Der Berlin-Marathon ist ein deutscher Straßen- und Volkslauf, der jährlich, in der Regel am letzten Septemberwochenende (2011 am 24./25. September), in Berlin stattfindet. Er wird vom Sportverein SC Charlottenburg veranstaltet und von der SCC EVENTS GmbH organisiert. Er besteht aus einem Rennen für Inlineskater und einem Mini-Marathon (4,2195 km) für Kinder und Schüler am Sonnabend, sowie dem Marathonlauf für Rollstuhlfahrer, Power-Walker und Läufer am Sonntag. Der Lauf gehört neben den Veranstaltungen in New York, Chicago und London zu den größten und neben London und Chicago zu den schnellsten Marathonläufen der Welt. Hier wurden seit 2003 auch die jeweils gültigen offiziellen IAAF-Weltrekorde der Männer von Paul Tergat, Haile Gebrselassie und Patrick Makau Musyoki (2:03:38 im Jahr 2011) aufgestellt. → zum Artikel...
Berlin liegt in einer von der Eiszeit geformten Landschaft – vom Berliner Urstromtal und den Hochflächen von Barnim und Teltow bis zu den zahlreichen Seen, Flüssen und Bächen. Zugleich ist die Natur der Stadt in hohem Maße durch den Menschen geformt: Parks, Gärten, Forsten, Kanäle und auch brachgefallene Flächen bilden vielfältige urbane Lebensräume. In ihnen haben sich zahlreiche Pflanzen- und Tierarten als sogenannte Kulturfolger an die besonderen Bedingungen der Großstadt angepasst. Berlin zeichnet sich durch eine lange Tradition in der Naturforschung aus, die sich in Einrichtungen wie dem Naturkundemuseum, dem Botanischen Garten und dem Zoologischen Garten Berlin sowie in Persönlichkeiten wie die Forschungsreisenden Alexander von Humboldt und Leopold von Buch widerspiegelt. Der Stadtstaat Berlin besteht aus insgesamt 12 Bezirke, die wiederum in insgesamt 96 Ortsteile unterteilt sind. Innerhalb der Ortsteile existieren über 400 Wohnviertel, sogenannte Kieze. Sie bilden keine politischen Verwaltungseinheiten, waren aber häufig historische Dörfer oder Siedlungen, die erst im Jahr 1920 zu Groß-Berlin eingemeindet wurden.
Bevölkerungswachstum und wiederholte Zuwanderungswellen prägen Berlin seit Jahrhunderten. Um 1800 lebten in der Stadt lediglich rund 170.000 Menschen; bereits 1877 überschritt Berlin die Marke von einer Million Einwohnern, und 1942 erreichte die Einwohnerzahl mit rund 4,4 Millionen ihren historischen Höchststand. Migration nach Berlin hat dabei eine lange Geschichte. Sie reicht von der Ansiedlung der Hugenotten im 17. Jahrhundert über die Arbeits- und Binnenmigration des 19. Jahrhunderts bis zu den vielfältigen Einwanderungsbewegungen des 20. und 21. Jahrhunderts. Einen wichtigen Beitrag leisteten unter anderem polnische und italienische Arbeitsmigrantinnen und -migranten, die türkische Einwanderung seit den 1960er-Jahren sowie die vietnamesische Migration in die DDR. Hinzu kamen politische Flüchtlinge, Aussiedler und Spätaussiedler sowie Menschen, die infolge von Kriegen und politischen Krisen nach Berlin kamen. Besonders charakteristisch ist der Berliner Dialekt, der unter anderem durch mittelniederdeutsche, märkische und niederländische Einflüsse sowie durch die Sprachen verschiedener Zuwanderungsgruppen geprägt wurde. Typische Ausspracheweisen, Redewendungen und ein oft als direkt, pointiert und humorvoll wahrgenommener Sprachgebrauch sind zu festen Bestandteilen der Berliner Stadtkultur geworden. Darüber hinaus spiegelt sich die Einwanderungsgeschichte in einer vielfältigen Fest- und Veranstaltungskultur wider. Gleichzeitig stellt das anhaltende Bevölkerungswachstum die Stadt vor erhebliche Herausforderungen. Der steigende Bedarf an Wohnraum, die Entwicklung der Miet- und Immobilienpreise, soziale Ungleichheiten und die zunehmende Verdichtung des Stadtraums gehören ebenso zu den zentralen Themen wie die Alterung der Gesellschaft und die Integration neu Zugewanderter. Fragen der öffentlichen Sicherheit und Kriminalität werden dabei ebenfalls kontrovers diskutiert.
Einwohnerentwicklung, Bevölkerungsforschung und Bevölkerungsgruppen
1989: Feiernde Menschenmenge an der Berliner Mauer am Brandenburger Tor
Die Geschichte Berlins begann im Hochmittelalter mit den Handelsorten Berlin und Kölln, die 1244 beziehungsweise 1237 erstmals urkundlich erwähnt wurden, obwohl der Raum schon deutlich früher besiedelt war. Nach der Städteunion von 1309 und dem Zusammenschluss zur Doppelstadt 1432 wurde Berlin 1486 Residenz der Hohenzollern. Die Stadt erlitt im Dreißigjährigen Krieg schwere Rückschläge. Im 17. und 18. Jahrhundert entwickelte sich Berlin unter dem Großen Kurfürsten sowie Friedrich dem Großen zu einer bedeutenden Residenz-, Aufklärungs- und Kulturstadt. Nach der französischen Besatzung wuchs Berlin im 19. Jahrhundert rasant und wurde 1871 Hauptstadt des Deutschen Kaiserreichs sowie zu einer der größten Industrie- und Wissenschaftsmetropolen Europas. Von 1919 bis 1945 war Berlin erst Hauptstadt der Weimarer Republik und anschließend des nationalsozialistischen Deutschen Reiches. Terror und Holocaust wurden von hier aus maßgeblich organisiert und geplant. Im Zweiten Weltkrieg wurde die Stadt schwer zerstört. Nach 1945 wurde Berlin in Ost- und West-Berlin geteilt, wobei Ost-Berlin Hauptstadt der DDR und West-Berlin unter Verwaltung der drei westlichen Alliierten stand; von 1961 bis 1989 trennte die Berliner Mauer beide Stadthälften.
Mit dem Mauerfall 1989 und der deutschen Wiedervereinigung 1990 wurde Berlin wieder gesamtdeutsche Hauptstadt und ist seit 1999 Sitz der wichtigsten Verfassungsorgane des Bundes.
Christoph Friedrich Nicolai, auch Nickolai (* 18. März 1733 in Berlin; † 8. Januar 1811 ebenda), war ein deutscher Schriftsteller, Verlagsbuchhändler, Kritiker, Verfasser satirischer Romane und Reisebeschreibungen, Regionalhistoriker, Hauptvertreter der Berliner Aufklärung, Freund Lessings, Zelters und Mendelssohns und Gegner Kants und Fichtes. Friedrich Nicolai verstand sich als Aufklärer, eignete sich ein umfangreiches Wissen im Bereich der Geisteswissenschaften an und führte einen regen Briefwechsel mit Größen der Epoche. Er verfasste daraufhin eigene Schriften und wurde ein wichtiger, wenn auch nicht unumstrittener Vertreter der protestantischen Aufklärungstheologie. 1755 erschienen Nicolais Briefe über den itzigen Zustand der schönen Wissenschaften in Deutschland, die ihn in weiten Kreisen bekannt machten. Im selben Jahr erschienen auch die gemeinsam mit dem befreundeten Gotthold Ephraim Lessing herausgebrachten Briefe, die neueste Literatur betreffend (in insgesamt 24 Teilen von 1759 bis 1765). Die zum dritten von Nicolai herausgegebene Allgemeine deutsche Bibliothek (nach 1793 Neue allgemeine deutsche Bibliothek) gewann bald den Status des wichtigsten Organs der Aufklärung in deutscher Sprache. Hierin wurden von zeitweilig mehr als 150 Mitarbeitern alle wichtigen Veröffentlichungen der Zeit rezensiert. Insgesamt wurden über 80.000 Neuerscheinungen besprochen. Mit dem ebenfalls befreundeten Moses Mendelssohn wurde sodann ab 1759 eine Bibliothek der schönen Wissenschaften und freien Künste in zwölf Bänden herausgebracht. 1766 gelang es ihm, für die Allgemeine deutsche Bibliothek Johann Gottfried Herder als Mitarbeiter zu gewinnen, mit dem aber infolge unüberbrückbarer Differenzen 1774 ein Zerwürfnis einsetzte.
Umgang mit Berliner Geschichte, Geschichtsschreibung und Geschichtspräsentation
Museales Wohnzimmer in der Biedermeier-Ausstellung des Knoblauchhauses im Nikolaiviertel
Trotz starker Zerstörungen im Zweiten Weltkrieg bewahrt Berlin bis heute zahlreiche sichtbare und unsichtbare Spuren seiner wechselvollen Geschichte unter anderem als Residenzstadt der Hohenzollern, industrielles Zentrum, deutsche Hauptstadt, Stätte des NS-Terrors und der deutschen Teilung im Kalten Krieg. An der Erforschung und Vermittlung der vielfältigen Berliner Stadtgeschichte sind heute vor allem Museen, Gedenkstätten, Historiker, sowie Stiftungen und Geschichts-Vereine beteiligt. Immer noch aufgearbeitet und diskutiert werden vor allem die unvollständige Entnazifizierung nach 1945 und der Umgang mit der NS- und SED-Diktatur. Die Präsentation außereuropäischer Artefakte im Humboldt Forum und den Staatliche Museen zu Berlin steht wegen der kolonialen Herkunft und zögerlicher Restitutionen in der Kritik. Weiterhin umstritten ist auch der Wiederaufbau des Berliner Schlosses. Manche Ausstellungen widmen sich auch gegenwärtigen Themen wie der Gentrifizierung, sozialem Protest, rechter und linker Gewalt, Wohnungsnot und dem Bauboom nach der Wende.
Museen sowie Dauer- und Sonderausstellungen der letzten Jahre zur Stadtgeschichte
Archäologische Ausgrabungen 2010 an der Baustelle des künftigen U-Bahnhofs Rotes Rathaus unter anderem mit den Grundmauern des mittelalterlichen Berliner Rathauses
Berliner Stadtgebiet vor (dunkelrot) und nach 1920 (die rosa Fläche stellt das Berliner Stadtgebiet seit 1990 dar, das annähernd dem Gebiet nach dem Groß-Berlin-Gesetz entspricht)
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