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Rochechouart

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Rochechouart
Rochechouart (Frankreich)
Rochechouart (Frankreich)
Staat Frankreich Frankreich
Region Nouvelle-Aquitaine
Département (Nr.) Haute-Vienne (87)
Arrondissement Rochechouart
Kanton Rochechouart (Hauptort)
Gemeindeverband Porte Océane du Limousin
Koordinaten 45° 49′ N, 0° 49′ OKoordinaten: 45° 49′ N, 0° 49′ O
Höhe 159–313 m
Fläche 53,88 km²
Einwohner 3.603 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte 67 Einw./km²
Postleitzahl 87600
INSEE-Code
Website www.rochechouart.com

Place de l’Église und Rue Jean Parvy in Rochechouart

Rochechouart [ʁɔʃ(ə)ʃwaʁ] (okzitanisch Rechoard) ist eine französische Stadt und Gemeinde mit 3603 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im Département Haute-Vienne in der Region Nouvelle-Aquitaine.

Rochechouart ist Verwaltungssitz des Arrondissements Rochechouart und des Kantons Rochechouart. Der Name wird „Roschuar“ ausgesprochen.

Die Einwohner werden als Rochechouardaises und Rochechouardais bezeichnet.

Der Ortsname Rochechouart ist aus Roca und Cavardus zusammengesetzt. Roca bezeichnet einen leicht zu verteidigenden Felssporn, Cavardus war der Name eines Adeligen, der dort um das Jahr 1000 eine Burg anlegte.

Rochechouart hieß im Jahr 1027 Rocacoart, im Jahr 1049 bereits Rochechouart und im Jahr 1068 Rocam Cavardi.

Das Französische roche ist aus dem Nordokzitanischen ròcha hervorgegangen – mit der Bedeutung „Berg, Felsen“ und späterer Erweiterung auf „Felsenburg“. Chouart ist ein Anthroponym des Familiennamens Chouard bzw. Chouart. Es dürfte auf choe oder chouette mit der Bedeutung „Eule“ zurückgehen. Im Altfränkischen hieß choe *kawa, das wahrscheinlich dann zu Cavardus lateinisiert wurde.

Die Unterpräfekturstadt Rochechouart liegt im Westen des Départements Haute-Vienne und ist bereits Grenzgemeinde zum Département Charente. Sie wird von folgenden Nachbargemeinden umgeben:

Chassenon (Charente) Saillat-sur-Vienne Chaillac-sur-Vienne
Pressignac (Charente) Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Saint-Auvent
Vayres

Die Kleinstadt Rochechouart bildet mit 53,88 Quadratkilometer eine relativ große Landgemeinde, die sich außerhalb städtischer Agglomerationen und städtischer Einzugsgebiete befindet (sie wird aber von der Agglomeration entlang der Vienne, bestehend aus Saint-Junien, Chaillac-sur-Vienne und Saillat-sur-Vienne im Norden, berührt). Demographisch nimmt Rochechouart im Département Haute-Vienne nur den 15. Platz ein. Im Gegensatz zu den meisten Gemeinden in der Haute-Vienne hat sie historische Wurzeln im Poitou, ist aber kirchlich von Limoges abhängig.

Das am rechten Ufer der Vienne gelegene Saint-Junien – im Jahr 2023 die zweitgrößte Stadt im Département Haute-Vienne – liegt 9 Kilometer weiter nordöstlich. Die Präfekturstadt Limoges im Osten ist bereits 42 Kilometer entfernt. Nach Angoulême im Südwesten sind es 64 Kilometer. Das benachbarte Chassenon mit der antiken Römerstadt Cassinomagus befindet sich 5 Kilometer im Nordwesten. Die Unterpräfekturstadt Nontron im Département Dordogne liegt 35 Kilometer weiter südsüdwestlich.

