Vier minus drei
| Film | |
| Titel | Vier minus drei |
|---|---|
| Produktionsland | Österreich, Deutschland |
| Originalsprache | Deutsch |
| Erscheinungsjahr | 2026 |
| Länge | 120 Minuten |
| Altersfreigabe | |
| Produktionsunternehmen | 2010 Entertainment |
| Stab | |
| Regie | Adrian Goiginger |
| Drehbuch | Senad Halilbašić |
| Produktion | Peter Wildling, Gerrit Klein, Martin Pfeil, Adrian Goiginger, David Stöllinger |
| Musik | Arash Safaian |
| Kamera | Paul Sprinz |
| Schnitt | Simon Blasi, Martin Pfeil |
| Besetzung | |
| |
Vier minus drei ist ein Spielfilm von Adrian Goiginger aus dem Jahr 2026. Das Drama stellt eine Ehefrau und Mutter in den Mittelpunkt, die ihre Familie durch einen Verkehrsunfall verliert. Drehbuchvorlage war der gleichnamige, 2010 erschienene Erlebnisbericht und Bestseller der Österreicherin Barbara Pachl-Eberhart. Die Hauptrolle in der österreichisch-deutschen Koproduktion übernahm Valerie Pachner. Vier minus drei feierte Mitte Februar 2026 im Rahmen der Internationalen Filmfestspiele Berlin seine Premiere. Der reguläre Kinostart in Österreich und Deutschland erfolgte im März beziehungsweise April desselben Jahres.
Handlung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Barbara und ihr Partner Heli arbeiten als professionelle Clowns. Das private Glück der beiden wird durch die gemeinsamen Kinder Thimo und Fini komplettiert. Barbara ist eine Krankenhausclownin, die mit geschminktem Gesicht und roter Nase Farbe in den grauen Alltag des Krankenhauses bringt.
Eines Tages erhält Barbara auf der Heimfahrt von Graz im Auto einen Anruf von ihrer Freundin Sabine. Es gab einen Unfall. Heli ist tot, und die Kinder liegen mit schweren Verletzungen im Krankenhaus. Der Arzt Jürgen Schreiner erklärt Barbara, dass Thimo reanimiert werden musste und Fini ein schweres Schädel-Hirn-Trauma erlitten hat und in ein künstliches Koma versetzt wurde. Als Barbara das Krankenhaus nur für kurze Zeit verlässt, stirbt Fini.
Barbara lädt ihre Clownfreunde zur Trauerfeier ein. Fortan muss Barbara allein in ihrem großen Haus zurechtkommen. Als sie wieder arbeiten gehen will, ist sie nicht willkommen, denn niemand möchte, dass ein Clown, der gerade seine Familie verloren hat, mit Kindern spielt. Sie will mutig und unkonventionell mit der Trauer umgehen, möchte sich wieder ins Leben stürzen und etwas fühlen ....[3][4][5][6]
Produktion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Literarische Vorlage, Filmstab und Förderung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]„Das Thema ist filmisch sehr dankbar. Barbara braucht ihre Clownsfigur, um loszulassen, um sich von ihrer Familie verabschieden zu können.“
Der Film basiert auf dem autobiografischen Roman Vier minus drei. Wie ich nach dem Verlust meiner Familie zu einem neuen Leben fand. der Österreicherin Barbara Pachl-Eberhart aus dem Jahr 2010.[8] Sie wurde 1974 in Wien geboren und arbeitete nach ihrem Studium an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien neun Jahre lang als Clown bei den Rote Nasen Clowndoctors in Graz und Wien. In ihrem Roman verarbeitete sie den Tod ihres Mannes und ihrer beiden kleinen Kinder.[5]
Pachl-Eberharts Bestseller wurde von Senad Halilbašić für den Film adaptiert, der zuletzt für Fernsehserien wie Souls, Der Greif und Der Pass tätig war. Halilbašić wurde in Bosnien und Herzegowina geboren, wuchs aber in Österreich auf und schloss 2018 sein Studium der Theater-, Film- und Medienwissenschaften an der Universität Wien ab. Als Drehbuchautor für 7500 von Patrick Vollrath wurde Halilbašić mit dem Österreichischen Filmpreis ausgezeichnet.[5] Während seiner Arbeit an dem Drehbuch für Vier minus drei traf sich Halilbašić mit Pachl-Eberhart, um mit ihr über die Hauptfigur zu sprechen, die trotz gleichen Namens nicht ein Abbild von ihr sein sollte, sondern eine eigene, von ihm geschriebene Figur. Dies habe Pachl-Eberhart sofort verstanden und unterstützt. Vier minus drei sei ein tolles Beispiel dafür, wie gut es ist, wenn man Autoren nicht nur ab und zu um Feedback fragt, sondern sie eng einbezieht in den gesamten Prozess, so Halilbašić.[9]

