selbst herstellte. Zunächst wurden die schwarzen Mittelvignetten und anschließend die farbigen Rahmen gedruckt. Die Druckbogen enthielten 200 Marken und wurden später in kleinere Schalterbogen geteilt.[2] Durch die getrennten Druckgänge bestand die Möglichkeit, einen bereits mit der Vignette bedruckten Bogen beim Druck des Rahmens um 180 Grad verdreht einzulegen.
Die Vignette des 1-Cent-Werts wurde von George F. C. Smillie gestochen; sie zeigt den Raddampfer City of Alpena und trägt die Bezeichnung „Fast Lake Navigation“. Die Vignetten der übrigen Werte stach Marcus W. Baldwin. Der 2-Cent-Wert zeigt unter der Bezeichnung „Fast Express“ die Lokomotive Nr. 999 des New York Central vor dem Empire State Express. Der 4-Cent-Wert zeigt ein elektrisches Automobil der Baltimore and Ohio Railroad vor dem Kapitol der Vereinigten Staaten.[2]
Die drei Inverts
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Von den sechs Werten sind kopfstehende Mittelstücke bei den Marken zu 1, 2 und 4 Cent bekannt.[1]
| Nennwert | Motiv der Mittelvignette | Entstehung | Bekannte bzw. angenommene Auflage |
|---|---|---|---|
| 1 Cent | „Fast Lake Navigation“, Raddampfer City of Alpena | versehentlicher Fehldruck | vermutlich 600–700 Exemplare ausgegeben |
| 2 Cent | „Fast Express“, NYC Nr. 999 des Empire State Express | versehentlicher Fehldruck | etwa 200 Exemplare ausgegeben |
| 4 Cent | elektrisches Automobil der Baltimore and Ohio Railroad | absichtlich hergestellter Sonderdruck | 400 Exemplare hergestellt |
Die 1-Cent-Inverts wurden kurz nach Erscheinen der Serie in mehreren Postämtern entdeckt. Nach Angaben des Philatelisten Max G. Johl gelangten entsprechende Marken unter anderem in Alabama, Virginia, New York und Connecticut an die Schalter. Die Zahl der ausgegebenen Exemplare wird auf etwa 600 bis 700 geschätzt.[3]
Der 2-Cent-Invert ist wesentlich seltener. Es wird angenommen, dass ungefähr 200 Exemplare durch Postämter ausgegeben wurden.[3] Das Mittelstück zeigt die Lokomotive Nr. 999 des Empire State Express kopfstehend im karminfarbenen Rahmen.
4-Cent-Sonderdruck
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Anders als die beiden niedrigeren Werte ist der 4-Cent-Invert kein versehentlich an Postämter gelangter Fehldruck. Nachdem die 1- und 2-Cent-Inverts bekannt geworden waren, wurde irrtümlich berichtet, auch vom 4-Cent-Wert sei eine kopfstehende Variante entdeckt worden. Daraufhin ließ das Bureau of Engraving and Printing entsprechende Marken gezielt herstellen.[1]
Auf Veranlassung des Third Assistant Postmaster General Edwin C. Madden wurden vier Bogen mit insgesamt 400 kopfstehenden 4-Cent-Marken gedruckt. Ein Teil erhielt zusätzlich den violetten Handstempel „SPECIMEN“. Die Marken kamen nicht regulär an die Postschalter, sondern wurden unter anderem an Personen aus Maddens Umfeld verteilt und für die staatliche Briefmarkensammlung verwendet. Nach neueren Zusammenstellungen wurden 173 Exemplare durch Maddens Dienststelle verteilt; weitere 97 gelangten später durch Tausch aus der Sammlung des National Museum an Sammler und Händler.[4]
Damit nimmt der 4-Cent-Wert innerhalb der Pan-American Inverts eine Sonderstellung ein: Er wird zwar gemeinsam mit den beiden echten Druckfehlern gesammelt und katalogisiert, entstand aber nicht zufällig durch einen falsch eingelegten Druckbogen.[1]
Gedenkausgabe von 2001
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Zum 100. Jahrestag gab der United States Postal Service am 29. März 2001 einen Gedenkblock mit Reproduktionen aller drei Pan-American Inverts heraus. Ergänzt wurden sie durch vier 80-Cent-Marken, deren Gestaltung auf einer nichtamtlichen Erinnerungsmarke der Pan-American Exposition von 1901 beruhte.[5] Das Smithsonian National Postal Museum gibt eine Herstellung von 14 Millionen Marken für diese Ausgabe an.[6]
Bedeutung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Pan-American Inverts gehören zu den frühen bekannten US-amerikanischen Beispielen eines kopfstehenden Drucks. Das gleiche technische Grundproblem – ein mehrfarbiger Druck in getrennten Druckgängen – führte 1918 auch zur wesentlich bekannteren Inverted Jenny.
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Beverly S. King, Max G. Johl: The United States Postage Stamps of the Twentieth Century. Band 1. H. L. Lindquist, New York 1937.
- James H. Bruns: Edwin C. Madden's Influence on U.S. Philately. In: American Philatelic Congress Book 1991. American Philatelic Congress, 1991.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Pan-American Exposition Issues beim Smithsonian National Postal Museum (englisch)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 4 5 Pan-American Exposition Issues. Smithsonian National Postal Museum, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).
- 1 2 1901 Pan-American Issue. (PDF) Robert A. Siegel Auction Galleries, 15. März 2016, S. 2–5, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).
- 1 2 1901 Pan-American Issue Inverts (Scott 294a–296a-S). Robert A. Siegel Auction Galleries, Dezember 2012, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).
- ↑ 1901 Pan-American Issue. Robert A. Siegel Auction Galleries, März 2025, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).
- ↑ The Pan-American Inverts Souvenir Sheet. In: Postal Bulletin. United States Postal Service, 22. Februar 2001, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).
- ↑ Pan-American Inverts pane of seven. Smithsonian National Postal Museum, abgerufen am 15. August 2026 (englisch).