Zum Gemeindegebiet von Rochechouart gehören neben dem Stadtkern zahlreiche Weiler, Gehöfte, Schlösser, Mühlen, eine Schmiede und Geländepunkte:

Auvignac, Babaudus, Bénizou, Biennac, Bois Soulet, Boischenu, Bonnaud, Champagnac, Châtaigneraie, Chez Combart, Chez Frugier, Chez Lambe, Chez Meillat, Chez Raymond, Chez Roux, Closmart, Cramaud, Font Froide, Fontarpaux, Fontaulard, Fontbouillant, Fontgrenier, Forêt de Rochechouart, Gaud, Juillac, L'Age, L'Argenton, L'Autre, L'Étang, La Caborne, La Chabaudie, La Chassagne, La Clautre, La Cloïtre, La Croix de Labrousse, La Feuillade, La Forge, La Grange, La Lande, La Légerie, La Motte, La Pouge, La Pouge Périgord, La Royère, La Touillette, La Tuilerie, La Valade, Labrousse, Lascaux, Le Bois Brûlé, Le Bos Redon, Le Breuil de Gorre, Le Breuil de Vayres, Le Châtenet, Le Clos du Breuil, Le Grand Béchasseau, Le Jarissou, Le Maine, Le Moulin de Boischenu, Le Moulin de Champagnac, Le Moulin de la Cloïtre, Le Moulin de la Côte, Le Moulin de Villegoureix, Le Moulin des Sangles, Le Petit Béchasseau, Le Petit Mascureau, Le Petit Meillat, Le Pont du Bois, Le Pré, Le Puy du Moulin, Le Recoudert, Les Ajaux, Les Bâtiments, Les Bordes, Les Brosses, Les Châtaignons, Les Chausseilles, Les Combettes, Les Communaux, Les Débats, Les Grands Bois, Les Houmeaux, Les Longeas, Les Maupas, Les Nouauds, Les Palénes, Les Petits Ajaux, Les Plats, Les Renardières, Les Vergnaux, Les Vignes, Malbrécher, Mascureau (Schloss), Mauférou, Montazeau, Moussepuy, Pierre Blanche, Pierre Folle, Quérimort, Paladas, Pradeaux, Puyjean, Puyjoyeux, Roumagnac, Saurette Durand, Saurette Soulat, Saute-Bergère, Sintillére, Troupen, Turelais, Vérinas, Villefranche, Villeneuve und Viviénas.

Der topographisch tiefste Punkt mit 159 Meter über N. N. liegt an der Gorre im äußersten Nordwesten, der höchste Punkt mit 313 Meter befindet sich im Forêt de Rochechouart an der Ostgrenze. Die maximale Höhendifferenz beträgt 154 Meter.

Verkehrsanbindung

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Lagekarte von Rochechouart

Hauptverkehrsader in der Gemeinde Rochechouart ist die D 675. Von Nontron im Süden kommend durchquert sie die Stadt und biegt dann nach Nordosten in Richtung Saint-Junien ab. Hinter Saint-Junien erreicht sie die Schnellstraße Route nationale 141 von Angoulême nach Limoges. Weitere Hauptverbindungen sind die von Massignac im Westsüdwesten kommende D 10, die D 901 von Oradour-sur-Vayres im Südsüdosten und die D 41 von Saint-Laurent-sur-Gorre im Südosten. Aus der Stadt führt die D 29 nach Chabanais an der Vienne im Nordwesten und die D 161 nach Pressignac im Westen. Die D 10 leitet weiter nach Cognac-la-Forêt im Osten und erreicht bei Aixe-sur-Vienne ebenfalls die Vienne. Zahlreiche Kommunalstraßen halten die Verbindungen zu den einzelnen Ortschaften und Weilern im Gemeindegebiet aufrecht.

Die Gemeinde Rochechouart wird in Ost-West-Richtung vom Fernwanderweg GR 48 durchquert. Der Fernwanderweg kommt von Limoges und Saint-Auvent im Osten und führt weiter nach Chassenon im Nordwesten. Der Fernwanderweg endet in Chinon.

Tourismusstraße

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Rochechouart liegt ferner an der Tourismusstraße Richard Löwenherz. Die Stadt gehört dem ersten Ast an – zwischen Étagnac im Norden und Les Salles-Lavauguyon im Südwesten.

