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Starrkirch-Wil

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Starrkirch-Wil
Wappen von Starrkirch-Wil
Staat: Schweiz Schweiz
Kanton: Kanton Solothurn Solothurn (SO)
Bezirk: Oltenw
BFS-Nr.: 2584i1f3f4
Postleitzahl: 4656
Koordinaten: 636857 / 244310Koordinaten: 47° 20′ 55″ N, 7° 55′ 35″ O; CH1903: 636857 / 244310
Höhe: 419 m ü. M.
Höhenbereich: 404–697 m ü. M.[1]
Fläche: 1,85 km²[2]
Einwohner: 2020 (1. Januar 2026)[3]
Einwohnerdichte: 1092 Einw. pro km²
Ausländeranteil:
(Einwohner ohne
Schweizer Bürgerrecht)
19,3 %
(1. Januar 2026)[4]
Website: www.starrkirch-wil.ch
Starrkirch-Wil
Starrkirch-Wil
Lage der Gemeinde
Karte von Starrkirch-WilKanton AargauKanton Basel-LandschaftKanton BernKanton LuzernBezirk GäuBezirk GösgenBezirk ThalBoningenDänikenDullikenEppenberg-WöschnauFulenbachGretzenbachGunzgenHägendorfKappel SOOltenRickenbach SOSchönenwerdStarrkirch-WilWalterswil SOWangen bei Olten
Karte von Starrkirch-Wil
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Starrkirch-Wil ist eine politische Gemeinde im Bezirk Olten des Kantons Solothurn in der Schweiz.

Engelberg bei Starrkirch-Wil

Starrkirch-Wil liegt auf 419 m ü. M., 2 km östlich des Bezirkshauptortes Olten (Luftlinie). Die Doppelgemeinde erstreckt sich auf dem Höhenrücken zwischen Olten und Dulliken südlich der Aare, am Fuss der Engelbergkette sowie am Jurasüdfuss im Niederamt.

Die Fläche des 1,9 km² grossen Gemeindegebiets umfasst einen Abschnitt des Aaretals östlich von Olten im östlichen Solothurner Mittelland. Das Gebiet erstreckt sich vom Rand der Aareniederung in einem schmalen Streifen südwärts über die an den Hardwald anschliessende Höhe, die im Osten durch den Wilerwald begrenzt wird, bis auf die dem Jura vorgelagerte Antiklinale der Engelbergkette. Diese Kette ist im Bereich von Starrkirch-Wil durch die aufgrund von Erosion herauspräparierte Mulde der Wartburghöfe in den Berg Säli (664 m ü. M.) westlich und den eigentlichen Engelberg östlich der Senke aufgeteilt. Die höchste Erhebung von Starrkirch-Wil wird mit 695 m ü. M. an der Westkante der Hochfläche des Engelberges erreicht. Von der Gemeindefläche entfielen 1997 21 % auf Siedlungen, 51 % auf Wald und Gehölze und 28 % auf Landwirtschaft.

Starrkirch-Wil besteht aus den Siedlungsteilen Starrkirch (419 m ü. M.) südlich des Aaretals am Ostabhang des Hardwaldes, Wil (431 m ü. M.) und Oberwil (450 m ü. M.) am Hang nordwestlich des Engelberges. Nachbargemeinden von Starrkirch-Wil sind Olten und Dulliken im Kanton Solothurn sowie Oftringen und Aarburg im Kanton Aargau.

Mit 2020 Einwohnern (Stand 1. Januar 2026) gehört Starrkirch-Wil zu den mittelgrossen Gemeinden des Kantons Solothurn. Von den Bewohnern sind 93,4 % deutschsprachig, 2,2 % italienischsprachig und 0,6 % sprechen Spanisch (Stand 2000). Die Bevölkerungszahl von Starrkirch-Wil belief sich 1850 auf 361 Einwohner, 1900 auf 572 Einwohner. Im Verlauf des 20. Jahrhunderts stieg die Bevölkerungszahl bis 1970 kontinuierlich auf 1124 Personen an. Nach einer vorübergehenden Stagnationszeit wurde seit 1990 wieder eine deutliche Bevölkerungszunahme verzeichnet. Das Siedlungsgebiet von Starrkirch-Wil ist heute lückenlos mit denjenigen von Olten und Dulliken zusammengewachsen.

