Eine Chronik kann nie ohne die umfangreiche Hilfe von zahlreichen Kellern und Dachböden geschrieben werden, in denen Kartons voll Material lagert. Zuerst wollen wir den Besitzern dieser Örtlichkeiten für das Archivieren und Bereitstellen danken. In monatelanger Arbeit wurden Fotos, Berichte und bereits erschienene Chroniken gesammelt, digitalisiert und gesichtet. Die Daten zum Handball im Walldorf kamen größtenteils aus den Jubiläumsheften des Gesamtvereins zum 60., 75., 100., und 110 Geburtstag zusammen. Um nicht nur zu zeigen, was im Walldorfer Handball passiert ist, verweisen wir an vielen Stellen auf die Entwicklung des Handballsports im Allgemeinen. Auch dort hat sich sehr viel seit der ersten Variante des Torballs getan.
Die dritte Perspektive beleuchtet einige markante Entwicklungen in der Stadt Walldorf selbst. Hier konnte auf die sehr detaillierte Chronik von Klaus Ronellenfitsch zurückgegriffen werden. Die Geschichte der Stadt reicht bis zum Jahr 770 zurück und kann in ihrer ganzen Ausführlichkeit im Internet gelesen werden (walldorf.de).
In dieser Chronik haben wir die drei Perspektiven munter vermischt und in unterschiedlich lange Epochen eingeteilt, um die Gegebenheiten der jeweiligen Zeit spürbar zu machen.
Neben dieser Chronik konnten auch wunderbare Anekdoten aus längst vergangener Zeit konserviert werden. Viel Spaß beim Schmunzeln
1900 – 1920
Zu Beginn des Jahrhunderts war Walldorf im Aufschwung. Eine Grundvoraussetzung dafür war die verhältnismäßig gute Verkehrsanbindung mit dem Bahnhof Wiesloch-Walldorf. Für die bessere Erreichbarkeit wurde eine Pferdebahn vom Walldorfer Hotel Astoria (an der Drehscheibe vor der evangelischen Kirche eingesetzt. Walldorf war zu dieser Zeit Mittelpunkt des süddeutschen Hopfenmarktes und profitierte von steigenden Preisen. Dieser Faktor trug dazu bei, dass 1901 das Stadtrecht verliehen wurde. Im gleichen Jahr erfolgte der Anschluss an das Stromnetz der Wieslocher E-Werke. 1902 wurde eine wichtige Grundlage für den Sport gelegt: Gründung der Sportgemeinschaft SG Walldorf-Astoria 02 als Turnverein Walldorf.
Ein kleiner Zeitsprung: Der erste Weltkrieg verändert den Alltag der Menschen. Kirchenglocken wurden eingeschmolzen und zu Kanonen gemacht, die Männer mussten an die Front und die Frauen nahmen die Plätze in den Fabriken ein. Es wurde ausdrücklich gefordert, dass sie für diese Arbeit ausreichend fit gemacht wurden. An dieser Stelle kam der Handball ins Spiel. Max Heiser entwickelte das noch körperlose Torball speziell für Frauen. Das Feld und die Aufstellung wurde dabei einfach vom Fußball übernommen. Erst als die Männer ein paar Jahre später den Sport für sich entdecken wird es kämpferischer. Prellen und Drei-Schritte-Regel werden eingeführt, aber der Ball darf beliebig oft in die Hand genommen werden.
1901
Walldorf wird in den „Rang einer Stadt“ erhoben.
1902
Gründung Sportgemeinschaft SG Walldorf-Astoria 02 als Turnverein Walldorf.
Einweihung Pferdebahn vom Walldorfer Hotel Astoria (an der Drehscheibe vor der evangelischen Kirche) zum Bahnhof Wiesloch-Walldorf. Mit 2,2 km Länge dürfte die Bahn „die kürzeste Straßenbahnlinie Deutschlands gewesen sein.“
1916
In Walldorf bestehen folgende 15 Wirtschaften: Die Schloßbrauerei, der goldene Engel, der goldene Stern, der Ochsen, der Erbprinz, das Lamm, die Post, das Hotel Astoria, die Pfalz, der Adler, der deutsche Kaiser (seit 1900), die Rose (seit ca. 1855), die Linde (seit 1899), der Wilhelmsberg (seit 1884) und der Perkeo (seit etwa 1872, bis 1902 noch Hirsch genannt).