Rochechouart hatte vormals einen Bahnhof an der Bahnstrecke Saillat-sur-Vienne – Bussière-Galant. Die Bahnstrecke bestand von 1880 bis 1996, der Passagierverkehr wurde aber bereits im Jahr 1940 eingestellt. Etappenweise wurde sodann auch der Güterverkehr reduziert.

Die Gemeinde Rochechouart unterliegt einem abgewandelten ozeanischen Klima (Cfb nach Köppen & Geiger) in der Klimaregion Poitou-Charentes. Diese Klimaregion charakterisiert sich normalerweise durch eine recht gute Sonnenscheindauer, insbesondere im Sommer, und nur gemäßigte Winde.

Im Zeitraum 1971 bis 2000 betrug die Jahresmitteltemperatur 11,7 °C mit einer Jahresamplitude von 15,0 °C. Die Anzahl der Tage mit einer Temperatur unterhalb von − 5 °C belief sich auf 3, die Anzahl der Tage oberhalb von + 30 °C auf 6,5.

Der durchschnittliche Jahresniederschlag in dieser Periode akkumulierte zu 1046 Millimeter – mit 13,1 Niederschlagstagen im Januar und 7,5 Niederschlagstagen im Juli.

Für die Periode 1991 bis 2020 wurde an der Wetterstation von Rochechouart bereits eine Temperaturerhöhung der Jahresmitteltemperaturen auf 12,2 °C gemessen – gleichzeitig verringerte sich der Jahresniederschlag auf 963,9 Millimeter. Die höchste gemessene Temperatur in Rochechouart belief sich auf 39,6 °C am 5. August 2003. Die niedrigste gemessene Temperatur registrierte mit − 19,0 °C am 16. Januar 1985. Am 22. Juni 2026 wurde mit 40,5 °C die bis dahin geltende Höchsttemperatur überboten.

Rochechouart
Klimadiagramm
JFMAMJJASOND
 
 
92
 
8
2
 
 
73
 
10
2
 
 
71
 
14
4
 
 
80
 
16
5
 
 
81
 
20
9
 
 
74
 
24
12
 
 
57
 
26
14
 
 
68
 
26
13
 
 
72
 
23
10
 
 
87
 
18
9
 
 
103
 
12
5
 
 
106
 
9
2
_ Temperatur (°C)   _ Niederschlag (mm)
Quelle: METEO-FRANCE[1]
Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Rochechouart
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
Mittl. Temperatur (°C) 5,2 5,7 8,6 10,9 14,6 18,0 19,8 19,9 16,5 13,2 8,3 5,7 ⌀ 12,2
Mittl. Tagesmax. (°C) 8,4 9,8 13,7 16,4 20,2 23,8 26,1 26,3 22,5 17,9 11,9 9,1 ⌀ 17,2
Mittl. Tagesmin. (°C) 2,0 1,5 3,6 5,4 9,0 12,2 13,6 13,4 10,4 8,6 4,6 2,4 ⌀ 7,3
Niederschlag (mm) 92,3 73,4 70,6 79,6 81,2 73,8 56,5 68,4 72,1 86,7 103,2 106,1 Σ 963,9
Quelle: METEO-FRANCE[2]
Flusslauf der Grêne

Rochechouart liegt am rechten Ufer der nach Nordwesten abfließenden Grêne (auch Graine geschrieben), die hier südlich unterhalb der Stadt ihren linken, aus südlicher Richtung kommenden Nebenfluss Vayres aufnimmt. Die Vayres wird bei Le Moulin de Boischenu kurz vor ihrer Mündung zu einem kleinen Badesee aufgestaut. Ein weiterer linker Nebenfluss der Grêne ist der Ruisseau des Combes. Er dirigiert sich nach Nordnordwest, stellt im Süden auf zirka 1 Kilometer die Gemeindegrenze zu Vayres und erreicht westlich von Le Petit Mascureau die Grêne. Ein kleinerer rechter Nebenfluss der Grêne ist der aus Nordosten zufließende Ruisseau des Morts. Der Bach mündet kurz oberhalb der Vayres.

