Winterbach (Pfalz)
| Wappen | Deutschlandkarte | |
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| Basisdaten | ||
| Koordinaten: | 49° 18′ N, 7° 28′ O | |
| Bundesland: | Rheinland-Pfalz | |
| Landkreis: | Südwestpfalz | |
| Verbandsgemeinde: | Thaleischweiler-Wallhalben | |
| Höhe: | 250 m ü. NHN | |
| Fläche: | 7,03 km² | |
| Einwohner: | 503 (31. Dez. 2025)[1] | |
| Bevölkerungsdichte: | 72 Einwohner je km² | |
| Postleitzahl: | 66484 | |
| Vorwahl: | 06337 | |
| Kfz-Kennzeichen: | PS, ZW | |
| Gemeindeschlüssel: | 07 3 40 228 | |
| Gemeindegliederung: | 2 Ortsteile | |
| Adresse der Verbandsverwaltung: | Hauptstraße 52 66987 Thaleischweiler-Fröschen | |
| Website: | www.vgtw.de | |
| Ortsbürgermeister: | Andreas Weizel | |
| Lage der Ortsgemeinde Winterbach (Pfalz) im Landkreis Südwestpfalz | ||
Winterbach (Pfalz) ist die am weitesten westlich liegende Ortsgemeinde der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben des Landkreises Südwestpfalz in Rheinland-Pfalz.
Geographie
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Winterbach liegt auf der Sickinger Höhe im Wiesbachtal an der Stelle, wo der wenig später Auerbach genannte Wiesbach nach Südwesten abknickt und von Nordosten der Winterbach linksseitig einmündet. Dabei bildet sie den westlichen Abschluss der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben. Oberhalb des Ortes liegen auf zwei Höhenrücken zwischen den konvergierenden Bächen im Norden der Herrenwalderhof etwa in Richtung Wiesbach und näher im Nordosten der Klosterbergerhof in Richtung Biedershausen. Winterbach gliedert sich in die Ortsteile Winterbach und Niederhausen. Nachbargemeinden sind – im Uhrzeigersinn – Krähenberg, Biedershausen, Schmitshausen, Reifenberg, Battweiler, Großbundenbach und Kleinbundenbach.
Geschichte
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der erstmals 1180 erwähnte Ort folgte in seiner Zugehörigkeit stets Pfalz-Zweibrücken. Vom zwölften bis 15. Jahrhundert ist aus Winterbach ein Rittergeschlecht bekannt. Der Ort hatte im Mittelalter eine gewisse Bedeutung und war bis zu seiner Verödung während des Dreißigjährigen Krieges Gerichtsort für das Wiesbachtal. Ab 1715 wurde Winterbach wieder besiedelt und 1727 wurde ihm ein Teil der Gemarkung des öd gefallenen Dorfes Weiler zugeschlagen.
1479 wurde das ein Kilometer talabwärts gelegene Niederhausen erstmals genannt. Bereits seit 1704 existiert der Klosterbergerhof nördlich des Ortes.
Von 1798 bis 1814, als die Pfalz Teil der Französischen Republik (bis 1804) und anschließend Teil des Napoleonischen Kaiserreichs war, war Winterbach in den Kanton Zweibrücken eingegliedert und war Sitz einer Mairie, die zusätzlich für Battweiler, Knopp und Niederhausen zuständig war. 1815 hatte der Ort 240 Einwohner. Anschließend wechselte er in das Königreich Bayern. Von 1818 bis 1862 war Winterbach Bestandteil des Landkommissariats Zweibrücken, das anschließend in ein Bezirksamt umgewandelt wurde.
Ab 1939 war der Ort Bestandteil des Landkreises Zweibrücken. Nach dem Zweiten Weltkrieg wurde Oberhausen innerhalb der französischen Besatzungszone Teil des damals neu gebildeten Landes Rheinland-Pfalz. Im Zuge der ersten rheinland-pfälzischen Verwaltungsreform wurde der Nachbarort Niederhausen am 7. Juni 1969 nach Winterbach eingemeindet.[2] Drei Jahre später wechselte sie in den Landkreis Pirmasens (ab 1997 Landkreis Südwestpfalz); im selben Jahr neugeschaffenen Verbandsgemeinde Wallhalben zugeordnet. Seit 2014 gehört sie zur Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben.