1917
Abgabe der katholischen Kirchenglocken auf Anordnung des Kriegsministeriums. Sie wurden zu Kanonen umgegossen.
1917
Das bis dahin bekannte Torball wird mit neuen Regeln versehen und heißt jetzt Handball, ist vorerst körperlos, nur für Frauen und wird natürlich draußen gespielt.
1918
Nach dem Ersten Weltkrieg galt Walldorf als führend in der Revolution und unruhigste Gemeinde des Wieslocher Amtsbezirks.
1919
Auch Männer spielen Handball. Prellen und Drei-Schritte-Regel wird eingeführt, aber der Ball darf beliebig oft in die Hand genommen werden. Es wird mit 11 Spielern pro Team gespielt und der 7-Meter war noch ein 11-Meter.

1921 – 1945
Während in der 5.000 Einwohner zählenden Astor-Stadt der letzte Lachs im Leimbach gefangen wurde, begann ein anderes Zeitalter. 1924 wurde beim TV Walldorf 02 e.V. die erste Handballabteilung gegründet. Aber sie hielt nur 5 Jahre. Ein zweiter Anlauf folgte 1934, hielt aber nur bis zur Einführung der allgemeinen Wehrpflicht (1936).
In Walldorf betraf die Gleichschaltung nach der Machtergreifung auch viele Walldörfer Sportvereine. „Bereits am 20. März 1933 verlangte die Parteileitung der NSDAP in Walldorf das „sofortige Verbot der roten Sportvereine sowie Beschlagnahme der Sportgeräte der betr. Sportkartelle“. Der überaus servile Bürgermeister veranlasste die sofortige Beschlagnahme. Vorhandene Sportgeräte wurden auf dem Rathaus sichergestellt. Nach einer Aussage des damaligen Bürgermeisters „wurde von der HJ anlässlich einer Feier alle Papiere marxistischen Inhaltes öffentlich verbrannt.“ Die „marxistischen Fußbälle“ indessen verfielen nicht dem Feuer.“
Das Astorhaus, bereits 1856 als Stiftung zur Pflege Bedürftiger gegründet, wurde ebenfalls Opfer. Im Sommer 1936 wurden die Kinder aus dem Astorhaus entfernt, und 1937 zog der weibliche Arbeitsdienst ein. Das Inventar wurde öffentlich versteigert, die Gelder beschlagnahmt. Die Gelder der Astorstiftung wurden in Beschlag genommen.
In der Reichsprogromnacht am 09.11.1938 wurde die Walldorfer Synagoge in Brand gesetzt. Bis zum Ende des Jahres wurden alle jüdischen Besitzer von Geschäften gezwungen diese abzuwickeln. Die letzten Walldorfer Juden wurden 1940 erst ins südfranzözische Lager in Gurs deportiert, dann ins Vernichtungslager nach Ausschwitz.
Wieder verändert der Krieg das Leben der Menschen. Wieder nimmt er Einfluss auf die Bedeutung des Handballs. Landesweit wurde der Sport populärer und wurde für Nazi-Propaganda ausgenutzt. Bei den heimischen olympischen Spielen wurde Deutschland erster und einziger Feldhandball Olympiasieger, vor 100.000 Zuschauern. 1938 folgten zwei Handballweltmeisterschaften in Berlin (Halle und Feld). Beide Endspiele gewann Deutschland.
Am 31.03.1945 fanden die letzten Kriegshandlungen in Walldorf statt: Die Amerikaner können die Stadt einnehmen.
1924
„Es gilt als verbürgt, daß noch im Jahr 1924 im Leimbach der letzte Lachs gefangen wurde.“
Walldorf hat 4469 Einwohner.
1924
Gründung der ersten Handballabteilung beim TV Walldorf 02 e.V.
1929
Auflösung der Handballabteilung
1933
Für den Bau der Autobahn hat man einen Teil der Dünen am Pfalzgrafenberg abgetragen.
1933
NSDAP erteilt auch in Walldorf das „sofortige Verbot der roten Sportvereine sowie Beschlagnahme der Sportgeräte der betr. Sportkartelle“.
1934
Neugründung der Handballabteilung.