An der nordöstlichen Gemeindegrenze verläuft der leicht mäandrierende Fluss Gorre – ebenfalls in Nordwest-Richtung (wahrscheinlich tektonisch vorgezeichnet). Die Gorre besitzt mehrere kleinere, linke Seitenarme auf dem Gemeindegebiet, die fast alle ohne Bezeichnung sind und im Sommer teils trockenfallen. Der bedeutendste unter ihnen ist etwa 1,5 Kilometer lang; er beginnt bei Troupen und entwässert nach Nordnordost. Eine Bezeichnung führt der Ruisseau de Villegoureix, der der Nordwestgrenze der Gemeinde folgt. Auch der Ruisseau de Couffiégeas an der Ostgrenze stellt durch seine Bezeichnung eine weitere Ausnahme – er fließt nach Osten ebenfalls zur Gorre.

Die Gemeinde Rochechouart fällt somit gänzlich in das Entwässerungsgebiet der Vienne.

Tektonische Karte. Die Gemeinde Rochechouart befindet sich im oberen Drittel, mittig links.
Impaktkrater Lageplan

Die Gemeinde Rochechouart liegt vollständig auf dem kristallinen, variszischen Grundgebirge des nordwestlichen Massif Central. Die regionalmetamorphen Gesteine befinden sich in der Sillimanit-Zone. Hauptbestandteil ist hier die Untere Gneisdecke des Limousins, welche überwiegend aus Plagioklas-reichen Paragneisen und seltenen leptynitischen Gneisen aufgebaut wird. An der Nordostgrenze entlang der Gorre tritt gerade auch noch die Obere Gneisdecke in Erscheinung – sie überfährt hier die untere Gneisdecke.

Die Trajektorien der Foliationsebenen in der Unteren Gneisdecke lassen keine klare Organisation erkennen. Vielmehr schwanken sowohl Richtungen als auch Einfallswinkel oft auf sehr engem Raum – was auf komplexe Deformationen und Verfaltungen hinweist.

Eingeschlossen innerhalb der Gneise der Unteren Gneisdecke finden sich verschiedene Ganggesteine – Leukogranitgänge in nordnordwestlicher Orientation bei Juillac und Les Plats, porphyrische Mikrogranitgänge bei Vérinas (Nordnordwest und Nordwest), Granophyrgänge westlich des Stausees (Nordwest) und ein Quarzgang bei Pierre Blanche (ebenfalls Nordwest). Aber auch mafische, feinkörnige Amphibolitgänge treten auf – so bei Moulin de Champagnac in Nord- und Nordnordost-Richtung.

Die Überschiebungsfront der Oberen Gneisdecke verläuft nicht einheitlich, vielmehr wird sie durch mehrere Nordost-streichende Seitenverschiebungen in Sektoren zerlegt. Deren Schersinn ist rechtshändig, kann aber auch linkshändig ausfallen. Hauptcharakteristikum der Überschiebung sind die mit ihr assoziierten Quarzdiorite der Limousin-Tonalitlinie. Die Quarzdiorite stehen bei Le Breuil de Gorre, nördlich von Les Plats, zwischen Auvignac und Troupen sowie nordöstlich von Troupen an. Die Foliationsebenen in der Oberen Gneisdecke sind ebenfalls sehr uneinheitlich mit sich kreuzenden Streichrichtungen.

In der Oberen Gneisdecke erscheinen ebenfalls intrusive Gangkörper, so beispielsweise ein Nordnordost-streichender Granitgang im Quarzdiorit bei Le Breuil de Gorre, ein Nord-streichender Quarzgang nördlich von Les Plats sowie mehrere Amphibolitgänge nordöstlich von Troupen. Die Amphibolite entstammen zwei Fazies – einer vorherrschenden gebänderten und einer feinkörnigen Fazies. Die gebänderte Fazies ist aus ehemaligen Tuffen hervorgegangen, ihre Gänge streichen Westnordwest, selten auch Nordwest. Die feinkörnige Fazies repräsentiert ehemalige Basalte, Dolerite und Mikrogabbros – Streichrichtung Nordnordwest und Nordost.