Regie führte Adrian Goiginger, der für Filme wie Die beste aller Welten, Märzengrund, Der Fuchs und Rickerl – Musik is höchstens a Hobby bekannt ist. Vier minus drei ist der fünfte Spielfilm des österreichischen Filmemachers.[5] Goiginger arbeitete bei dem Film mit Rückblenden. Auch Pachl-Eberharts Buch sei stellenweise nicht chronologisch geschrieben, bemerkt der Regisseur zu der Erzählstruktur. Es gebe einige Referenzfilme, die seinem Drehbuchautor und ihm als Vorbilder gedient hätten, darunter The Broken Circle von Felix Van Groeningen, Marriage Story von Noah Baumbach und Manchester by the Sea von Kenneth Lonergan, die ihre Geschichten ebenfalls nicht-linear erzählen und so die Wirkung der Ereignisse erträglicher machten. „Wir haben das Drehbuch nicht chronologisch geschrieben, und der Film wurde auch so gedreht, aber während des Schnitts änderte sich vieles, was zu einer völlig anderen Erzählstruktur führte“, so Goiginger. Vier minus drei sei ein Paradebeispiel dafür, wie manche Geschichten einen nicht-linearen Erzählstil brauchten.[5] So wechselt der Film auch zu den glücklichen Zeiten vor dem Unfall und erzählt auch die Liebesgeschichte der gescheiterten Schauspielschülerin Barbara und des passionierten Clowns Heli, die aufs Land ziehen und dort die beiden Kinder Fini und Thimo bekommen.[10]
Über die Darstellung des Clownseins in Vier minus drei sagte der Regisseur: „Bevor ich diesen Film drehte, interessierte ich mich nicht besonders für Clownerie. Ich dachte nur an Killerclowns oder unlustige Zirkusclowns. Doch dann las und recherchierte ich viel und verstand die gesamte Philosophie dahinter. Wir wollten das unbedingt in den Film einfließen lassen, damit er humorvolle Elemente enthält, aber auch, weil die Kunst des Clownseins Barbara auf ihrem Weg hilft, diese Tragödie zu bewältigen.“[11]
Die Filmförderungsanstalt förderte die Produktion mit 300.000 Euro, die Medien- und Filmgesellschaft Baden-Württemberg mit 430.000 Euro, der FilmFernsehFonds Bayern mit 180.000 Euro und der Filmfonds Wien mit 390.000 Euro.[12][13][14] Vom Deutschen Filmförderfonds erhielt sie eine Förderung in Höhe von rund 348.000 Euro.
Besetzung und Dreharbeiten
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Valerie Pachner spielt Buchautorin Barbara Pachl-Eberhart. Die österreichische Schauspielerin ist bekannt aus Filmen wie Der Boden unter den Füßen von Marie Kreutzer und Ein verborgenes Leben von Terrence Malick und für die Rolle der Henrietta Fischer in Phantastische Tierwesen: Dumbledores Geheimnisse. Robert Stadlober spielt ihren Partner Heli Eberhart, der wie Barbara bis zu seinem Tod als Krankenhausclown arbeitet. Jonas Recklie und Victoria Wild sind in den Rollen ihrer Kinder Thimo und Fini zu sehen.[15] Wild war bei den Dreharbeiten nicht einmal zwei Jahre alt. Margarethe Tiesel spielt Helis sehr religiöse Mutter Roswitha und Hanno Koffler Barbaras neuen Partner Friedrich.[5] Neben ihnen ergänzen Stefanie Reinsperger, Paul Wolff-Plottegg und Ronald Zehrfeld das Ensemble, die Sabine, Fritz und den Krankenhausarzt Jürgen Schreiner spielen.[16][5]
Die Dreharbeiten fanden von Anfang Oktober bis Ende November 2024 in Deutschland und in Österreich statt.[16] Ein Großteil wurde in der Steiermark gedreht, so in und rund um Graz, z. B. in Semriach, und in St. Margarethen an der Raab.[17][5] Weitere Aufnahmen entstanden in Wien, Salzburg und Karlsruhe. Es war dem Regisseur wichtig, den geografischen und emotionalen Kontext der Geschichte zu bewahren, ohne ihn zu verändern.[5] Mit Kameramann Paul Sprinz arbeitete Goiginger für die meisten seiner bisherigen Filme zusammen. Sprinz drehte gemeinsam mit Klemens Hufnagl Märzengrund, gemeinsam mit Yoshi Heimrath Die beste aller Welten und Der Fuchs, und er war auch Kameramann bei Rickerl – Musik is höchstens a Hobby.[5]