1936
Auflösung der Handballabteilung mit Einführung der allgemeinen Wehrpflicht. Landesweit wurde Handball populärer und für Nazi-Propaganda ausgenutzt.
Deutschland wird erster und einziger Feldhandball Olympiasieger, vor 100.000 Zuschauern.
Im Sommer wurden die Kinder aus dem Astorhaus entfernt, und 1937 zog der weibliche Arbeitsdienst ein. Das Inventar wurde öffentlich versteigert. Die Gelder der Astorstiftung wurden in Beschlag genommen.
1936 – 38
Die um 1699 erbaute und 1769 im Grundbuch erwähnte „Lutherische Brück“ wird erneuert.
1938
Handballweltmeisterschaften in Berlin (Halle und Feld). Beide Endspiele gewann Deutschland.
1941
In Walldorf gibt es keinen Hopfenanbau mehr.
1945
31.03. Am Karsamstag nehmen die Amerikaner Walldorf ein.

1946 – 1954
Nach der Zerstörung folgte der Wiederaufbau. Walldorf leistet sich einen zweiten Nachtwächter und kann die SG Walldorf-Astoria neu gründen.
1946 wurde auch wieder die Handballabteilung ins Leben gerufen. In dieser Zeit ist die Abteilung erst in die Bezirksklasse und später in die Bezirksliga Feld (damals zweithöchste Spielklasse) aufgestiegen. Dort konnte man 1950 Meister werden. 14 Jahre lang gehörte man in dieser Spielklasse zu den Spitzenmannschaften.
Parallel dazu tat sich viel im Handballsport: 1946 wurde in Kopenhagen die internationale Handballföderation gegründet, drei Jahre später der DHB. Das Team aus Mühlheim wurde erster deutscher Meister. Neben dem Feldhandball wurde auch in der Halle gespielt: Das Finale um die deutsche Meisterschaft ging 3:2 aus (nach Verlängerung gewann der Berliner Sportverein).
Anfang der 50er Jahre wurde aus dem Baggersee, der während des Baus der Autobahn entstanden ist, das Waldschwimmbad. Das wurde knapp zehn Jahre später um ein betoniertes Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken ergänzt.
In dieser Zeit (1953) wurde das erste Spargelfest abgehalten, auf dem zur heutiger Zeit die Handballer der SG als einziger Verein weiterhin vertreten ist.
1946
Neugründung Handballabteilung
1947
Walldorf hat 4750 Einwohner sowie 311 landwirtschaftliche Betriebe mit 611 Rindern, davon 413 Kühe.
1948
Der Gemeinderat genehmigt die Einstellung eines zweiten Nachtwächters. Die Vergütung wird auf monatlich 150,50 RM festgesetzt
1950 – 52
Ein Baggersee zwischen der Heidelberger und Schwetzinger Straße wurde 1950/52 zum Waldschwimmbad umgestaltet, das 1964/65 zusätzlich betonierte Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken erhielt.
1953
In Walldorf wird das erste Spargelfest abgehalten.
1954
Einführung des Siebenmeter-Wurfs in der Halle.

1955 – 1962
Einer der wichtigsten Phasen des Walldorfer Handballsports beginnt! Mitte der 50er fassten einige kühne Astorstädter einen verrückten Plan, den Bau der vereinseigenen Sporthalle. Maßgebliche Initiatoren des Plans (Werner Vorfelder, Werner Nonnenmacher, Rudi Kaltenmeier und Andreas Drach) wurden anfangs für die Idee belächelt., aber es funktionierte: 1958 erfolgte der Spatenstich und durch vorbildlicher Gemeinschaftsarbeit konnten die stolzen Handballer die Halle 1961 einweihen. Dem Anlass entsprechend spielten sie damals in der höchsten Klasse (1. Division Halle).
Zur gleichen Zeit hatte der Damenhandball ebenfalls eine Blütezeit. Unter dem fachmännischen Training von Toni Rein und unter der umsichtigen Betreung von Ruth Ullmann drangen die elf Walldorfer Handballerinnen damals sogar bis zum Spiel um die Badische Meisterschaft vor. 1962 begann Toni Rein erneut, tatkräftig unterstützt von seiner Frau Bertel, eine Damenhandball-Mannschaft aufzubauen, um an die frühere Tradition anzuknüpfen.