Rochechouart befindet sich überdies im Bereich des Kraters von Rochechouart-Chassenon – nach neuesten Erkenntnissen eines deutsch-französischen Forscherteams handelt es sich hierbei um einen 200 Millionen Jahre alten Meteoritenkrater, der als solcher jedoch erst 1967 identifiziert worden war.

Der Impaktkrater zeichnet sich neben monomikten und polymikten Impaktbrekzien (Trümmermassen) durch mehrere Suevittypen aus. Monomikte Impaktbrekzien und Brekziengänge finden sich im Kraterboden. Die polymikten Impaktbrekzien sind Rückfälle aus Glutwolken. Folgende Typen lassen sich unterscheiden:

  • Typus Rochechouart mit klastischer Matrix, aber so gut wie kein oder nur sehr wenig Schmelzglas
  • Typus Chassenon (Suevit) mit klastischer Matrix und spärlichen Glasbruchstücken
  • Typus Montoume (Suevit) mit klastischer Matrix und rotgefärbtem Glas
  • Typus Babaudus (Suevit) von sehr hoher Schmelzfraktion, generell blasenhaltig.

Oberflächenformationen

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Das Grundgebirge und die Impaktite wurden im Tertiär und Quartär teilweise von Oberflächenbildungen erodiert und verhüllt. Als aller erstes sind fluviatile Ablagerungen anzuführen, welche eventuell bis ins Paläogen zurückreichen. Ihr Alluvium ist von der Vienne abgelagert worden. Je nach Ablagerungshöhe werden verschiedene Formationen unterschieden:

  • Formation F bzw. RF – abgelagert 90 bis 100 Meter oberhalb des Flusslaufs der Vienne. Vorkommen finden sich südlich von Villeneuve, bei La Pouge und bei Le Grand Vignoble.
  • Formation Fv bzw. RFv − abgelagert 60 bis 70 Meter oberhalb des Flusslaufs der Vienne. Ein Vorkommen liegt nördlich von Lascaux.

Subrezentes bis rezentes Alluvium der Formation Fy-z füllt jetzt die Talungen von Gorre, Grêne, Vayres, Ruisseau des Combes und Ruisseau des Morts.

Kolluvium der Formation C findet sich an unteren Hanglagen und in den Talungen der meisten kleineren Flussläufe. Auf den Höhenlagen treten verstärkt Alterite auf. Ihr Alter kann ins Tertiär und noch weiter zurückgehen. Während der letzten Kaltzeiten sind sie teilweise von Gelifluktion erfasst worden.

Die holozäne Bodenbildung beträgt oft nicht mehr als 20 bis 50 Zentimeter. Es haben sich vorwiegend grau gefärbte Gleye und Pseudogleye entwickelt.

Einwirkungen des Anthropozäns sind die Halden des Steinbruchs von Champagnac sowie lokale Mülldeponien, die teils alte Steinbrüche bis zur Unkenntlichkeit verfüllt haben.[3]

Bodenbedeckung in Rochechouart

Die Bodenbedeckung der Gemeinde Rochechouart schlüsselt sich im Jahr 2018 gemäß der europäischen Datenbank CORINE Land Cover (CLC) wie folgt auf:

  • heterogene landwirtschaftliche Nutzung – 33,7 %
  • Wälder – 29,3 %
  • Wiesen – 25,2 %
  • baulich beansprucht – 5,4 %
  • Ackerland – 4,1 %
  • Buschwerk und/oder Kräuterwiesen – 1,8 %
  • Steinbrüche, Deponien und Baustellen – 0,6 %.

Die ackerbauliche Nutzung steht mit 63,0 % im Vordergrund und hat im Vergleich mit 1990 (63,5 %) leicht abgenommen.

Risikokarte des Quellungs-/Schrumpfungsverhältnisses von Tonmineralen in Böden für Rochechouart

Naturrisiken manifestieren sich in der Gemeinde Rochechouart als

In den Jahren 1982, 1993 und 1999 kam es aufgrund erhöhter Niederschläge zu Überschwemmungen, größeren Bodenbewegungen und Rutschungen (insbesondere 1999).

Wie die Risikokarte zeigt, ist Rochechouart zu 42,0 % seines Gemeindegebietes mittelmäßig bis relativ stark von der Gefahr durch Bodensetzungen betroffen, insbesondere in Flussniederungen.