Bevölkerung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Einwohnerentwicklung
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die in der folgenden Tabelle dargestellte Entwicklung der Einwohnerzahl bezieht sich auf das heutige Gemeindegebiet; die Werte von 1871 bis 1987 beruhen auf Volkszählungen:[3][1]
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Religion
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Die Katholiken gehören zum Dekanat Pirmasens im Bistum Speyer, die Protestanten der evangelischen Kirchengemeinde Winterbach zur Protestantischen Landeskirche Pfalz. 1818 wurde die bis dahin selbständige Pfarrei in Battweiler derjenigen von Winterbach zugeordnet.
Politik
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Gemeinderat
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Der Gemeinderat in Winterbach besteht aus acht Ratsmitgliedern, die bei der Kommunalwahl am 9. Juni 2024 in einer Mehrheitswahl gewählt wurden, und dem ehrenamtlichen Ortsbürgermeister als Vorsitzendem.[4] Mit der Wahl 2024 verringerte sich die Anzahl der Ratsmitglieder gemäß dem rheinland-pfälzischen Kommunalwahlrecht von zwölf auf acht, da die Einwohnerzahl von Winterbach zurückgegangen war.[5] Bei der Wahl im Jahr 2009 wurden die Ratsmitglieder noch in einer personalisierten Verhältniswahl gewählt, da mehr als eine Wahlvorschlagsliste eingereicht worden war.
Bürgermeister
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Andreas Weizel wurde am 20. August 2019 Ortsbürgermeister von Winterbach.[6] Bei der Direktwahl am 26. Mai 2019 war er mit einem Stimmenanteil von 83,39 % gewählt worden.[7] Bei der Direktwahl am 9. Juni 2024 wurde er als einziger Bewerber mit 83,7 % für weitere fünf Jahre wiedergewählt.[8]
Weizels Vorgänger waren Willi Schwarz (Ortsbürgermeister 1992–2019) und Willi Hamm.[9]
Wappen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]| Blasonierung: „In Silber ein blaubewehrter und -bezungter roter Löwe, belegt mit einem blauen Wellenbalken.“ | |
| Wappenbegründung: Der Löwe weist auf die einstige Zugehörigkeit zu Pfalz-Zweibrücken hin |
Kultur und Sehenswürdigkeiten
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Kulturdenkmäler
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Zehn Objekte in Winterbach stehen unter Denkmalschutz, darunter die evangelische Pfarrkirche St. Matthäus mit Kräutergarten; sie wurde 1489 erstmals erwähnt. Der Turm stammt aus der Zeit der Romanik um 1200. Das barocke Kirchenschiff wurde um 1720 wiederhergestellt. Auf dem Dorfplatz befindet sich ein Mahnmal im Gedenken an die Gefallenen und Vermissten der beiden Weltkriege.
Natur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Winterbach hat einen Kräutergarten mit etwa 60 bekannten und weniger bekannten Heilpflanzen vom Mittelalter bis zur Neuzeit sowie einigen alten Rosensorten. Inspiriert vom Hortulus, einem Gedicht des im neunten Jahrhundert lebenden Botanikers Walahfried Strabo über seinen Klostergarten auf der Insel Reichenau, und orientierend am St. Galler Klosterplan wurde der Kräutergarten angelegt. Anregungen gaben zusätzlich Beschreibungen des pfalz-zweibrückischen Botanikers Hieronymus Bock, der 1545 in Hornbach das New Kreütterbuch verfasste.
Regelmäßige Veranstaltungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Am dritten Augustwochenende finden im jährlichen Wechsel jeweils Dorffest oder Kirchenfest (Motorradgottesdienst[10]) statt. Die Kerwe wird am dritten Septemberwochenende gefeiert.
Wirtschaft und Infrastruktur
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Verkehr
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Winterbach ist ein klassisches Straßendorf, das sich entlang der Landesstraße 469 von Zweibrücken in Richtung Wallhalben erstreckt. Die Kreisstraße 66 stellt eine Verbindung nach Wiesbach her und die Kreisstraße 68 zum Herrenwalderhof. Der nächste Flugplatz liegt bei Zweibrücken (15 Kilometer). Nächster Fernverkehrshalt ist der 20 Kilometer entfernte Homburger Hauptbahnhof. Der nächste regionale Bahnhof befindet sich in 15 Kilometer Entfernung in Zweibrücken an der Strecke Bahnstrecke Landau–Rohrbach.