Der Aufschwung ist in allen Bereichen zu spüren: ein Jahr nach Gründung der Walldorfer Rundschau (1960) wurde das Industriegebiet erschlossen und die Heidelberger Druckmaschinen siedeln sich an.
1959 spielte vorerst letztmalig eine gesamtdeutsche Handballmannschaft um die WM und gewinnt. Feldhandball wird unpopulärer, gerade bei den Skandinaviern und im Ostblock. Es macht einfach kein Spaß bei dem Wetter. Zusätzlich wird die deutsche Überlegenheit zum Problem, International gibt es keine Konkurrenz
1958
Baubeginn der vereinseigenen Astoria-Halle.
1958 – 60
Blütezeit des Damenhandballs in Walldorf.
1960
Die Walldorfer Rundschau erscheint das erste Mal. „Abgesehen von kommerziellen Anzeigen werden Vereinsnachrichten, Veranstaltungen und sonstige Informationen kostenlos veröffentlicht.“
1961
Einweihung der Astoria Halle
Erschließung des Industriegebiet, erste gewerbliche Entwicklung im Außenbereich der Stadt. Heidelberger Druckmaschinen beziehen Stellung.
1958
Gründung DHV (Deutscher Handball Verband) in der DDR
1959
letztmalig spielte eine gesamtdeutsche Handballmannschaft um die WM und gewinnt. Feldhandball wird unpopulärer, gerade bei den Skandinaviern und im Ostblock. Es macht einfach kein Spaß bei dem Wetter.
1961
Walldorf spielt in der damals höchsten Klasse (1. Division Halle)
1962
Jubiläum: 60 Jahre SG Walldorf Astoria
1963
Deutsche Überlegenheit wird zum Problem, International gibt es keine Konkurrenz: 1963 Finale BRD – DDR, DDR ist haushoch überlegen.

1963 – 1969
Diese Phase beginnt festlich: 1962 kann die SG Walldorf Astoria ihr 60 jähriges Jubiläum feiern. Ein Jahr später folgen glanzvolle Festtage aus Anlaß des 200. Geburtstages J. J. Astors. Als prominentester Gast weilte Kurt Georg Kiesinger, damals Ministerpräsident von Baden-Württemberg und später Bundeskanzler, in den Mauern der Astorstadt.
Im „Hochholz“ entsteht 1965 durch Kiesentnahme für den Autobahnbau ein 5,5 ha großer See. Die Anbaufläche des Spargels übertrifft zum ersten Mal die des Tabaks. Spargel ist so bedeutend, dass sich 180 Pflanzer im Spargelbauverein zusammenschlossen
Auf nationaler Ebene wird in zweigeteilter Bundesliga gespielt. Die Vereine kamen aus den ländlichen Regionen abseits der Fußballhochburgen. Gummersbach wird zum Vorbild der Professionalisierung: Es gab arbeitsfreie Tage, um am Vortag zu den Auswärtsspielen reisen zu können. Ein Jahr später steigen sie aus dem Feldhandball aus, um die Belastung der Spieler zu verringern, andere Mannschaften folgen.
Im Walldorfer Handball kann das Niveau der Vorjahre jedoch nicht gehalten werden. Nach Rücktritt der ersten und zweiten Spielergeneration war man gegen sportliche Rückschläge in Halle und Feld nicht gewappnet und musste bis zum Spieljahr 1968/69 Abstiege in Kauf nehmen.
1963
„Glanzvolle Festtage aus Anlaß des 200. Geburtstages J. J. Astors erlebte Walldorf im Juli 1963. Als prominentester Gast weilte Kurt Georg Kiesinger, damals Ministerpräsident von Baden-Württemberg und später Bundeskanzler, in den Mauern der Astorstadt“
1964
Ausbau des Waldschwimmbads durch ein zusätzliches betoniertes Schwimmer- und Nichtschwimmerbecken.
1965
Im „Hochholz“ entsteht durch Kiesentnahme für den Autobahnbau ein 5,5 ha großer See
1966
wird in zweigeteilter Bundesliga gespielt. Die Vereine kamen aus den ländlichen Regionen abseits der Fußballhochburgen. Gummersbach wird zum Vorbild der Professionalisierung: Es gab arbeitsfreie Tage, um am Vortag zu den Auswärtsspielen reisen zu können. Ein Jahr später steigen sie aus dem Feldhandball aus, um die Belastung der Spieler zu verringern, andere Mannschaften folgen.