Filmmusik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Filmmusik komponierte Arash Safaian, der ebenfalls ein langjähriger Weggefährte des Regisseurs ist und mit dem er bereits für Der Fuchs zusammenarbeitete.[5]
Veröffentlichung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Weltpremiere von Vier minus drei (internationaler Titel Four Minus Three) erfolgte am 16. Februar 2026 im Rahmen der 76. Filmfestspiele Berlin. Dort wurde das Werk in die Sektion Panorama aufgenommen.[3] Ein regulärer Kinostart in Österreich erfolgte am 6. März 2026 im Verleih von Polyfilm.[18] In Deutschland wurde der Film ab 16. April 2026 von Alamode Film in die Kinos gebracht.[19] Ebenfalls im April 2026 wird er beim International Istanbul Film Festival gezeigt.[20] Den Weltvertrieb übernimmt Beta Cinema.[21]
Rezeption
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kritiken
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Martin Fichter-Wöß erklärt, Adrian Goiginger verschneide die zwei Zeitebenen vor und nach dem Unfall und stelle dabei kein idyllisches Postkartenmotiv gegen das unsagbare Leid des Verlusts. Genau aus dieser Konstellation heraus erschaffe er Nähe und Zugänglichkeit. Vor allem sei Vier minus drei aber ein schmerzliches, brillantes Solo von Valerie Pachner, die mit der Rolle ihre vielleicht beste Leinwandleistung bisher zeige. Sie lasse mit ihrem Gesicht Abgründe aufscheinen, ohne diese auszustellen, und ihr gelinge, die Ebene der wortlosen Trauer ebenso brillant wie jene der Clownswelt, die Goiginger als Gegenwelt dazu positioniert. Dass Vier minus drei gänzlich unpathetisch zeigt, dass Barbara zwar eine ungewöhnliche Frau, aber kein Übermensch ist, mache den bei aller Schwere tröstlichen und letztlich lebensbejahenden Charakter dieses Films aus.[10]
Auszeichnungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Carl Laemmle Produzentenpreis 2025
- Nominierung für den Carl-Laemmle-VFF-Talentpreis (Gerrit Klein)[22]
Deutscher Schauspielpreis 2026
- Auszeichnung für die Beste dramatische Hauptrolle (Valerie Pachner)[23]
Diagonale 2026
- Auszeichnung mit dem Diagonale-Schauspielpreis (Valerie Pachner)[24]
Internationale Filmfestspiele Berlin 2026
- Nominierung für den Panorama-Publikumspreis
- Auszeichnung mit dem Europa Cinemas Label
- Zweiter Platz beim Panorama Publikumspreis[25][26]
Österreichischer Filmpreis 2026
- Nominierung als Bester Spielfilm
- Auszeichnung für die Beste Regie (Adrian Goiginger)
- Auszeichnung für das Beste Drehbuch (Senad Halilbašić)
- Auszeichnung für die Beste weibliche Hauptrolle (Valerie Pachner)
- Auszeichnung für die Beste männliche Nebenrolle (Robert Stadlober)
- Auszeichnung für das Beste Casting (Angelika Kropej)
- Nominierung für das Beste Maskenbild (Tim Scheidig)
- Nominierung für die Beste Tongestaltung
Der Film war in der engeren Auswahl als österreichischer Beitrag für die Oscarverleihung 2027 in der Kategorie Bester internationaler Film. Die Wahl fiel jedoch auf das Historiendrama Rose.[27]
Literatur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Barbara Pachl-Eberhart: Vier minus drei – wie ich nach dem Verlust meiner Familie zu einem neuen Leben fand. Integral, München 2010, ISBN 978-3-7787-9217-9.
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Vier minus drei bei IMDb
- Vier minus drei bei crew united
- Offizielle deutsche Webseite von Alamode Film
- Offizielle österreichische Webseite von Polyfilm
- Vier minus drei im Programm der Internationalen Filmfestspiele Berlin
- Vier minus drei – Trailer von Alamode Film (Video)
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- ↑ Freigabebescheinigung für Vier minus drei. Freiwillige Selbstkontrolle der Filmwirtschaft (FSK-Nummer: 274390; abgerufen am 17. April 2026).