Die Erdbebengefahr ist als relativ niedrig einzustufen, am Westrand des Massif Central sind recht seltene Beben der Stärke 3 auf der Richterskala bekannt.

Rochechouart ist ebenfalls einer signifikativen Radongefahr ausgesetzt und wird der Zone 3 zugeordnet.

Das Gemeindegebiet von Rochechouart gehört zum Regionalen Naturpark Périgord-Limousin.

Réserve naturelle nationale (Naturschutzgebiet)

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Die Gemeinde Rochechouart bildet außerdem Teil der Réserves naturelles en France innerhalb des Meteoritenkraters – der Réserve naturelle nationale de l’astroblème de Rochechouart-Chassenon. Hierzu gehören zwölf Geotope innerhalb der Gemeinden Chéronnac, Rochechouart und Videix in der Haute-Vienne und Chassenon und Pressignac in der Charente.

Schutzgebiet des Typus 1

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Der Forêt de Rochechouart bildet ein Schutzgebiet des Typus 1 (ZNIEFF 1). Das Waldgebiet gehört teilweise auch zur Gemeinde Saint-Auvent und umfasst insgesamt 559,93 Hektar. Es zeichnet sich durch einen sehr alten Laubbaumbestand aus, aber auch durch recht gut erhaltene Heiden (Nass- und Trockenheiden).

Hôtel de ville (Rathaus)
Schloss Rochechouart

Vorgeschichtliche Zeugnisse reichen in der Gemeinde Rochechouart bis mindestens ins Jungpaläolithikum zurück – wie die Freilichtstation von Closmart und die Station im Forêt de Rochechouart belegen.[3] Aus der Megalithzeit sind zwei Dolmen bekannt. So steht südlich des Weilers La Motte im Osten der Gemeinde das Dolmen Caillou-Blanc. Es wird dem Artenacien zugeordnet und dürfte zirka 3500 v. Chr. entstanden sein. Auch Neolithikum wird angegeben. Begleitfunde des ehemaligen Grabmals sind Silexartefakten (ein Dolch, Pfeilspitzen und Schaber) sowie verzierte und unverzierte Keramikreste. Ein weiteres Dolmen bei Pierre-Blanche im Südwesten von Rochechouart ist mittlerweile zerstört. Seine Orthostaten aus Quarz wurden in die Nähe des Schlossgartens verfrachtet.

Spuren aus der frühen Eisenzeit sind an der Nekropole (Tumuli) von La Motte im Forêt de Rochechouart zu sehen – 5,6 Kilometer östlich der Stadt.[4] Die Nekropole bestand aus 5 Erdhügeln, in denen Brandbestattung erfolgt war – zu erkennen an graphitisierten Bestattungsurnen und deren Fragmenten, verbrannten Knochen, Aschen- und Holzkohlenlagen. An weiteren Funden sind anzuführen (beispielsweise am Tumulus C) eine Vase aus rotem Ton, eine große Anzahl von Bronzegegenständen, eine große jedoch unvollständige Eisenfibel, der Griff eines Eisenschwerts und eine sehr schön gearbeitete Klinge aus gelbem Silex. Der Boden des Erdhügels war bis in eine Tiefe von 20 Zentimeter durch Feuereinwirkung kalziniert. Die Bronzen gehen auf das Jahr 550 vor Christus zurück, die Vase auf das ausgehende 6. Jahrhundert v. Chr. Insgesamt deuten die verschiedenen Keramikfunde auf die Mittelphase der ersten Eisenzeit, d. h. auf das 7. bis 6. Jahrhundert vor Christus.

Die Stadt selbst war 800 Jahre lang Sitz der Vizegrafen von Rochechouart. Das Wappen der Vizegrafen ist heute das Wappen der Stadt. Die Dynastie war um das Jahr 990 von Aymeric I. gegründet worden – einem Vasallen des Grafen von Poitiers.