1968
„Mit 23 ha ist heute [1968] das Anbauareal für Spargel größer als das für Tabak. Wenn in dem erst nach dem Krieg gegründeten Spargelbauverei 180 Pflanzer zusammengeschlossen sind, so ist das ein Hinweis für die Bedeutung gerade dieser Kultur für die Nebenerwerbslandwirtschaft.“

1970 – 1976
Das Sensationsjahr 1970: Die männliche A-Jugend wird deutscher Meister! Ein einmaliger Titel in der Geschichte des Walldörfer Handballs. Die Frauen schaffen es zum badischen Vizemeister.
Ab diesem Zeitpunkt trug eine hervorragende Jugendarbeit reiche Früchte und in einem Siegeszug ohnegleichen wurde im Feld wiederum die Bezirksliga (1970) und in der Halle gar die badische Oberliga (1972) erreicht. Das entscheidende Spiel wurde in der brechend vollen Sporthalle in Rot ausgetragen (1000 Zuschauer, viele mussten draußen blieben).
Auch in Walldorf tut sich viel. Die Stadt wächst auf 13.000 Einwohner an, kann die neue Schulturnhalle in Betrieb nehmen und die Drehscheibe wird unter anderem mit einer neuen Signalanlage ausgebaut. Zwei Jahre vor der Gründung der SAP wurde 1970 das Richtfest des Hallenbads gefeiert.
Auch über die Grenzen Walldorfs hinaus ging es dem Handball gut. Der DHB Präsident (Willi Daume), auch NOK Präsident machte er 1972 Handball wieder olympisch, erst nur für die Männer, 1976 folgten die Frauen. Aber Enttäuschung, nur Platz 6 (Jugoslawien gewinnt). Ein Jahr später erfolgte das Aus der Feldhandballbundesliga. Die Halle war bereits der favorisierte Spielort.
1969 – 70
Die männliche A-Jugend wird deutscher Meister
Die Frauen werden badischer Vizemeister
1971
Einweihung des Hallenbads.
1972
Aufstieg der Männer in die badische Oberliga
Gründung SAP. 1977 wird der Firmensitz von Weinheim nach Walldorf verlegt
DHB Präsident (Willi Daume), auch NOK Präsident machte Handball wieder olympisch. Nur Platz 6 (Jugoslawien gewinnt)
1973
Das Jahr mitder höchsten Einwohnerzahl, dann Stagnation bei 13.000 bis 14.000 Einwohnern. Die Wohnbesiedlungsfläche steigt dennoch weiter.
Nach 7 Jahren Feldhandballbundesliga das Aus.
1976
Hallenhandball der Frauen wird olympisch.

1977 – 1990
Die dunklen Zeiten beginnen in Walldorf. Dem knapp verpassten Regionalliga – Aufstieg folgte 1977 der Abstieg in die Landesliga. Der sportliche Niedergang endete erst 1979. Bis Mitte der 80er ging dann erst einmal nicht viel. Bei den Frauen sah es anders aus. 1982 gelingt endlich der große Wurf: Die SG Walldorf ist Meister der Oberliga Baden. Und dies nach einem 3:7-Punktestart — Danach aber zwölf Siege in 13 Spielen. Fast ausnahmslos mit Walldorferinnen hatte die SG den Oberliga-Titel nach Walldorf geholt. Für die Regionalliga Süd hat es leider nicht gereicht. Die Aufstiegsspiele gegen Ludwigsfeld und Augsburg wurden verloren.
Im Jahr 1984 fand der erste Weihnachtsmarkt in Walldorf statt. Vorher konnte man im gleichen Jahr zwei große Erfolge feiern: Die Frauen holten den BHV-Pokal, die Männer in Mannheim erstmals den Badischen Pokal. Erst wurde Eberbach mit 20:17 besiegt, dann wurde der TV Käfertal mit 5:8 aus der Halle geschossen. Der Titel war hart erkämpft. Die Mannschaft musste in der Vorrunde in Rot mit nur 7 Spielerinnen antreten und sich dann noch durch die Verlängerung kämpfen. Nach dem Aufstieg 1988 folgte leider der direkte Abstieg. Seitdem wurde der Wiederaufstieg mehrfach verpasst.