Starrkirch-Wil: Einwohnerzahlen von 1739 bis 2024
Jahr  Einwohner
1739
  
98
1798
  
237
1808
  
281
1829
  
316
1837
  
365
1850
  
361
1860
  
376
1870
  
422
1880
  
484
1888
  
557
1900
  
572
1910
  
613
1920
  
674
1930
  
739
1941
  
823
1950
  
875
1960
  
919
1970
  
1.124
1980
  
1.086
1990
  
1.055
1991
  
1.028
1992
  
1.020
1993
  
1.049
1994
  
1.072
1995
  
1.149
1996
  
1.185
1997
  
1.218
1998
  
1.268
1999
  
1.250
2000
  
1.270
2001
  
1.278
2002
  
1.305
2003
  
1.308
2004
  
1.361
2005
  
1.387
2006
  
1.495
2007
  
1.588
2008
  
1.614
2009
  
1.599
2010
  
1.590
2011
  
1.605
2012
  
1.631
2013
  
1.660
2014
  
1.699
2015
  
1.700
2016
  
1.706
2017
  
1.692
2018
  
1.714
2019
  
1.710
2020
  
1.753
2021
  
1.812
2022
  
1.871
2023
  
1.956
2024
  
1.980
Quelle(n): bis 1980 Bundesamt für Statistik[5][6] ab 1990: Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991–2024[7]

Starrkirch-Wil war bis weit ins 20. Jahrhundert hinein eine eher durch die Landwirtschaft geprägte Gemeinde. Heute haben der Ackerbau, der Obstbau sowie die Forstwirtschaft nur noch einen geringen Stellenwert in der Erwerbsstruktur der Bevölkerung. Weitere Arbeitsplätze sind im lokalen Kleingewerbe und im Dienstleistungssektor vorhanden. In Starrkirch-Wil sind heute unter anderem Betriebe des Baugewerbes und der Verpackungsbranche vertreten. Schon früh hat sich Starrkirch-Wil zu einer Wohngemeinde entwickelt, von der ein Grossteil der Erwerbstätigen nach Olten oder nach Dulliken und in die Region Aarau zur Arbeit pendelt.

Die Gemeinde ist verkehrstechnisch gut erschlossen. Starrkirch liegt an der Hauptstrasse 5 von Olten nach Aarau, und auch Wil ist sowohl von Olten als auch von Dulliken leicht zu erreichen. Der nächste Anschluss an die Autobahn A1 (Bern-Zürich) befindet sich rund 6 km vom Ortskern entfernt. Durch die Kurse des BOGG (Busbetrieb Olten Gösgen Gäu) sind Starrkirch und Wil an das Netz des öffentlichen Verkehrs angebunden.

Das Gemeindegebiet von Starrkirch-Wil war schon im Neolithikum und in der Bronzezeit besiedelt, was durch verschiedene Streufunde nachgewiesen ist. Die erste urkundliche Erwähnung von Starrkirch erfolgte 1036 unter dem Namen Starrchenchilcha; von 1045 ist die Bezeichnung Starckinchirgun überliefert. Später erschienen die Bezeichnungen Starnchilhun (1173) und Starrchilch (1275). Der Ortsname geht wahrscheinlich auf den althochdeutschen Personennamen Starco zurück und bedeutet somit Kirche des Starco. Wil erscheint 1217 erstmals als Wilere in den Urkunden. Von 1260 sind Wilon und Wile überliefert, abgeleitet vom spätlateinischen Wort villare (kleines Dorf, Weiler, Gehöft).

Seit dem Mittelalter unterstanden Starrkirch und Wil der Herrschaft Gösgen. Auf dem Berg Fustlig errichteten die Herren von Ifenthal im 12. Jahrhundert eine Burg und unweit davon etwas später die Vordere oder Neu-Wartburg, die im 19. Jahrhundert zum heutigen Sälischlössli umgebaut wurde. Die Alt-Wartburg (heute auf Gemeindegebiet von Oftringen) wurde 1415 von den Bernern bei der Eroberung des Aargaus zerstört. Die Vordere Wartburg kam 1539 durch Kauf an Solothurn.

