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MKL1888:Artern

aus Wikisource, der freien Quellensammlung
Meyers Konversations-Lexikon
4. Auflage
Seite mit dem Stichwort „Artern“ in Meyers Konversations-Lexikon
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Band 1 (1885), Seite 882
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Artern. In: Meyers Konversations-Lexikon. 4. Auflage. Bibliographisches Institut, Leipzig 1885–1890, Band 1, Seite 882. Digitale Ausgabe in Wikisource, URL: https://de.wikisource.org/wiki/MKL1888:Artern (Version vom 21.07.2025)

[882] Artern, Stadt im preuß. Regierungsbezirk Merseburg, Kreis Sangerhausen, in der Goldenen Aue, an der schiffbaren Unstrut, welche hier die Helme aufnimmt, und an der Linie Sangerhausen-Erfurt der Preußischen Staatsbahn, hat ein Amtsgericht, eine ev. Kirche, Fabriken für Zucker, Papier, Chemikalien, eine Saline nebst Solbad, Bierbrauerei nebst Malzfabrik, Ziegel- und Gipskalkbrennerei, große Handelsmühle Wasserleitung und (1880) 4460 fast nur evang. Einwohner. In der Nähe finden sich Braunkohlenwerke und ein bedeutendes Steinsalzlager (erst neuerlich in einer Tiefe von 309 m erbohrt). A. kommt schon 780 vor und gehörte seit 1448 den Grafen von Mansfeld, die längere Zeit hier residierten. Die Salzquellen wurden schon im 15. Jahrh. benutzt, gerieten später aber in Verfall und wurden erst 1722 wieder zur Salzgewinnung hergerichtet. Aus A. zog Goethes Großvater als Schneidergeselle nach Frankfurt a. M.