Das älteste Bauwerk in Rochechouart war eine Kapelle aus dem Jahr 806, die jedoch von der Südkapelle der jetzigen Pfarrkirche Saint-Sauveur im 11. Jahrhundert ersetzt wurde. Im gleichen Jahrhundert entstand eine romanische Kirche in der Nachbarpfarrei Biennac. Im Jahr 1049 war das Priorat Saint-Sauveur in Rochechouart eingeweiht worden. Die Weihe der Pfarrkirche Saint-Sauveur erfolgte erst etwas später, am 11. November des Jahres 1069. Von diesem ursprünglichen Bau sind noch das Westportal, die gesamte Nordmauer sowie die Nordkapelle erhalten.

Um 1050 war im Vorort Le Châtenet außerhalb der späteren Stadtmauern noch ein weiteres Priorat entstanden. In der zugehörigen Kapelle ließen sich mehrere Vizegrafen beisetzen. Nachdem die Geistlichkeit im 16. Jahrhundert das Priorat aufgegeben hatte, siedelten sich im Jahr 1614 die Dominikaner an. Während der Französischen Revolution wurde der Konvent jedoch im Jahr 1791 zu einem Bien national erklärt und verkauft. Die Kapelle wurde zerstört und der verlassene Konvent zerfiel in der Mitte des 19. Jahrhunderts. Das einstige Priorat ist heute spurlos verschwunden.

Im 12. Jahrhundert kam es zu einer erneuten Prioratsgründung, diesmal im Forêt de Rochechouart im Osten – mit dem Namen Albis petris („weißer Stein“). Es handelt sich hier um ein Nonnenkloster des Grammontenserordens, das aber kaum 100 Jahre überdauerte. Auch von diesem Prriorat ist heute bis auf einen Grabstein an der Kirche von Biennac so gut wie nichts erhalten.

Das Schloss Rochechouart wurde im ausgehenden 12. Jahrhundert vom Vizegrafen Aymeric VI. (1170–1230) erbaut. Vom ursprünglichen Bau sind jetzt nur noch das Verlies (Donjon) und das Eingangskastell mit Zugbrücke erhalten. Der Felssporn war aber schon wesentlich früher um das Jahr 1000 befestigt worden.

Im Verlauf des Hundertjährigen Krieges spielte das Schloss dann unter den Vizegrafen Louis, Jean II und Geoffroy eine bedeutende Rolle im Widerstand gegen die Engländer.

Noch erhaltener Turm der mittelalterlichen Stadtmauer

Während der Reformation gab es bereits ab 1550 zahlreiche Protestanten in Rochechouart – und zwar in allen gesellschaftlichen Schichten, auch im Adel. Ab 1559 wurde die protestantische Messe öffentlich zelebriert und mit 1500 Gläubigen war die protestantische Gemeinschaft Rochechouarts die bedeutendste des Limousins. Dennoch wurden die Protestanten von den Vizegrafen ab 1566 verfolgt und eingeschüchtert und es kam auch zu kleineren Scharmützeln. Nach 1653 setzte der Niedergang der protetsantischen Kirche ein und ab 1679 wurden Protestanten mit Berufsverbot belegt. Die Widerrufung des Edikt von Nantes besiegelte das Ende des Protestantismus – so wurden 1744 nur noch 240 Anhänger gezählt und im Jahr 1775 schwor der letzte Protestant in Biennac seinem Glauben ab.

Rochechouart war im Mittelalter von einer Stadtmauer umgürtet, von der aber nur noch einige Türme erhalten geblieben sind. Die Mauer befand sich bereits 1776 in einem ruinösen Zustand und es wurden Mauersteine an die Bevölkerung verkauft.

Bevölkerungsentwicklung

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Bevölkerungsentwicklung in Rochechouart
Jahr Einwohner
19624093
19684059
19754196
19824053
19903985
19993667
20063808
20113778
20163781
20213681
20233603

Quelle: INSEE

Die Bevölkerung von Rochechouart ist seit 1975 unter Schwankungen leicht rückläufig (Gesamtverlust von 14,1 Prozent). Ab 1999 hatte eine leichte Erholung eingesetzt, die aber seit 2006 bereits wieder am Abklingen ist.