Im Jahr 1458 wurden Starrkirch und Wil von Solothurn erworben, der Vogtei Gösgen einverleibt und 1627 dem neu gegründeten Schultheissenamt Olten zugeordnet. Nach dem Zusammenbruch des Ancien Régime (1798) gehörte Starrkirch-Wil während der Helvetik zum Verwaltungsbezirk Solothurn und ab 1803 zum Bezirk Olten.

Im Rahmen des Kulturkampfes entstand 1874 in Starrkirch die erste christkatholische Kirchgemeinde der Schweiz, nachdem der katholische Pfarrer Paulin Gschwind sich geweigert hatte, die Beschlüsse des 1. Vatikanums zu verkünden, und deshalb exkommuniziert wurde. Die von den Bewohnern von Starrkirch-Wil befürwortete Eingemeindung nach Olten scheiterte 1960 am Widerstand der Stadt.

Sehenswürdigkeiten

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Die christkatholische Kirche Sankt Peter und Paul geht auf einen hochmittelalterlichen Bau aus der Zeit vor dem Jahr 1000 zurück. Ihre heutige Gestalt erhielt die Kirche beim Neubau 1671. Kurz darauf, im Jahr 1679, wurde Starrkirch eine selbständige Pfarrei. Beim unteren Wartburghof befindet sich die 1844 erbaute Kapelle Sankt Anna. Im Mülitäli wurde ein Wildpark angelegt.

An der Stelle der im Verlauf des 19. Jahrhunderts weitgehend zerfallenen Vorderen Wartburg wurde 1870 das Sälischlössli im Stil der Belle Epoque errichtet, das ein Ausflugsrestaurant beherbergt und heute der Bürgergemeinde Olten gehört.

Blasonierung

In Blau weisse Quaderstein-Kirchenfront

Das sprechende Wappen leitet sich vom Pfarrsiegel aus dem Jahr 1819 ab.

Persönlichkeiten

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  • Gritli Wenger (1905–1971), Jodlerin
  • Peter Heim (* 1944), Historiker und Archivar, lebt in Starrkirch-Wil
  • Bea Heim (* 1946), Politikerin (SP), Alt-Nationalrätin und Kantonsrätin, lebt in Starrkirch-Wil
Commons: Starrkirch-Wil – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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  1. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Höhenbereiche zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  2. ↑ Geographische Kennzahlen – Suche. Gemeindestand 06.04.2025. In: Applikation der Schweizer Gemeinden (admin.ch). Bundesamt für Statistik (BFS), abgerufen am 29. August 2025 (bei späteren Gemeindefusionen wurden die Flächen zum Stand 1. Januar 2025 zusammengefasst).
  3. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung nach Bezirken und Gemeinden, 1991-2025. In: bfs.admin.ch. Bundesamt für Statistik, abgerufen am 22. August 2026 (bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst).
  4. ↑ Ständige Wohnbevölkerung nach Staatsangehörigkeit 2010-2025. Bei späteren Gemeindefusionen Einwohnerzahlen aufgrund Stand 2025 zusammengefasst. Abruf am 22. August 2026
  5. ↑ Martin Schuler: Kanton Solothurn – Die Bevölkerungszahlen auf lokaler Ebene vor 1850. (CSV; 15 kB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 16. Juni 2023, abgerufen am 22. Juni 2026.
  6. ↑ Daten der Eidgenössischen Volkszählungen ab 1850 nach Gemeinden. (XLSX; 10 MB) Bundesamt für Statistik, Neuchâtel, 12. Juli 2024, abgerufen am 22. Juni 2026 (Öffnung in Excel nur über "Anhang/Excel-Datensatz" möglich).
  7. ↑ Bilanz der ständigen Wohnbevölkerung der Schweiz nach Bezirken und Gemeinden 1991-2024. Bundesamt für Statistik BFS, Neuchâtel, 27. August 2025, abgerufen am 22. Juni 2026.