- ↑ Alterskennzeichnung für Vier minus drei. Jugendmedienkommission.
- 1 2 Vier minus drei. In: berlinale.de. Abgerufen am 3. Februar 2026.
- ↑ Vier minus drei. In: alamodefilm.de (abgerufen am 14. Januar 2026).
- 1 2 3 4 5 6 7 8 9 10 11 Four Minus Three – Presseheft. In: berlinale.de. Abgerufen am 3. Februar 2025. (PDF; 691 KB)
- ↑ Christoph Petersen: Vier minus Drei. In: filmstarts.de. Abgerufen am 17. Februar 2026.
- ↑ Heike Angermaier: Adrian Goiginger zu „Vier minus drei“: „Die Hoffnung im Vordergrund“. In: the-spot-mediafilm.com, 16. Februar 2026. Abgerufen am 16. Februar 2026.
- ↑ Franco Schedl: "Vier minus drei": Adrian Goiginger verfilmt einen Bestseller. In: film.at, 21. Juni 2023.
- ↑ Barbara Schuster: Drehbuchautor Senad Halilbašić über „Vier minus drei“ und seine hr-„Tatorte“: „Ein Drehbuch ist Lebenszeit“. In: the-spot-mediafilm.com, 13. April 2026.
- 1 2 „Vier minus drei“: Die Familie verlieren und Hoffnung finden. In: Salzburger Nachrichten, 16. Februar 2026.
- ↑ Georg Szalai: 'Four Minus Three' Director on Telling a Real-Life Story of Family Tragedy, Clowns, and Hope: “Nobody Wants to Watch Someone Cry for 120 Minutes”. In: The Hollywood Reporter, 16. Februar 2026.
- ↑ https://www.ffa.de/dfff-gefoerderte-filme.html?file=files/dfff/foerderzusagen/DFFF%20I_gef%C3%B6rderte%20Filme_2024.pdf
- ↑ MFG Filmförderung unterstützt 15 Filmprojekte mit über 3,25 Millionen Euro. In: mfg.de, 9. Februar 2024. Abgerufen am 3. Februar 2026.
- ↑ Geförderte Filme bei der 76. Berlinale. In: filmfonds-wien.at, 20. Januar 2026. Abgerufen am 3. Februar 2026.
- ↑ Vier minus drei. In: filminstitut.at. Abgerufen am 23. Januar 2025.
- 1 2 Damian Sprenger: Drehschluss für Adrian Goigingers "Vier minus drei". In: Blickpunkt:Film, 22. November 2024.
- ↑ Julia Schafferhofer: Goiginger verfilmt „Vier minus drei“ nach wahrer Story. In: Kleine Zeitung. 9. Juni 2024, abgerufen am 23. Dezember 2024.
- ↑ Vier minus drei. In: polyfilm.at. Abgerufen am 3. Februar 2026.
- ↑ PM: Starttermin VIER MINUS DREI von Adrian Goiginger. In: alamodefilm.de (abgerufen am 14. Januar 2026).
- ↑ Four Minus Three. In: hkiff.org. Abgerufen am 12. März 2026.
- ↑ Jochen Müller: Beta Cinema übernimmt Weltvertrieb von „Vier minus drei“. In: the-spot-mediafilm.com, 26. Januar 2026. Abgerufen am 26. Januar 2026.
- ↑ Damian Sprenger: Svenja Vanhoefer für neuen Carl-Laemmle-Talentpreis nominiert. In: blickpunktfilm.de. 26. August 2025, abgerufen am 29. August 2025.
- ↑ Timo Niemeier: Deutscher Schauspielpreis: Alle Gewinnerinnen und Gewinner. In: dwdl.de. 12. September 2026, abgerufen am 12. September 2026.
- ↑ Susanne Gottlieb: Angela Summereder’s 'B wie Bartleby' scoops Best Fiction Feature at the Diagonale. In: cineuropa.org, 26. März 2026. Abgerufen am 28. März 2026.
- ↑ Europa Cinemas Label. In: europa-cinemas.org. Abgerufen am 2. März 2026.
- ↑ Berlinale 2026: Die Panorama Publikums-Preise gehen an Staatsschutz von Faraz Shariat und Traces von Alisa Kovalenko und Marysia Nikitiuk. In: berlinale.de, 21. Februar 2026. Abgerufen am 3. März 2026.
- ↑ Österreich schickt Historiendrama "Rose" ins Oscar-Rennen. In: br.de, 15. August 2026 (abgerufen am 16. August 2026).