„Junge, alte, neue, routinierte, Anfängerinnen und ehemalige Handballerinnen spielen aus Spaß an der Freude und ohne Leistungsstress Handball. Kein Problem auch für Frauen, denen Hausfrauengymnastik nicht anstrengend genug ist. Anschließend geht es natürlich noch in die Kneipe!“ So ein Aufruf zum Mitmachen in der Walldorfer Rundschau vom 17. November 1990.
Die weibliche B-Jugend wurde Badischer Meister. Beim Spiel um die „Süddeutsche“ sind 1.000 Zuschauer dabei! Man unterlag beim Bayern-Meister TV Coburg-Weidhausen mit 5:11. Auch das Rückspiel vor 200 Zuschauern in der Astoria-Halle ging mit 8:13 verloren, so dass man am Ende 3. Süddeutscher Meister wurde.
1977
Abstieg in die Landesliga.
1982
Die Frauen werden Meister der Oberliga Baden.
1979
Das „Walldorf-Lied“ wird bei der Waldschul-Entlaßfeier vorgestellt.
1984
Männer gewinnen Badischen Pokal.
1988
Aufstieg Landesliga, es folgte leider der direkte Abstieg. Seitdem wurde der Wiederaufstieg mehrfach verpasst.
Seniorenwohnanlage Astor-Stift wird eingeweiht, seit 1994 wird dort „betreutes Wohnen“ angeboten, ebenso wie im Hopp-Stift, das ca. ein Jahrzehnt später in Betrieb genommen wurde.
1990
Frauen B-Jugend werden Badischer Meister.

1991 – 2000
Anfang der 90er fanden die ersten Veranstaltungen im JUMP (Jugendkulturhaus mit Pep) statt und der Männerhandball pegelte sich auf ein stabiles Niveau ein. Es konnten einige Kreispokale gewonnen werden (1991, 1997, 1998).
Während der Wiedervereinigung kam es einmalig dazu, dass ein gesamtdeutscher Meister des DHB und seines ostdeutschen Pendant, dem DHV, ausgetragen wurde. Im Abschiedsspiel vom „Hexer“ Andi Thiel konnte die Gummersbacher Mannschaft unter der Leitung von Heiner Brand siegen.
1993 beginnt die Ära THW Kiel. Durch die enorme Anzahl an Zuschauern haben sie nicht nur wegen der Stimmung einen Riesenvorteil. Sie können ihren Spielbetrieb allein daraus finanzieren. Im gleichen Jahr gewinnen die Frauen die WM gegen Dänemark.
Ein Jahr später geht es in Walldorf auch wieder rund. Die weibliche C-Jugend wird Badischer Meister, ein „goldener Jahrgang“ wächst heran: Leistungsträger der C-Jugend von 1994 bleiben bis zur 1. Mannschaft ein Erfolgsfaktor. Bei der Endrunde um die Süddeutsche Meisterschaft erkämpfen sie sich Platz 3.
Über die Grenzen von Walldorf und Deutschland hinaus werden große Entscheidungen getroffen: Mit der Bosman-Entscheidung des europäischen Gerichtshofes wurde die Ausländerregelung im Profisport zu Fall gebracht. Der DHB setzte die Regelung als erster deutscher Sportverband um. Bis dato war nur ein Ausländer pro Spiel und Verein erlaubt. Die Neuregelung führte schnell zu einer sehr viel höheren Qualität in der Bundesliga.
Gegen Ende des Jahrtausends entwickelte sich Walldorf weiter. Die Nutzung des Astorhauses als Wohnraum wurde aufgegeben und an die Stadt verkauft. Mit dem Erlös konnte die Astorstiftung ein Alten- und Pflegezentrum errichten, das Anfang 1999 seinen Betrieb aufnahm. Der Zweckverband Wiesloch-Walldorf wurde mit dem Ziel gegründet, den Bahnhof neu zu gestalten. Und auch im Wald tat sich etwas: Mit viel Eigenleistung wurde das Waldklassenzimmer im Hochholzer Wald eingerichtet, um den Kindern aus den Walldorfer Schulen und Kindergärten die Flora und Fauna des Lebensraums Wald näher zu bringen.
1991
Kreispokalsieger Männer
1992
Die erste Veranstaltung im JUMP (Jugendkulturhaus mit Pep) findet statt.
1994
Frauen C-Jugend werden Badischer Meister.
1996
Frauen B-Jugend Badischer Meister
1997
Kreispokalsieger Männer
Männer A-Jugend in der Badenliga
1998
Kreispokalsieger Männer

2001 – 2005
Die starke Zeit der Handballfrauen geht weiter. Im Jahr 2001 machen sie die Halle voll: Vor 600 Zuschauern holen sie den BHV-Pokal zum zweiten Mal nach 1984 nach Walldorf. Ein Jahr später stand ein großes Jubiläum an. Der Gesamtverein SG Walldorf-Astoria feierte sein 100-jähriges Bestehen. Und auch in diesem Jahr holten die Frauen den BHV-Pokal, wieder ist die Halle knallvoll.
Im Jahr 2003 wurde im Handball die schnelle Mitte eingeführt, um durch mehr Tempo die Attraktivität des Sports zu erhöhen. Im gleichen Jahr wird Deutschland von einem Unwetter heimgesucht. Infolge starker Regenfälle bricht der Damm des Hardtbachs und überschwemmt die Nußlocher Straße. Die Walldorfer Wiesen entlang der Nußlocher Straße werden in einen See verwandelt.
2004 holen die Männer der SGW auch einen Titel. Sie werden Kreispokalsieger und Vizemeister. Die beiden Walldorfer Teams haben sich einen guten Zeitpunkt für diese erfolgreiche Phase ausgesucht.
Im Jahr 2005 wurde die altehrwürdige Astoria-Halle wurde abgerissen und durch die neue Astoria-Halle Sport und Kultur ersetzt. Viele Tränen wurden vergossen, hatte man doch in der alten Heimat so viele Erfolge feiern können. Einige Erinnerungsstücke haben aber bei der „inoffiziellen Abrissparty” Ihren Weg zurück zu den alten Handballern gefunden. Jeder wird hier seine ganz eigene Geschichte erzählen können
2001
Die Frauen machen die Halle voll: Vor 600 Zuschauern holen sie den BHV-Pokal zum zweiten Mal nach 1984 nach Walldorf
2002
100 Jahre SG Walldorf Astoria
2002
Frauen: Der BHV-Pokal bleibt auch im Jubiläumsjahr in Walldorf, wieder ist die Halle knallvoll
2003
Schnelle Mitte wird im Handball eingeführt
2003 Infolge starker Regenfälle bricht der Damm des Hardtbachs und überschwemmt die Nußlocher Straße. Die Walldorfer Wiesen entlang der Nußlocher Straße werden in einen See verwandelt.
2004
Männer holen den Kreispokal und werden Vizemeister
2005
Abriss und Neubau Astoria Halle

2005 – 2009
Die Frauen steigen 2005 in die Baden-Württemberg-Oberliga auf. Dafür werden sie bei der Sportlerehrung der Stadt Walldorf zur Mannschaft des Jahres gekürt. Im gleichen Jahr wird die Reserve Meister der 2. Division.
2007 während das deutsche Handball-Team Weltmeister wird und in Walldorf der Luxor Filmpalast eröffnet, gründet die Handballabteilung Männer zusammen mit dem SC Sandhausen eine Jugendspielgemeinschaft, die seither mit viel Engagement geführt wird. Der Handball hat, genau wie alle anderen Sportvereine, mit dem ausbleibenden Nachwuchs zu kämpfen.
Ein Jahr darauf war die neue Astoria-Halle bezugsfertig. Die Männer verbachten bis dahin eine eher erfolglose Zeit in der Gymnasiumshalle. Das Eröffnungsspiel gegen den TSV Handschuhsheim ging dann leider auch knapp mit 23:24 verloren. Es folgte der Abstieg in die 2. Division.
Wieder sorgten die Frauen für gute Nachrichten: Die A-Jugend der Frauen wird ungeschlagen Kreismeister! Nach dem Abstieg in die Badenliga wurde die Erste der Frauen 2009 dort Meister, verzichtete aber auf den Aufstieg, da sie zu viele Abgänge verschmerzen mussten. Da die Ligen umstrukturiert wurden, mussten sie in der nächsten Runde in der Landesliga antreten.
2005
Aufstieg Frauen in die Baden-Württemberg-Oberliga.
2006
Der neue Luxor-Filmpalast am Bahnhof Wiesloch-Walldorf feiert sein Richtfest.
2007
SG Walldorf Astoria und SC Sandhausen gründeten eine Jugendspielgemeinschaft
Deutschland gewinnt die Handball-Weltmeisterschaft der Männer
Final Four als Pokalformat wird eingeführt
2008
Männer steigen in die Abstieg in die 2. Division ab
Die A-Jugend der Frauen wird ungeschlagen Kreismeister!
2009
Frauen: Nach dem Abstieg in die Badenliga wurde die Mannschaft dort Meister,
Der neue Präsident Joachim Förster löst Alfred Müller ab, der fast 20 Jahre an der Spitze stand.

2010 – 2024
Das Jahrzehnt beginnt mit einem Abstieg der 1B in die dritte Division, gefolgt vom direkten Wiederaufstieg. Im gleichen Jahr wurde sowohl die C-Jugend als auch die erste der Frauen „Mannschaft des Jahres“. Die Frauen konnten souverän badische Meister werden. 2011 holten sie dann noch den Kreispokal in einem kämpferischen Spiel gegen Leimen.
Für die Männer brachen auch wieder bessere Zeiten an. 2013 gelang der Aufstieg in die 1. Kreisliga. Eine super spannende Saison mit Höhen und Tiefen gipfelte im „Endspiel“ am letzten Spieltag gegen die SG Kirchheim, einem schönen Sieg und einer noch schöneren Sieges- und Aufstiegsfeier. Schade, dass die neue, modernisierte Drehscheibe erst im Oktober des Jahres eröffnet wurde. Sonst hätte man den neuen Platz direkt für eine wilde Aufstiegsfeier nutzen können.
Obwohl man sich schon vor einigen Jahren mit Sandhausen zur JSG zusammengeschlossen hatte und die Spielgemeinschaft mit sehr viel Herzblut geleitet wurde, könnte der Herrenbereich nicht ausreichend verjüngt werden. Dazu verließen nach einer durchwachsenen Saison extrem viele Spieler der Ersten den Verein. So entschied sich die Mannschaft 2018 zum selbstgewählten Abstieg. In der Folgesaison
2020 – im März wurde die Runde Coronabedingt abgesagt
Nicht nur in Walldorf gestaltet sich die Nachwuchsgewinnung zunehmenden schwierig, auch ringsherum tun sich immer mehr Vereine zu Spielgemeinschaften zusammen. Im Jahr 2023 kam dann der nächste Schritt: Die einstigen Konkurrenten aus Sandhausen und Walldorf schlossen sich auch im Herrenbereich zusammen. Da der Meldetermin um wenige Tage überschritten wurde, war es im ersten Jahr noch ein inoffizieller Zusammenschluss. Die Spieler fanden sehr schnell in den drei neu geschaffenen Mannschaften zusammen.
2010 1B der Männer steigt ab und direkt wieder auf
Die C-Jugend wird mit dem Titel „Mannschaft des Jahres“ ausgezeichnet
Frauen werden ebenfalls Mannschaft des Jahres, „anlässlich der überlegenden Erringung der Badischen Meisterschaft“
2011
Frauen gewinnen den Kreispokal
Der neue Bäder- und Saunapark „AQWA“ wird eröffnet
2012
110 Jahre Vereinsjubiläum
2013
Männer steigen in die 1. Kreisliga auf
2013
Das alte Schulhaus und die Evangelische Stadtkirche bilden die historischen Bezugspunkte der im Oktober eröffneten modernisierten „Drehscheibe“
2014
Mit der neuen Sporthalle für den Schul- und Vereinssport ist der letzte Baustein der Neuen Sozialen Mitte Walldorfs fertiggestellt
2016
Blaue Karte wird eingeführt
2018
Selbstgewählter Abstieg der Männer
2019
B-Jugend der Männer ist Meister der Landesliga Nord
2020
Im März wurde die Runde coronabedingt abgesagt
2023
Walldorf und Sandhausen schließen sich zur HSG Hardtwald zusammen.