Öffentliche Einrichtungen
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Winterbach hat eine Kindertagesstätte, ein Dorfgemeinschaftshaus und das als Gemeindehaus eingerichtete Johannes-Zwick-Haus.
Tourismus
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]Winterbach ist seit 2009 Ausgangspunkt des Meteoriten-Wanderweg, der nach Zweibrücken führt. Mitten durch die Gemeinde verläuft außerdem der mit einem gelben Balken markierte Fernwanderweg Saar-Rhein-Main.
Ehrenbürger
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 30. Januar 2020: Willi Schwarz (* 1950), ernannt zum ersten Ehrenbürger der Ortsgemeinde aufgrund seiner besonderen Verdienste um Winterbach. Im Jahr 1984 erstmals in den Gemeinderat gewählt, war er von 1992 bis 2019 Ortsbürgermeister der Gemeinde und auf vielfältige Weise für das Gemeinwesen aktiv.[11]
Weblinks
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- Ortsgemeinde Winterbach auf den Seiten der Verbandsgemeinde Thaleischweiler-Wallhalben
- Hierzuland
- Literatur über Winterbach in der Rheinland-Pfälzischen Landesbibliographie
Einzelnachweise
[Bearbeiten | Quelltext bearbeiten]- 1 2 Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz: Bevölkerungsstand 31. Dezember 2025 von Land, Landkreisen, Gemeinden und Verbandsgemeinden (Fortschreibung auf Grundlage des Zensus 2022) (Hilfe dazu).
- ↑ Amtliches Gemeindeverzeichnis 2006 (= Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz [Hrsg.]: Statistische Bände. Band 393). Bad Ems März 2006, S. 201 (PDF; 2,6 MB). Info: Es liegt ein aktuelles Verzeichnis (2016) vor, das aber im Abschnitt „Gebietsänderungen – Territoriale Verwaltungsreform“ keine Einwohnerzahlen angibt.
- ↑ Statistisches Landesamt Rheinland-Pfalz – Regionaldaten
- ↑ Andreas Weizel (Wahlleiter): Bekanntmachung Wahlergebnis Mehrheitswahlen – GMR Winterbach am 9. Juni 2024. In: Mitteilungsblatt VG Thaleischweiler-Wallhalben, Ausgabe 26/2024. Linus Wittich Medien GmbH, Höhr-Grenzhausen, 12. Juni 2024, abgerufen am 2. März 2025.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Kommunalwahl 2019, Stadt- und Gemeinderatswahlen: Winterbach ( vom 10. November 2019 im Internet Archive)
- ↑ Norbert Schwarz: Wechsel an der Ortsspitze perfekt. Pfälzischer Merkur, 21. August 2019, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 29. März 2020.
- ↑ Der Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz: Direktwahlen 2019. siehe Thaleischweiler-Fröschen-Wallhalben, Verbandsgemeinde, letzte Ergebniszeile. Abgerufen am 29. März 2020.
- ↑ Winterbach, Ortsbürgermeisterwahl (Gemeinde) 09.06.2024. In: Kommunalwahlergebnisse Winterbach. Landeswahlleiter Rheinland-Pfalz, abgerufen am 2. März 2025.
- ↑ Bürgermeister: Willi Schwarz gibt Amt 2019 ab. In: Die Rheinpfalz. Rheinpfalz Verlag und Druckerei GmbH & Co. KG, Ludwigshafen, 11. August 2018, abgerufen am 29. März 2020.
- ↑ Steh auf, wenn Du am Boden bist. saarbruecker-zeitung.de, abgerufen am 6. Februar 2023.
- ↑ Norbert Schwarz: Neuer Ehrenbürger: „Allzweckwaffe“ und „Menschenkümmerer“. Pfälzischer Merkur, 31. Januar 2020, archiviert vom (nicht mehr online verfügbar) am 29. März 2020.