Ihren höchsten Bevölkerungsstand hatte die Gemeinde im Jahr 1911 mit 4559 Einwohnern. Sie hat seitdem einen Rückgang von 21,0 % erlitten.

Die Gemeinde hat bei einer Fläche von 53,88 Quadratkilometer eine Bevölkerungsdichte von 66,9 Einwohner/km².

Bürgermeister von Rochechouart ist seit Mai 2020 die der PS angehörende Unternehmensleiterin Anne-Marie Almoster-Rodrigues.

Präsidentschaftswahl 2022

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Kandidaten Parteien 1. Wahlgang 2. Wahlgang
Stimmen % Stimmen %
Emmanuel Macron En marche ! EM 534 25,95 % 991 53,68 %
Marine Le Pen Front national FN 556 27,02 % 855 46,32 %
Jean-Luc Mélenchon Front de gauche FDG 353 17,15 %
Jean Lassalle Résistons ! R 133 6,46 %
Fabien Roussel Parti communiste français PC 119 5,78 %
Éric Zemmour Reconquête REC 109 5,30 %
Valérie Pécresse Les Républicains LR 77 3,74 %
Anne Hidalgo Parti socialiste PS 58 2,82 %
Yannick Jadot Europe Écologie-Les Verts EELV 49 2,38 %
Nicolas Dupont-Aignan Debout la République DLR 34 1,65 %
Philippe Poutou Nouveau Parti anticapitaliste NPA 21 1,02 %
Nathalie Arthaud Lutte Ouvrière LO 15 0,73 %
Gesamt 2058 100 % 1846 100 %
Gültige Stimmen205874,95 %184667,27 %
Ungültige Stimmen762,76 %2659,66 %
Wahlbeteiligung213477,71 %211176,93 %
Enthaltungen61222,29 %63323,07 %
Registrierte Wähler 2746 2744

Quelle: La Dépêche[5]

Die Präsidentschaftswahl 2022 in Rochechouart konnte Emmanuel Macron für sich entscheiden.

Sehenswürdigkeiten

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Die Nordmauer von Saint-Sauveur aus dem 11. Jahrhundert
  • Die Pfarrkirche Saint-Sauveur – erbaut im 11. Jahrhundert
  • Die romanische Pfarrkirche von Biennac aus dem 11. Jahrhundert
  • Schloss Rochechouart – erbaut im 12. Jahrhundert
  • Turmreste der mittelalterlichen Stadtmauer
  • Musée Départemental d'Art Contemporain. Im Museum, das sich im Schloss Rochechouart befindet, ist auch der Nachlass des österreichisch-deutschen Dadaisten Raoul Hausmann zu finden (Hausmann lebte von 1944 bis 1971 in Limoges).

Städtepartnerschaften

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  • Der Asteroid 552385 Rochechouart ist nach der Stadt Rochechouart benannt.
  • Eine Felsenformation auf dem Mars trägt im Zusammenhang mit der Mission Perseverance jetzt den Namen der Stadt.
  • Ebenfalls auf dem Mars wurde ein kleiner Krater, der im Februar 2021 vom Rover Curiosity untersucht worden war, nach der Stadt benannt.

Einzelnachweise

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  1. ↑ Meteo France: Fiche climatologique – ROCHECHOUART_SAPC (87). 2022 ( [PDF]).
  2. ↑ Meteo France: Fiche climatologique – ROCHECHOUART_SAPC (87). 2022 ( [PDF]).
  3. 1 2 Philippe Chèvremeont und Kollegen: Rochechouart. In: Notice explicative, Carte géol. France (1/50 000), feuille Rochechouart (667). BRGM, Orléans 1996, ISBN 2-7159-1687-6, S. 172.
  4. ↑ Jean-Michel Beausoleil: Données complémentaires sur les tumulus de Rochechouart et de Saint-Cyr (Haute-Vienne). Interprétation des planches d'Albert Masfrand. In: Revue Archéologique du Centre de la France. Tome 29, fasc. 1, 1990, S. 74–83 ().
  5. ↑ La Dépêche: Résultats de l'élection présidentielle 2022 – Rochechouart (87600). 2022 ().
Commons: Rochechouart – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien