Sage War Cemetery
Der Sage War Cemetery ist eine denkmalgeschützte Kriegsgräberstätte, die von der Commonwealth War Graves Commission (CWGC) nach dem Zweiten Weltkrieg erbaut wurde und unterhalten wird.
Die Ortschaft Sage gehört zur Gemeinde Großenkneten im Landkreis Oldenburg. Der Friedhof liegt südlich des Dorfes an der Sager Straße in Richtung Ahlhorn und ist Teil des Naturparks Wildeshauser Geest.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Ortschaft Sage befindet sich in einem Gebiet, auf dem im Zweiten Weltkrieg die Hauptkampflinie der Alliierten lag. Diese verlief von Groningen über Delmenhorst – Verden (Aller) bis in die – Lüneburger Heide. Nach Kriegsende wurde am 7. Oktober 1946 eine landwirtschaftliche Fläche am Ortsausgang von Sage vom britischen Quartieramt Oldenburg für eine Kriegsgräberstätte beansprucht.[1]
Die Gefallenen wurden während des Krieges zunächst auf örtlichen Friedhöfen im Raum Oldenburg und Osnabrück beigesetzt. Nach der Errichtung des Geländes wurden sie 1946 und 1947 nach Sage umgebettet. In den Jahren 1950 und 1951 wurde die Ehrenstätte erweitert und die bauliche sowie architektonische Gestaltung weitgehend abgeschlossen. Im Jahr 1993 wurde dem Wunsch einer britischen Angehörigen entsprochen, im Grab ihres Bruders beigesetzt zu werden.[1]
Belegung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Auf dem Sage War Cemetery wurden überwiegend Angehörige der alliierten Luftwaffe, die während der Kämpfe im Nordwesten Deutschlands, auf den nordfriesischen Inseln und in Nordeuropa ihr Leben verloren hatten, beigesetzt.
In Sage wurden insgesamt 970 Personen bestattet. Dabei wurden 745 Menschen aus Großbritannien identifiziert, 125 aus Kanada, 35 aus Neuseeland, 34 aus Australien und 22 aus Polen. In 157 Grabstätten sind nicht identifizierte Personen beigesetzt, von denen man annimmt, dass es sich um Soldaten aus einem Land des britischen Commonwealth handelt.[1]
Bebauung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die gesamte Friedhofsanlage ist nach den Bauvorschriften angelegt, welche die Commonwealth War Graves Commission festgelegt hat.
Sichtachse
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Vom Eingang aus betrachtet fällt zunächst das hohe Opferkreuz („Cross of Sacrifice“) mit dem Langschwert auf. Dahinter befindet sich der Altar („Stone of Remembrance“) mit der Aufschrift „Their Liveth For Evermore“. Die Sichtachse wird durch eine Ehrenhalle mit Säulengang abgeschlossen.
Eingang
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Beidseitig des Eingangs sind kleine Gebäude errichtet, in denen das Totenregister und ein Kondolenzbuch ausliegt. Die Einfriedung ist flach gehalten, sodass ein weiter Blick auf das Friedhofsgelände ermöglicht wird.
Grabsteine
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Grabsteine aus weißem Kalksandstein sind ebenerdig angelegt und jeweils mit einem kleinen Beet umrandet. Teilweise sind die Gräber mit roten Rosenbüschen bepflanzt. Auf den Grabsteinen sind das Einheitsemblem, der Name mit Dienstgrad, die Religionszugehörigkeit und ein Abschiedsvers der Angehörigen eingraviert.
Denkmalschutz
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Sage War Cemetery stellt ein charakteristisches Beispiel für eine britische Kriegsgräberstätte dar. Eine besondere geschichtliche Bedeutung ergibt sich zudem aus der Beteiligung des Architekten Philip Hepworth (1888–1963), der zahlreiche Kriegsgräberstätten des Commonwealth entwarf. Als Zeugnis der Kriegshandlungen des Zweiten Weltkriegs besitzt die Anlage darüber hinaus Bedeutung für die Nationalgeschichte und die politische Geschichte. Aufgrund dieser historischen und architekturgeschichtlichen Bedeutung besteht ein öffentliches Interesse an der Erhaltung des Sage War Cemetery.[2]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 3 Dirk Faß: Ehrenfriedhof wird 75 Jahre alt. In: NWZonline.de. 17. November 2021, abgerufen am 24. September 2026.
- ↑ Sage War Cemetery. In: Denkmalatlas Niedersachsen. Niedersächsisches Landesamt für Denkmalpflege, abgerufen am 24. September 2026.
Koordinaten: 52° 56′ 12,7″ N, 8° 12′ 30,5″ O